01. Juni 2016

Neue Förderprogramme Energieeffizienz

Im Rahmen der Abarbeitung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) entwickelt die Bundesregierung kontinuierlich weitere Förderprogramme, die zum Teil auch neue Wege gehen bzw. testen wollen. Aktuell hat sie ein Pilotprogram Einsparzähler aufgelegt, bei dem die konkrete Einsparung am Zähler gemessen und Grundlage der Förderung sein wird. Außerdem ist seit Anfang Mai das KfW-Förderprogeamm Abwärmenutzung veröffentlicht.

Um den Trend zur Digitalisierung auch für Energieeffizienz nutzbar zu machen, sollen im Rahmen des "Pilotprogramm Einsparzähler" Unternehmen und Unternehmenskonsortien gefördert werden, die bei Endkunden Projekte zur Einsparung von leitungsgebundenen Energien wie Strom, Gas, Wärme und Kälte auf Basis verschiedener Technologien und bei unterschiedlichen Anwendergruppen erproben, demonstrieren und in den Markt einführen wollen. Voraussetzung und in dieser Form bisher Neuland dieser Förderung ist dabei, dass die tatsächliche Einsparung erfasst wird.

Innerhalb der jeweiligen Pilotvorhaben sollen Energieverbrauchsdaten erfasst und auf dieser Basis Energieeinsparpotentiale IT-gestützt und individualisiert ermittelt werden.

Darauf aufbauend sollen innovative Energiedienstleistungen erprobt werden, die die erhobenen Informationen in Beratungs- und Informationsangebote "übersetzen", gegebenenfalls in Verbindung mit ergänzenden Dienstleistungen, Finanzierungsmodellen oder sonstigen Mehrwertdiensten für die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen.

Die genauen Rahmenbedingungen des Programms sind auf der Internetseite des BAFA veröffentlicht, die wesentlichen Eckpunkte sind:

  • Förderfähig sind Unternehmen, die bei Endkunden Energieeinsparungen bewirken.
  • Die Antragstellung steht Unternehmen oder Unternehmenskonsortium offen.
  • Gefördert werden Projekte, die Strom, Gas, Wärme oder Kälte bei Kunden einsparen. Dabei ist unerheblich, ob die Einsparungen durch Verhaltens- oder Nutzungsänderungen, geänderte Prozesse und Betriebsabläufe, Wartungsmaßnahmen oder investive Maßnahmen wie zum Beispiel den Austausch von Geräten und Anlagen erzielt werden.
  • Die antragstellenden Unternehmen müssen zweifelsfrei nachweisen, dass und in welcher Höhe Energie eingespart wird.
  • Der förderfähige Projektzeitraum beträgt bis zu 5 Jahren.
  • Im Rahmen des Förderprogramms kann pro Antragsteller bis zu 1 Million Euro mit einer Förderintensität von 25 Prozent bis zu 50 Prozent ausgeschüttet werden, zur Hälfte auszahlbar auf Grundlage nachgewiesener Projektkosten sowie zur anderen Hälfte auf der Grundlage erwiesenermaßen eingesparter kWh.


Insbesondere sollen Technologien zur individuellen Verbrauchserfassung Zähler- oder besser Gerätescharf eingesetzt werden. Da einige Energieunternehmen, zum Teil mit Partnern aus der Industrie, bereits ähnliche Projekte planen oder umsetzen, bietet sich hier eine Beteiligung an dem Pilotvorhaben an.

Industrielle Abwärmenutzung
Ein weiteres neu aufgelegtes Förderprogramm, das bereits im NAPE angekündigt wurde, ist die Förderung der Abwärmenutzung durch die KfW, das "KfW-Energieeffizienzprogramm - Abwärme" (Programmnummer 294). Gefördert werden Investitionen in die Modernisierung, die Erweiterung oder den Neubau von Anlagen zur Vermeidung oder Nutzung von Abwärme. Förderberechtigt sind "In- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden", Unternehmen der öffentlichen Hand und Privatpersonen sind ausgeschlossen.

Gefördert wird mit

  • einem zinsverbilligten Darlehen
  • bis zu 25 Mio. Euro pro Vorhaben 
  • einer Finanzierung bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten 
  • einem attraktiven Tilgungszuschuss.


Voraussetzung für die Förderung ist ein Abwärmekonzept, das von einem externen Energieberater, der in der Energieeffizienz-Experten-Liste für Förderprogramme des Bundes geführt und für die Kategorie "Energieberatung im Mittelstand (BAFA)" freigeschaltet. Damit sind Mitarbeiter von EVU von der Erstellung des Abwärmekonzeptes in aller Regel ausgeschlossen. Ausnahme: Verfügt das Unternehmen über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem, kann das Abwärmekonzept unternehmensintern erstellt werden. Die Umsetzung kann allerdings auch durch ein Contracting-Unternehmen erfolgen.

Weitere Informationen und aktuelle Zinskonditionen finden sich auf der Internetseite der KfW.

Lesen Sie zum Thema auch den Beitrag "BMWi startet Effizienzkampagne" in dieser Ausgabe des BDEW direkt.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

Nach dem Login (oben rechts) finden Mitglieder weitere Informationen und Serviceleistungen.

Anlagen und Materialien

KfW-Förderprogramm Abwärme (extrerner Link)