14. August 2014, Berlin

Statement für die Presse:

Hildegard Müller zu Äußerungen von Industrievertretern zu Kapazitätsmechanismen

Vertreter der Verbände DIHK und BDI haben laut Medienberichten Skepsis gegenüber der Notwendigkeit geäußert, zur Sicherung dringend benötigter Kraftwerkskapazitäten einen Kapazitätsmechanismus einzuführen. Hierzu erklärt Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

"Einige Vertreter der Industrieverbände scheinen die wachsende Dramatik auf dem Kraftwerksmarkt immer noch zu unterschätzen - und das, obwohl ihre Mitgliedsunternehmen auf eine jederzeit sichere Stromversorgung dringend angewiesen sind. Ich habe kein Verständnis dafür, dass trotz der sich abzeichnenden massiven Probleme suggeriert wird, man könne einfach so weitermachen wie bisher. Dies zeugt von einer gefährlichen Leichtfertigkeit im Umgang mit den Energieversorgungsstrukturen und schadet damit dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

Dass die jetzigen Strukturen nicht zukunftsfest sind und verändert werden müssen, bestätigen auch die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Gutachten, die erheblichen Korrekturbedarf am jetzigen Marktdesign feststellen. Die Gutachter kommen zunächst zu dem Schluss, dass es ausreichen könnte, die bestehenden Marktstrukturen durch eine ganze Reihe weitreichender Maßnahmen zu reformieren. Die Realisierungschancen dieser verschiedenen Maßnahmen und die damit erforderliche Regulierungstiefe sind allerdings äußerst komplex. Das damit verbundene Versorgungssicherheitsniveau wäre deutlich geringer als mit der zusätzlichen Absicherung durch einen dezentralen Kapazitätsmechanismus.

Das von der Energiewirtschaft entwickelte Modell des dezentralen Leistungsmarktes schneidet bei den Gutachtern dabei deutlich besser als alle anderen Kapazitäts-Modelle ab. Dabei gehen die Gutachter davon aus, dass das vom BDEW entwickelte Modell kaum höhere Kosten verursachen wird als die von den Gutachtern selbst vorgeschlagenen Maßnahmen. Mit dem BDEW-Modell wird allerdings ein deutlich höheres Versorgungssicherheitsniveau und eine deutlich verbesserte Zukunftsfestigkeit und Planungssicherheit für Investoren erreicht.
Mittlerweile wurden für 49 Kraftwerke Stilllegungsanträge bei der Bundesnetzagentur gestellt. Das zeigt überdeutlich: Wir haben ein massives und zeitkritisches Problem. Der Gesetzgeber muss wie im Koalitionsvertrag angekündigt die Vorbereitungen für Kapazitätsmärkte treffen, damit wir auf mögliche Engpässe in ein paar Jahren vorbereitet sind."

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Ansprechpartner

Jan Ulland
Pressesprecher / Press Spokesman
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