24. Januar 2013, Berlin

Initiative der EU-Kommission zu alternativen Kraftstoffen:

Verkehrssektor umweltschonend gestalten

Aufbau von Ladesäulen an Nutzerverhalten und Bedarf koppeln / Einsatz von Erdgas als kostengünstige Alternative einbeziehen

"Die Europäische Kommission setzt mit ihrer heutigen Initiative wichtige Akzente für den Aufbau eines ressourcenschonenden und wettbewerbsorientierten Verkehrssektors. Wir unterstützen die Kommission insbesondere darin, einen umfassenden Ansatz unter Einbezug aller alternativen Kraftstoffe zu verfolgen. Wichtig ist es, gemeinsame Standards bei der Errichtung der Infrastruktur zu etablieren, Initiativen im Bereich Forschung und Entwicklung anzustoßen und insbesondere die Verbraucher umfangreich zu informieren. Jetzt geht es darum, den Ausbau zu verstetigen und wirtschaftlich tragbar für die Unternehmen zu gestalten", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), heute in Berlin. Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung und einen Richtlinienvorschlag veröffentlicht.

"Die Energiewirtschaft engagiert sich vorbildlich für den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobile in Deutschland und unterstützt nach wie vor die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Darüber hinaus setzen wir uns mit gleicher Kraft für Erdgas als Kraftstoff ein, da Erdgasfahrzeuge bereits heute eine technisch ausgereifte und sofort verfügbare, klimaschonende Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen darstellt", so Müller weiter.

Eine Umfrage des BDEW unter seinen Mitgliedern hat gezeigt, dass der Infrastrukturaufbau für Elektrofahrzeuge gut voranschreitet: Statistisch kommt derzeit ein öffentlicher Ladepunkt auf etwa zwei Elektrofahrzeuge. Der Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hält mit dem Zuwachs an Fahrzeugen weiterhin gut Schritt.

Für den Erfolg der Elektromobilität sei allerdings der bedarfsgerechte Aufbau von Ladesäulen eine wichtige Voraussetzung, sagte Müller. Zu starre, verpflichtende Vorgaben aus Brüssel – etwa zu der Anzahl der Ladepunkte – seien daher nicht zielführend. Der Aufbau der Infrastruktur müsse sich nicht nur am Fahrzeughochlauf, sondern auch am Nutzerverhalten orientieren. Hier erhoffe sich die Energiewirtschaft Erkenntnisse aus den in Deutschland gestarteten Schaufenster-Projekten Elektromobilität: Diese Zukunftsprojekte böten die Chance, das "System Elektromobilität" zu erproben und sichtbar zu machen.

"Die Kommission bewertet darüber hinaus den Einsatz von Erdgas als Kraftstoff richtigerweise als eine umweltschonende und ausgereifte Alternative. Im Vergleich zu üblichen Benzinmotoren verursachen erdgasbetriebene Fahrzeuge rund 25 Prozent weniger CO2-Emissionen. Die Emission von Feinstaub und gesundheitsschädlichem Stickoxid wird fast vollständig vermieden", betonte Müller. Ein Tankstellennetz ist deutschlandweit bereitgestellt und wird stetig ausgebaut. Die Umwelt- und Klimavorteile von Erdgas ließen sich zudem steigern, wenn regeneratives Bio-Erdgas beigemischt wird. "Schon 20 Prozent beigemischtes Bio-Erdgas reichen aus, um den CO2-Ausstoß gegenüber Benzin um rund 40 Prozent zu senken", so Müller. Derzeit ist an jeder dritten Erdgasstation das regenerative Pendant in unterschiedlicher Beimischung erhältlich, 15 Prozent des vertankten Erdgases ist bereits Bio-Erdgas.

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Sandra Rahmlow
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