30. Oktober 2015

Energieeffizienz-Netzwerke nicht nur für Industriekunden

Nach einem eher verhaltenen Start nimmt die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke inzwischen Fahrt auf. Die Zahl der bei der Initiative registrierten Netzwerke nimmt weiter zu. Dabei zeigt sich, dass, anders als bei dem Förderprogramm 30-Pilot-Netzwerke, sich nicht nur größere Industrieunternehmen zu Netzwerken zusammenschließen. Auch in anderen Kundensegmenten werden die Vorteile eines organisierten Erfahrungsaustausches zur Umsetzung von Einsparmaßnahmen erkannt und nutzen neue Netzwerke. Der BDEW unterstützt seine Mitgliedsunternehmen bei der Anmeldung und stellt viele weitere Informationen zu Energieeffizienz-Netzwerken zur Verfügung.

Anders als von den Initiatoren erwartet, war die Reaktion auf die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke zunächst verhalten. Eine wesentliche Ursache dafür war die mit der Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes eingeführt Pflicht zur Durchführung von Energieaudits bis zum 5. Dezember 2015. Viele Unternehmen, für die eine Teilnahme an einem Effizienz-Netzwerk sinnvoll ist, haben sich zunächst auf die Umsetzung dieser Auditpflicht konzentriert. Gleiches gilt für Energieunternehmen als potenzielle Netzwerkträger, auch sie waren sowohl mit eigenen Audits als auch mit der Umsetzung von Audits bei Kunden ausgelastet.

Inzwischen nimmt aber die Zahl der Netzwerkgründungen zu. Auffällig dabei ist, dass sich auch Netzwerke außerhalb der "klassischen" Zielgruppe der großen Industrie- und Gewerbekunden gründen. So haben sich Netzwerke registriert, in denen sich Unternehmen der Wohnungswirtschaft unter Trägerschaft eines örtlichen Energieversorgers zusammengeschlossen haben. Sie entwickeln gemeinsam Effizienzmaßnahmen für ihre Liegenschaften und setzen diese im Rahmen der Netzwerkarbeit um. Auch ein Netzwerk, in dem sich ausschließlich Kommunen zusammenschlossen haben, wurde mit Trägerschaft eines Energieunternehmens gegründet. Solche kommunalen Netzwerke werden zusätzlich durch das Förderprogramm "Förderung von Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen" der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finanziell unterstützt.

Aber auch untereinander können sich Energieunternehmen in Netzwerken organisieren. Das zeigt ein Netzwerk, in dem sich mehrere Stadtwerke zusammengeschlossen haben. Auch hier geht es nicht, wie bei solchen Zusammenschlüssen sonst üblich, um einen gemeinsamen Auftritt am Markt, sondern um die Identifizierung von Effizienzpotenzialen im eigenen Unternehmen. Tatsächlich gehen, das zeigen Nachfragen bei den Netzwerken, die Gründe für die Zusammenarbeit in einem Netzwerk über die reine Realisierung von Energie- und Energiekosteneinsparungen hinaus. Ein Netzwerk bietet zum Beispiel die Gelegenheit, die eigenen Aktivitäten zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz regional und überregional öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren. Insbesondere bei starker regionaler Verankerung ist dies ein häufig gehörtes Argument.

Aus Sicht eines Energieunternehmens, das als Netzwerkträger auftritt, gehören die Kundenbindung und der intensive Kundenkontakt zu den wichtigen Argumenten für die Netzwerkgründung. Nach einer Recherche des BDEW beschäftigen sich aktuell oder in den letzten drei Jahren bis zu 70 Energieversorger mit der Netzwerkidee. Viele Unternehmen planen, nach Abklingen des "Auditbooms", Überlegungen zur Netzwerkgründung weiter zu konkretisieren. Nicht zuletzt liefern die dann vorliegenden Auditberichte eine gute Grundlage für die Netzwerkarbeit. Dabei bietet sich im Einzelfall die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, wie etwa Energieagenturen, Handwerkskammern oder Industrieverbänden an.

Interessierte Unternehmen finden auf der Seite Netzwerk-Initiative weitere Informationen sowie die Möglichkeit, ein neu gegründetes Netzwerk direkt anzumelden. Auch der BDEW stellt Informationen zu Energieeffizienz-Netzwerken zur Verfügung.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

Nach dem Login (oben rechts) finden Mitglieder weitere Informationen und Serviceleistungen.