12. Februar 2014, Berlin

Statement für die Presse:

Hildegard Müller zum Jahreswirtschaftsbericht 2014

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Jahreswirtschaftsberichts 2014 kommentiert Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft und dabei insbesondere die schwierige Marktsituation für viele Betreiber von konventionellen Kraftwerken:

"Während zahlreiche Branchen optimistisch ins neue Jahr gestartet sind, ist die Stimmungslage in der Energiewirtschaft insgesamt schlechter als zum Jahreswechsel 2012/2013. Vor allem schwierige Betriebs- und Investitionsbedingungen im Zuge des Umbaus der Energieversorgung beeinflussen die derzeitige Stimmungslage. Produktion und Umsatz in der Energiewirtschaft werden 2014 voraussichtlich unter den Werten des Vorjahres liegen. Viele Energieversorger werden aufgrund notwendiger Umstrukturierungen sowie wegen der erschwerten wirtschaftlichen Lage weiterhin einen größeren Abbau von Stellen vornehmen.

Der dringend erforderliche Ausbau der Strom- und Gasnetze wird einerseits zwar weiterhin Investitionen auf hohem Niveau erforderlich machen. Die unsicheren ökonomischen Rahmenbedingungen sorgen andererseits jedoch für erhebliche Fragezeichen bei einer Vielzahl von geplanten Kraftwerks-Projekten. Zudem stehen zahlreiche Bestandskraftwerke unter massivem ökonomischen Druck. Für den Kraftwerksbestand sind bei der Bundesnetzagentur bis zum Jahresende 41 Stilllegungsanträge eingegangen. Auch wenn darunter sicher einige Anträge sind, die aufgrund von Stilllegungen alter Anlagen ohnehin gestellt worden wären, hat sich insgesamt die Lage weiter verschärft. Sollten sich die politischen Rahmenbedingungen für konventionelle Kraftwerke nicht bald ändern, dann wird sich ein immer größerer Teil des Kraftwerksparks in Deutschland, den wir für die sichere Energieversorgung auch künftig brauchen, nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.

Es muss aus unserer Sicht deshalb mit Hochdruck an der konkreten Ausgestaltung des avisierten Kapazitätsmarktmechanismus gearbeitet werden. Bereits im Sommer 2014 sollte es hierbei zu einer Einigung kommen und anschließend zeitnah die gesetzgeberischen Grundlagen geschaffen werden. Der BDEW hat hierzu bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Vorschläge vorgelegt, mit denen die für die Versorgungssicherheit notwendigen Kraftwerkskapazitäten nicht mittels Subventionen, sondern durch einen unbürokratisch organisierten und dezentral funktionierenden Marktplatz bereitgestellt werden können.

Die Ziele der Energiewende sind erreichbar, die Umsetzung wird jedoch immer komplexer. Ob Deutschland in Sachen Energiewende zum Vorbild für andere Länder wird, hängt auch davon ab, ob dieses gigantische Infrastrukturprojekt mit Wirtschaftswachstum zu verbinden ist und dabei gleichzeitig die vorbildliche Systemsicherheit aufrechterhalten werden kann. Wenn Deutschland es schafft, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verteidigen und den Wohlstand zu steigern, könnte die Energiewende eines Tages tatsächlich zu einem Exportschlager "Made in Germany" werden."

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Ansprechpartner

Jan Ulland
Pressesprecher / Press Spokesman
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