11. März 2013, Berlin

BDEW zu 2 Jahre nach Fukushima:

Hildegard Müller: Die Energiewirtschaft steht hinter der Energiewende

Branche weist auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Energiewende hin / Erdgas und Kohle sind für Energieversorgung noch lange Zeit unverzichtbar

"Die Ereignisse von Fukushima vor zwei Jahren sind Mahnung und zugleich Ansporn, den Umbau der Energieversorgung in Deutschland voranzutreiben. Jedoch ist die Energiewende älter als die dramatischen Ereignisse in Fukushima. Schon Ende September 2010 wurde von der Bundesregierung das 'Energiekonzept 2050' beschlossen. Die Energiewirtschaft hat von Anfang an die politischen Ziele der Energiewende trotz aller Schwierigkeiten und Diskussionen unterstützt. Mit der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat sich hierzulande die energiepolitische Debatte schlagartig weiter verändert. Nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen und politischen Parteien haben damals in kürzester Zeit eine Neubewertung der Kernenergie-Risiken vorgenommen, auch der BDEW. Die Herausforderung Energiewende wird jedoch nicht mit dem Abschalten des letzten Kernkraftwerks enden, sondern erst richtig beginnen", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Bereits am 8. April 2011 hatte der BDEW-Vorstand die Ereignisse in Fukushima als Zäsur gewertet. Mit großer Mehrheit wurde für den schnelleren Ausstieg aus der Kernenergienutzung bei Sicherstellung von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit bis 2020, spätestens aber entsprechend den Vorgaben des Ausstiegsbeschlusses von 2002 gestimmt."Der BDEW und die Branche sind daher die treibende Kraft bei den Themen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit. Darüber hinaus wurden schon damals konkrete Forderungen benannt, die bis heute ihre Bedeutung behalten haben. Dazu gehörte unter anderem, dass Erdgas und Kohle in Ergänzung der Erneuerbaren Energien noch für lange Zeit unverzichtbar für die Energieversorgung bleiben werden", betonte Hildegard Müller.

Das Generationenprojekt Energiewende hat in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, dass es auf mehr ankommt als nur die Mengensteigerung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Aufgrund der aktuellen Herausforderungen und Diskussionen zu Themen wie Strompreisbremse, Kostenverteilung, Reform des EEG, Netzausbau oder Wirtschaftlichkeit von konventionellen Kraftwerken müssen wir jedoch gerade jetzt alles Erdenkliche tun, um Verlässlichkeit und Zuversicht wieder zu zentralen Säulen der Energiepolitik zu machen. Die Ziele der Energiewende sind erreichbar. Jedoch gibt es eine zunehmende Fülle von Zielen. Dies muss besser koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Dazu bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung gerade im Bund-Länder-Dialog und eines fairen Interessenausgleichs für alle Beteiligten. Wir brauchen einen unaufgeregten Interventionsmechanismus für die Umsetzung der Energiewende. Ein 'Nationales Forum Energiewende', das der WWF und der BDEW vorgeschlagen haben, böte dafür die geeignete Plattform", erklärte Hildegard Müller.
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