05. April 2013, Berlin

BDEW zum aktuellen Stromverbrauch im Haushalt:

Fernseher, Computer und Co. treiben Stromverbrauch

Kommunikations- und Unterhaltungstechnik machen ein Viertel des Stromverbrauchs aus / BDEW rät zu energieeffizienten Geräten

Geräte der Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik haben einen immer größeren Anteil am Stromverbrauch in privaten Haushalten. Mittlerweile geht ein Viertel des Stromverbrauchs auf das Konto von Fernseher, Computer und Co. Das ermittelten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) gemeinsam mit der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen in einer aktuellen Studie. Während Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik vor 15 Jahren nur 6,7 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt ausmachten, hat sich der Anteil mittlerweile auf 25,5 Prozent verdreifacht.

Gründe dafür sind die gestiegene Gerätezahl im Haushalt sowie die Nutzungsdauer. Dazu kommt laut BDEW noch eine Vielzahl von Geräten, die vor 15 Jahren in Privathaushalten praktisch unbekannt waren. Heutzutage haben vier Fünftel der Haushalte einen PC und häufig ein Zweit- oder Drittgerät. Hinzu kommen die Verbräuche von Drucker, Router, Satelliten-Empfänger, Antennenverstärker, Spielekonsolen sowie diversen Aufnahme- und Abspielgeräten.

"Anders als bei Haushaltsgeräten wird der Stromverbrauch von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik noch immer unterschätzt", betonte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Diese Geräte benötigen nicht nur während der Nutzung, sondern auch im Stand-by-Modus Strom. Die Kosten dafür können sich im ungünstigen Fall auf 150 Euro und mehr pro Jahr im Haushalt addieren. Viele Energieversorgungsunternehmen verleihen daher kostenlos Strommessgeräte, mit denen die Dauerverbraucher aufgespürt werden können und bieten Energieberatungen in ihren Servicezentren an", so Müller.

Seit Anfang 2010 begrenzt eine Verordnung der europäischen Ökodesign-Richtlinie den Standby-Verbrauch neuer Geräte auf zwei Watt, im Januar 2013 wird der zugelassene Standby-Verbrauch auf ein Watt halbiert. Bereits im Handel stehende Geräte dürfen aber weiter verkauft werden. Der BDEW rät daher, gezielt nachzufragen und zu vergleichen.

"Bei dem Kauf von Fernsehern ist es einfacher: Um den Verkauf sparsamer Geräte zu fördern, müssen Fernseher seit Ende 2011 ähnlich wie Waschmaschinen oder Trockner ein Energielabel mit Energieeffizienzklassen tragen. Die Klasse A steht dabei für besonders energieeffizient und G für besonders verschwenderisch. Bei Haushaltsgroßgeräten, die schon länger mit Energielabeln versehen werden müssen, sind die besten Klassen inzwischen mit A++ und A+++ bezeichnet. Zudem kennzeichnet das Umweltsiegel ʻBlauer Engelʼ des Umweltbundesamtes Geräte mit besonders niedrigem Energieverbrauch", so Müller.

Der BDEW setzt sich im Rahmen der Energiewende für mehr Energieeffizienz in allen Bereichen ein. "Energieeffizienz ist ein zentraler Hebel bei der Gestaltung der Energiewende", sagte Hildegard Müller. Nach den Plänen der Bundesregierung soll bis 2020 der Stromverbrauch um 10 Prozent verringert werden.


Studie
"Stromverbrauch nach Anwendungszwecken der privaten Haushalte", HEA, BDEW, EnergieAgentur.NRW 2013

Die Studie wurde von dem Forschungsinstitut EEFA in Münster erarbeitet und wertet erstmalig die rund 450.000 Datensätze des Online-Stromchecks für Haushalte der EnergieAgentur.NRW detailliert aus.

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Sandra Rahmlow
Redaktion Fachpresse / Editor
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