30. Oktober 2015

Energie- und Klimafonds: neues Förderprogramm für Kälte- und Klimaanlagen

Ein Instrument zur Förderung von Effizienzmaßnahmen ist die nationale Klimaschutzinitiative (NKI), die mit Mitteln aus dem Energie- und Klimafonds gezielt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zum Klimaschutz fördert. Aktuell sind zwei Programme neu aufgelegt bzw. erweitert worden: Neben der Kommunalrichtlinie ist die "Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen" (Kälte-Richtlinie) überarbeitet worden. BDEW Mitgliedsunternehmen können beide Förderprogramme zur Unterstützung eigener Effizienz-Dienstleistungen nutzen.

Das Bundesumweltministerium fördert schon seit längerem Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Die geförderten Anlagen verbrauchen durch die Verwendung hocheffizienter Komponenten und Systeme erheblich weniger Energie. Zugleich werden in vielen Fällen auch Kältemittel mit geringer Treibhauswirkung eingesetzt, wodurch auch die direkten Emissionen reduziert werden.

Kälterichtlinie
Die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen (Kälterichtlinie) wurde zum 1. Oktober novelliert. Insbesondere wurde der Kreis der Antragsberechtigten erweitert. Neben Unternehmen können jetzt auch gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Schulen, Krankenhäuser sowie kirchliche Einrichtungen Anträge stellen.

Die Kälterichtlinie fördert Beratung und Investitionen im Bereich der Kälte- und Klimatechnik. Eine zusätzliche Bonusförderung unterstützt die gleichzeitige Nutzung von Abwärme aus Kälteanlagen. Neben der Erstellung von IST- und PLAN-Gutachten "zur Energieeffizienz für eine neue Kälte- oder Klimaanlage bzw. zur Steigerung der Energieeffizienz der bestehenden Anlage" werden insbesondere Investitionsmaßnahmen in Kälte- und Klimaanlagen gefördert.

Gefördert wird zum Beispiel die Nutzung von KWK-Wärme oder Abwärme aus Produktionsprozessen durch Sorptionskälteanlagen mit 5 bis 500 kW Kälteleistungsaufnahme mit bis zu 25 Prozent der Investitionssumme.

Der Fördersatz für Beratungsmaßnahmen beträgt 80 Prozent der in Rechnung gestellten Kosten, maximal jedoch 1.000 Euro, die maximale Gesamtförderung beträgt 100.000 Euro. Das BMUB schätzt, dass das Programm einen Förderhebel von etwa 1 zu 6 erreicht, das heißt ein Euro Fördersumme löst eine darüber hinaus gehende Investition von sechs Euro aus.

Das Förderprogramm unterliegt den europäischen Förderrichtlinien. Sollte die De-minimis-Grenze von 200.000 Euro Gesamtförderung im Zeitraum von drei Steuerjahren übertroffen werden, ist eine Förderung nur möglich, wenn die Kriterien nach der Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) eingehalten werden. In diesem Fall erfolgt eine Förderung nach Art. 38 AGVO (Investitionsbeihilfen für Energieeffizienzmaßnahmen).

Optionen für Energieversorger
Die Kälterichtlinie kann das Energiedienstleistungsangebot von Energieunternehmen für ihre Kunden unterstützen. Sie kann zum Beispiel bei der Arbeit in Energieeffizienz-Netzwerken genutzt werden, um gemeinsam effizienzsteigernde Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Eine Einschränkung für Mitarbeiter von Energieunternehmen besteht nicht, die Richtlinie überlässt die Auswahl der beauftragten Dienstleister weitgehend dem investitionswilligen Fördermittelempfänger, gefordert ist für den hinzugezogenen Sachkundigen eine Qualifikation als Meister, Techniker oder Ingenieur mit fundierten Kenntnissen der Kältetechnik und eine mindestens dreijährige einschlägige Berufserfahrung. Detaillierte Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Im Zusammenhang lesen Sie gerne den BDEW-direkt-Artikel "Förderung von Klimaschutzprojekten in Kommunen" in dieser Ausgabe des BDEW direkt.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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