07. Mai 2012, Berlin

BDEW zum Winter-Bericht der Bundesnetzagentur:

Analyse belegt dringenden Handlungsbedarf beim Netzausbau

Wichtige Klarstellung: Engpass nicht auf Spekulationen zurückzuführen / BDEW will weitere Vorschläge zur Stabilisierung der Versorgung unterbreiten

"Der Bericht der Bundesnetzagentur zeigt zum ersten Mal konkret, dass sich das Stromversorgungssystem im Winter in einem sehr angespannten Zustand befunden hat. Bei der Gasversorgung gab es insbesondere lokale Ungleichgewichte", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in einer ersten Stellungnahme zum Bericht der Bundesnetzagentur, die den "Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgungen im Winter 2011/2012" untersucht hat. "Die Analyse belegt, dass die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Strom- und Gasnetze dringend weiter verbessert werden müssen. Der Bericht sollte daher erneut Anlass für alle Beteiligten sein, den Ausbaustand der wichtigsten Strecken rasch zu überprüfen. Der Ausbau der in dem Bericht besonders hervorgehobenen Leitungen ist existentiell für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Darüber hinaus muss der Gesetzgeber auf der Grundlage der Erfahrungen im vergangenen Winter die Prioritätensetzung bei Engpässen deutlicher regeln", betonte Müller.

Der Bericht der Behörde weise mit Blick auf die zunehmenden Netzengpässe auf eine stark wachsende Zahl von Eingriffen in Netze und Stromerzeugungsanlagen zur Stabilisierung hin. Dieser zu beobachtende Anstieg ist laut Hildegard Müller beunruhigend: "Auch wenn die meisten Ereignisse, in denen in das Energieversorgungssystem eingegriffen werden musste, eher regionale Auswirkungen hatten, wurden jedoch fünf Situationen identifiziert, die für die Stromversorgung bundesweit bedrohlich waren und nur mit erheblichem Aufwand in den Griff zu bekommen waren. Schon jetzt ist klar, dass zur Stabilisierung der Versorgungssicherheit konventionelle und erneuerbare Erzeugung abgestimmt beitragen müssen."

Müller: "Eine wichtige Klarstellung ist für die Branche, dass die besonders kritische Situation Anfang Februar nicht durch Börsenspekulationen veranlasst wurde, sondern einer ganzen Reihe anderer Ursachen zuzuschreiben ist. Die Bundesnetzagentur stellt dazu selbst fest, dass sie diese im Vorfeld nicht habe absehen können." Der BDEW werde bald eine ausführliche Bewertung des Berichts der Bundesnetzagentur vornehmen und weitere Vorschläge zur Stabilisierung der Versorgung unterbreiten.

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