19. Dezember 2013, Berlin

BDEW zum Monitoringbericht Strom und Gas der Bundesnetzagentur:

Bericht belegt dringenden Handlungsbedarf beim Netzausbau

Bericht dokumentiert Erfolg des Marktprämienmodells / Weiterhin erfreuliche Wettbewerbsentwicklung auf dem Gasmarkt

Der Monitoringbericht macht erneut deutlich, wie massiv mittlerweile in die Fahrweise von Kraftwerken und Speichern eingegriffen werden muss, um die Stromnetze vor einer Überlastung zu schützen. "Dies unterstreicht die Dringlichkeit des Netzausbaus insbesondere in Nord-Süd-Richtung. Das Stromnetz in Deutschland steht in einigen Regionen unter erheblichem Stress", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute in Berlin anlässlich der Veröffentlichung des Monitoringberichtes 2013 der Bundesnetzagentur.

Der Bericht veranschauliche darüber hinaus, dass die Netzbetreiber im Zuge der Energiewende große Summen in den Betrieb, den Erhalt und den Ausbau der Netzinfrastruktur investieren. Nachdem in den letzten Jahren Kostensenkungspotenziale ausgeschöpft worden seien, stiegen nun die Netzentgelte durch die hohen Investitionen für die Integration der Erneuerbaren Energien in den Übertragungs- und Verteilnetzen wieder an. Immer deutlicher würden dabei auch die regional sehr unterschiedlichen Belastungen der Netzbetreiber durch die energiepolitischen Herausforderungen. "Der Regulierungsrahmen muss deshalb aus unserer Sicht differenziert weiter entwickelt werden. Auch bei der aktuellen Netzentgeltsystematik im Strombereich sind Anpassungen erforderlich, um Fehlanreize und eine Entsolidarisierung zu vermeiden. Die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD angekündigte Verbesserung der Investitionsbedingungen für Verteilnetzbetreiber dürften nicht auf die lange Bank geschoben werden", so Müller.

Erfreulich sei auch, dass sich der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, für eine verpflichtende Direktvermarktung bei Neuanlagen für Erneuerbare Energien ausspricht. Auch der BDEW setzt sich dafür ein. Laut Monitoringbericht wurden 2012 etwas mehr als 43 Prozent aller erzeugten EEG-Mengen direkt vermarktet. Zurückzuführen sei dies auf das 2012 eingeführte Marktprämienmodell, zu dem der BDEW 2011 einen konkreten Umsetzungsvorschlag erarbeitet und nun Vorschläge zu dessen Weiterentwicklung vorgelegt hat. "Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist richtigerweise die auch vom BDEW geforderte Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren als wichtiges Reform-Ziel benannt. Mit Blick auf die konkrete Umsetzung und den Zeitplan sehen wir jedoch noch erheblichen Verbesserungsbedarf", so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung abschließend.

Der Monitoringbericht dokumentiere zudem erneut, dass der Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt auch im europäischen Vergleich als echte Erfolgsgeschichte bezeichnet werden könne. Insbesondere die Entwicklung des Wettbewerbs auf dem Gasmarkt verläuft laut Bundesnetzagentur weiterhin erfreulich. In der Mehrzahl der Netzgebiete werden demnach die Haushaltskunden von mehr als 50 verschiedenen Gaslieferanten versorgt. "Der deutsche Gasmarkt gehört zu den wettbewerbsintensivsten in Europa", betonte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die im Monitoringbericht ausgewiesenen hohen Erdgasim- und exportmengen spiegelten zudem das Zusammenwachsen des europäischen Gasmarktes wider. Die hierin enthaltenen hohen Transitmengen seien ein Beleg für die Rolle Deutschlands als wichtige Drehscheibe im internationalen Erdgashandel. Gleiches gelte für den europäischen Strommarkt, auf dem Deutschland weiterhin die zentrale Handelsdrehscheibe sei.

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