03. Mai 2012

BDEW zum Energie-Treffen im Kanzleramt:

Kraftwerksbestand sichern und Neubauten anreizen

Hildegard Müller: Bei dem Gespräch ging es um die Herausforderungen der Energiewende im Bereich der Erzeugung

Berlin, 3. Mai 2012 - "Es war ein gutes, konstruktives Gespräch, bei dem es um die Herausforderungen der Energiewende insbesondere im Bereich der Erzeugung, aber auch um den Netzausbau ging", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), nach dem gestrigen Treffen im Kanzleramt. Daran nahmen Wissenschaftler, Kraftwerksbauer, Finanzexperten sowie Vertreter von den Energieunternehmen RWE und E.ON, von den Stadtwerke-Verbünden Thüga und Trianel sowie vom BDEW teil. Dabei sprach der BDEW auch im Namen von 1.352 Unternehmen, die mehrheitlich kommunal geprägt und Mitglied im Spitzenverband sind. Hildegard Müller: "Wir haben den Konflikt zwischen dem großem Engagement der Energiebranche einerseits sowie den fehlenden ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen andererseits deutlich gemacht. Darüber hinaus haben wir erneut betont, dass es nicht nur um den Neubau von Kraftwerken in Deutschland gehen muss. Auch der aktuelle Kraftwerksbestand ist unter ökonomischem Druck. Neben Neubauprojekten müssen wir in Deutschland daher auch eine mögliche Absicherung des Bestands im Auge behalten."

Die Beteiligten seien sich darin einig gewesen, dass diese Herausforderungen in drei Phasen zu sehen seien: kurzfristig für den nächsten Winter, mittelfristig in der Zeit zwischen 2014 und 2020 sowie langfristig ab dem Jahr 2020. Jede dieser Phasen benötige jeweils auf sie zugeschnittene, passende Lösungen, die intensiv weiter erörtert werden sollen. "Wichtig ist in allen Phasen, enge Gespräche nicht nur zwischen Bund und Ländern, sondern auch mit der Wirtschaft zu führen. Diesen Punkt unterstrichen alle Teilnehmer", so Müller.

Es habe Konsens in der Runde darüber geherrscht, dass Bestandskraftwerke gesichert und gleichzeitig der Neubau von Kraftwerken auf den Weg gebracht werden müssten, um die Versorgungssicherheit auch auf Dauer gewährleisten zu können. "Diese Lösungen sollen den Anforderungen aller Energieversorger, egal ob klein oder groß, gerecht werden und dabei die Marktmechanismen erhalten. Die Energiewende ist nur unter Beteiligung aller Unternehmensgrößen und -zusammensetzungen zu schultern. Davon war auch die Bundeskanzlerin überzeugt“, sagte Hildegard Müller.

In dem Gespräch ging es laut Müller auch um den Netzausbau, die Herausforderungen im Bereich Offshore und eine dringend notwendige, bessere Abstimmung der Energiewende zwischen Bund und Ländern. Der Netzausbau sei zum Beispiel entscheidend für das Gelingen der Energiewende, betonten alle Beteiligten. Hier seien mit den vorhandenen Gesetzen zum Energieleitungsausbau und für den beschleunigten Netzausbau wichtige Schritte gemacht worden, deren Wirksamkeit überprüft werden müsse. Bis Ende des Jahres soll zudem der Netzausbauplan fertiggestellt werden. Dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn sie gesamtdeutsch betrachtet wird und in einem funktionierenden EU-Binnenmarkt eingebettet ist, war ebenso die Auffassung aller Teilnehmer. "Die Teilnehmer haben daher ausdrücklich begrüßt, dass die Bundeskanzlerin dieses Thema auf die Tagesordnung der Konferenz mit den Ministerpräsidenten am 23. Mai gesetzt hat", sagte Hildegard Müller.


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Frank Brachvogel
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