16. Oktober 2013, Berlin

BDEW zur Verabschiedung der EnEV-Novelle:

Modernisierung des Wärmemarktes beschleunigen

Neue Energieeinsparverordnung wichtiges Signal für den Wohnungsmarkt / Erfolg der Novelle bleibt abzuwarten

"Es ist ein wichtiges Signal für die Energiewende, dass die Novelle der Energieeinsparverordnung endlich umgesetzt wird. Die CO2-Bilanzen im Gebäudesektor - sowohl im Bestand als auch beim Neubau - müssen eines der zentralen energiepolitischen Themen der nächsten Legislaturperiode werden." Das sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), anlässlich der Verabschiedung der Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV) durch die amtierende Bundesregierung. Die Reform der EnEV sei aber nur ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen.

"Wenn das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 in Deutschland einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben, erreicht werden soll, müssen an die heutigen Neubauten hohe Anforderungen gestellt werden. Zugleich muss aber auch die Wirtschaftlichkeit gewährleistet bleiben. Daher ist die Verschärfung der Energieeffizienzanforderungen an neue Gebäude um 25 Prozent ein wichtiger und richtiger Schritt", betonte Hildegard Müller.

Für bestehende Gebäude sind die Vorgaben eher zurückhaltend. Momentan bleiben die Modernisierungsmaßnahmen im Wärmemarkt nach Angaben des BDEW weit hinter den Erwartungen zurück. 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf den Wärmemarkt. Von den ca. 18,1 Millionen Wohngebäuden in Deutschland sind rund zwei Drittel energetisch sanierungsbedürftig, die jährliche Sanierungsrate liegt aber nur bei einem Prozent. Rund 75 Prozent der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. "Angesichts dieser Entwicklungen ist es wichtig, dass schnell umsetzbare, wirkungsvolle und bezahlbare Maßnahmen zur CO2-Reduktion gestärkt werden", sagte Müller.

Ob die EnEV-Novelle die von der Bundesregierung gewünschten Ergebnisse liefert, wird sich laut BDEW in der Praxis zeigen müssen. Mit der Verschärfung der Anforderungen werden automatisch auch die Hürden für den Zugang zu den Fördermitteln erhöht, bei gleichzeitig steigenden Baukosten durch anspruchsvollere Standards. Ob die EnEV-Novelle also insgesamt als positiver Impuls oder als zusätzliches Hemmnis auf dem Weg zum Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes 2050 wirkt, bleibt also abzuwarten. Zudem bedauert es der BDEW, dass es nach wie vor keine Bewertungsverfahren für neue Technologien wie Mikro-KWK oder Brennstoffzellen gibt.

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