30. Oktober 2015

NAPE: 1. Ausschreibungsrunde für Stromeffizienzmaßnahmen erst im Frühjahr 2016

Die erste wettbewerbliche Ausschreibung für Stromeffizienz im Rahmen des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) soll im Frühjahr 2016 erfolgen. Die Förderrichtlinie, die die Vergabedetails regelt ist noch nicht verabschiedet. Der BDEW hat wichtige Rahmenbedingungen der geplanten Förderrichtlinie für seine Mitgliedsunternehmen zusammen gefasst. Der BDEW empfiehlt interessierten Mitgliedsunternehmen bereits frühzeitig eine Beteiligung zu prüfen und mögliche Projekte zu identifizieren.

Die Einführung eines wettbewerblichen Ausschreibungsmodells (BDEW direkt 4/2015) im Bereich Stromeffizienz ist eine der geplanten Sofortmaßnahmen im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE). Die erste Ausschreibung wird laut zuständigem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) frühestens im März 2016 erfolgen. Eine Förderrichtlinie ist mometan noch in der haushalts- und beihilferechtlichen Prüfung. Änderungen bei den im Folgenden genannten Förder- und Auswahlkonditionen sind somit noch möglich. Zweimal jährlich werden die Details zur jeweiligen Ausschreibungsrunde in einer Förderbekanntmachung veröffentlicht. Das BMWi will für die Abwicklung einem Projektträger beautragen.

Voraussichtliche Förderbedingungen
Die Ausschreibungen stehen allen Unternehmen offen, auch Genossenschaften, die wirtschaftlich tätig sind.Der Großteil des Förderbudgets ist für offene Ausschreibungen reserviert, möglich sind Einzelprojekte oder Sammelprojekte, die durch "Projektbündler" beantragt werden. Offene Ausschreibungen sind grundsätzlich technologieoffen. Gewisse Einschränkungen sind allerdings geplant, so soll der Leuchtmitteltausch alleine nicht zugelassen sein.Geschlossene Ausschreibungen bleiben Effizienzmaßnahmen für Bereiche mit besonderen Hemmnissen vorbehalten: In der ersten Ausschreibung soll voraussichtlich der vorgezogene Austausch von Aufzügen oder -komponenten gefördert werden. Die maximale Förderhöhe wird je nach Projektart und -größe gedeckelt.

Kriterien für die Auswahl

  • Haupt-Auswahlkriterium ist der Kosten-Nutzen-Wert (in Euro/kWh): dieser darf maximal bei 0,10 Euro/kWh liegen. Den Zuschlag erhalten die Maßnahmen, die mit dem geringsten Förderbedarf die höchste Stromeinsparung über die gesamte Nutzungszeit erzielen.
  • Grundlage für die Kalkulation sind die Investitionsmehrkosten, davon sind max. 30 Prozent förderbar.
  • Die Amortisationszeit muss länger als drei Jahre sein.


Darauf basierend wird eine Rangliste der eingegangenen Anträge erstellt und Projekte bis zur Etatausschöpfung gefördert. Gehen nicht genügend Anträge ein, behält sich das BMWi eine Mittelkürzung vor, um den Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Jeder Antragsteller legt seinen Förderbedarf selbst fest und entscheidet damit, welche Chance er im Wettbewerb gegen andere hat.

Die Auszahlung der Fördersumme wird an den Nachweis der Stromeinsparung gekoppelt, bei Nichterreichung wird die Fördersumme nur anteilig ausgezahlt. Strafzahlungen sind zunächst nicht geplant.

Der BDEW wird über den Fortgang berichten und sobald wie möglich über die endgültigen Förderkonditionen und Details für eine Beteiligung an der ersten Ausschreibung informieren. Der BDEW empfiehlt interessierten Mitgliedsunternehmen bereits frühzeitig eine Beteiligung zu prüfen und mögliche Projekte zu identifizieren.


Weitere Informationen

Claudia Oberascher
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1372
E-Mail claudia.oberascher@bdew.de

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