Die Füllstandsvorgaben für Gasspeicher waren in der konkreten Krisensituation in Folge des russischen Angriffskriegs 2022 gerechtfertigt. Dies hat nach der Reduzierung bzw. Einstellung der russischen Gaslieferungen zur Versorgungssicherheit in den Wintermonaten beigetragen. Die Energieunternehmen haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Energieversorgung in Deutschland und Europa in den vergangenen drei Jahren erfolgreich auf ein neues Fundament gestellt werden konnte. Die starren, gesetzlichen Vorgaben zur Befüllung der Gasspeicher wirken nun jedoch kontraproduktiv. Eine staatliche Marktintervention durch die gesetzlichen Vorgaben hat großen Einfluss auf das Marktverhalten und zeigt sich als Fehlanreiz in Bezug auf die saisonale Eindeckung und Speichernutzung. Damit geht das Risiko eines weiteren deutlichen Anstiegs der Gasspeicherumlage einher, wenn THE im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben tätig werden müsste. Eine Reduzierung der nationalen Füllstandsziele von 90 auf 80 Prozent könnten zu einer Beruhigung des Marktes beitragen. Dazu braucht es auch auf EU-Ebene mehr Flexibilität und weniger rigide Füllstandsvorgaben.