11. Dezember 2012, Berlin

BDEW zur Verteilnetzstudie der dena:

Ausbau der Verteilnetze muss nächste Priorität sein

Dena bestätigt hohen Ausbaubedarf bei regionalen Netzen / Durch Einsatz von innovativen Technologien Einsparpotenzial möglich

"Die Studie kommt zu dem Schluss, dass weiterhin ein hoher Ausbau- und Investitionsbedarf im Verteilnetzbereich bis zu den Jahren 2020 und 2030 besteht. Sie bestätigt damit auch die Argumente des BDEW. Die Integration der Erneuerbaren Energien ist nicht nur eine große Herausforderung für die Übertragungsnetze, sondern insbesondere für die Verteilnetze. Nahezu alle Solar-Anlagen und weit über 90 Prozent der Nettoleistung aller Windkraftanlagen sind an das Verteilnetz angeschlossen. Daher müssen nun insbesondere die vordringlichen Projekte zum Aus- und Neubau der Verteilnetze realisiert werden", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zu der heute vorgestellten Verteilnetzstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Ein weiteres Ergebnis der dena-Studie ist, dass mit dem Einsatz von bereits vorhandenen, innovativen Technologien zum Teil erhebliche Einsparpotenziale für Netzinvestitionen bestehen. "Damit bestätigt die dena-Verteilnetzstudie die Aussagen der Untersuchung 'Smart Grids in Deutschland' von ZVEI und BDEW aus diesem Frühjahr. Unsere Analyse machte bereits deutlich, dass der Einsatz von Techniken wie etwa regelbaren Transformatoren oder Sensorik bereits heute sehr sinnvoll ist, um kurzfristig den Umbau der Verteilnetze voranzutreiben", erläuterte Hildegard Müller.

Der BDEW begrüßt, dass die veränderte Rolle der Verteilnetzbetreiber in einem eigenen Kapitel gewürdigt wird. Dies beschreibe die notwendige, netzebenen-übergreifende Koordination der Netzplanung und des Netzbetriebs, ebenso wie die zunehmend stärkere Rolle der Verteilnetze beim Erbringen von Systemdienstleistungen.

Bereits heute stünden viele Verteilnetzbetreiber vor der Aufgabe, das Netz nicht nur auszubauen, sondern parallel möglichst intelligent zu modernisieren. Sogenannte Smart Grids seien ein wichtiger Teil bei der Umsetzung der Energiewende. Ihr Einsatz könne die technische Systemintegration der Erneuerbaren ins Netz verbessern und gleichzeitig unter bestimmten Prämissen auch den Netzausbau beziehungsweise die Gesamtkosten des Netzausbaus reduzieren. Müller: "So vielversprechend diese ersten konkreten Schritte in die neue Netzwirtschaft sind: Sie sind keine Selbstläufer. Die Vision von einem intelligenten Netz kann nur dann umgesetzt werden, wenn eine Priorisierung und Konkretisierung der vom Gesetzgeber bereits angelegten smart-grid-relevanten Maßnahmen vorgenommen wird. Geschieht dies nicht, laufen wir bei diesem Thema Gefahr, in eine Komplexitätsfalle zu geraten. An dieser Priorisierung und Konkretisierung müssen wir gemeinsam arbeiten: Unternehmen, Politik, Regulierung. Nur dann kann das Großprojekt Energiewende gelingen."

Zentrales Ergebnis des regulatorischen Gutachtens der dena-Verteilnetzstudie ist, dass eine zeitnahe Anpassung der Anreizregulierung dringend erforderlich ist. Verteilnetzbetreiber mit hohem Ausbaubedarf können unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht die regulatorisch festgelegte Rendite erreichen. "Damit stützt die dena in vielen Punkten die seit zwei Jahren vom BDEW vorgetragene Kritik an der Anreizregulierung, insbesondere zum Zeitverzug auf der Verteilnetzebene", erläuterte Müller. "Mit der dena-Verteilnetzstudie liegt nun eine objektive Grundlage für die Evaluierung und Weiterentwicklung der Anreizregulierung vor."

Nach dem Login (oben rechts) finden Mitglieder weitere Informationen und Serviceleistungen.

Ansprechpartner

Mitglieder können hier nach dem Login die Kontaktdaten der Ansprechpartner zu den jeweiligen Themen einsehen