23. März 2016

KfW-Förderung "Baubegleitung" jetzt auch für Neubauten

Ab dem 1. April 2016 gewährt die KfW im Programm einen verbesserten Zuschuss für die Baubegleitung. Künftig können für geförderte Neubauvorhaben zusätzliche Zuschüsse für die Baubegleitung beantragt werden. Auch die Erstellung ausgewählter Nachhaltigkeitszertifikate ist förderfähig. Der Sachverständige kann Leistungen an Dritte vergeben und abrechnen. Diese Dritten müssen selbst nicht im Verzeichnis der Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bunde (dena-Liste) geführt sein. Die Liste der förderfähigen Leistungen wurde erweitert.

Ab dem 1. April 2016 gewährt die KfW einen verbesserten Zuschuss für die Baubegleitung (Programmnummer 431). Künftig können für Neubauvorhaben, die in den KfW-Programmen "Energieeffizient Bauen und Sanieren" (151/152, 153, 430) für Wohngebäude gefördert werden zusätzliche Zuschüsse für die Baubegleitung beantragt werden. Der Baubegleitungszuschuss für Neubauvorhaben kann für energetische Planungs- und Baubegleitungsmaßnahmen gewährt werden. Daher wurde das Programm umbenannt in "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung".

Baubegleitung
Mit dem Förderprogramm gewährt die KfW einen Zuschuss für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen externen sachverständigen Energieberater, der im Rahmen eines Neubau- oder Sanierungsvorhabens die Planung der energetischen Maßnahmen durchführt, deren Umsetzung begleitet und den Bauherrn durch zusätzliche fachliche Kompetenz unterstützt.

Zertifikate für nachhaltiges Bauen
Zusätzlich zur energetischen Fachplanung und der Baubegleitung bezuschusst die KfW die Erstellung von Zertifikaten für nachhaltiges Bauen. Gefördert werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) anerkannte Nachhaltigkeitszertifikate unter dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen (siehe auch www.nachhaltigesbauen.de). Der Sachverständige oder auch ein von ihm beauftragter Nachhaltigkeitsauditor kann ein Zertifikat für nachhaltiges Bauen ausstellen. Das Programm wird finanziert aus Mitteln des CO2-Gebäudesanierungsprogramms des Bundes.

Anforderungen an den Baubegleiter und von ihm beauftragte Dritte
Der Sachverständige ist für das Vorhaben wirtschaftlich unabhängig zu beauftragen. Neben einer Beratung, Planung und Baubegleitung für das Vorhaben darf der Sachverständige nicht

  • in einem Inhaber-, Gesellschafts- oder Beschäftigungsverhältnis zu den bauausführenden Unternehmen oder Lieferanten stehen oder
  • von diesen Unternehmen oder Lieferanten beauftragt werden oder
  • Lieferungen oder Leistungen vermitteln.


Eine Förderung erfolgt ausschließlich für die Beauftragung eines externen Sachverständigen. Die beauftragten Dritten müssen nicht in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragen sein, dürfen aber nicht in einem Inhaber-, Gesellschafts- oder Beschäftigungsverhältnis zu den bauausführenden Unternehmen oder Lieferanten stehen oder Lieferungen und Leistungen für das Bauvorhaben vermitteln. Mit Unterzeichnung der "Bestätigung nach Durchführung" (Kredit oder Investitionszuschuss sowie Zuschuss Baubegleitung) verantwortet allein der Sachverständige die für die KfW-Förderung in Energieeffizient Bauen und Sanieren relevanten Aspekte. Dabei ist es Aufgabe des Sachverständigen, diese Leistungen für die Berücksichtigung der geforderten Nachweise ("Bestätigung zum Antrag", "Bestätigung nach Durchführung", Dokumentationspflichten) zu prüfen und anzuerkennen.

Neue bzw. angepasste Fördertatbestände
Die Liste der förderfähigen Leistungen wurde erweitert und enthält nun auch Positionen, die für die Vertriebe der EVU von Interesse sein können. Beispielsweise werden folgende Leistungen neu benannt:

  • Erstellen von Beratungsinstrumenten (z. B. eines Sanierungsfahrplans)
  • Neu ist die Untersuchung von Varianten hinsichtlich der Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei der Entwicklung eines energetischen Gesamtkonzeptes (Wärmeschutz- und Anlagenkonzept)
  • Aufstellen eines Lüftungskonzepts
  • Thermische Gebäude- und Anlagensimulation
  • Fachplanung zur Technischen Gebäudeausrüstung (Haustechnik)
  • Planung von Wärmeerzeugern und Lüftungsanlagen
  • Messung der Innenraumluftqualität
  • Messung der Trinkwasserqualität (Schadstoffmessung)


Zuschussgrenzen für die Baubegleitung
Für die energetische Fachplanung und Baubegleitung wird ein Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro pro Vorhaben gewährt. Zuschussbeträge unter 300 Euro werden nicht ausgezahlt.


Weitere Informationen

Boris Safner
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail boris.safner@bdew.de

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