02. Dezember 2014, Berlin

BDEW zum Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität:

Finanzierungsfrage für Ladeinfrastruktur klären

Flächendeckender Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für E-Autos muss gemeinsam umgesetzt werden / 70.000 Ladepunkte bis 2020 geplant

"Es ist für die Energiewirtschaft ein wichtiges Signal, dass die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) die zukünftige Finanzierung der öffentlichen Ladeinfrastruktur in den Blick nimmt und konkrete Maßnahmen auflistet, wie bis 2020 ein bedarfsgerechter Aufbau der Ladesäulen für Elektroautos aussehen kann", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) anlässlich der heutigen Übergabe des neuen Fortschrittsberichts der NPE an die Bundeskanzlerin.

Dabei sei klar, dass der flächendeckende Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos nicht von der Energiebranche alleine geschultert werden kann. "Die Energieversorger sind beim Aufbau der Ladesäulen bereits erheblich in Vorleistung gegangen - und dies, obwohl sich momentan öffentlich zugängliche Ladepunkte sowie eine Schnellladenetz nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Seit Jahren fordert die Energiewirtschaft von der Politik, endlich ein schlüssiges Finanzierungskonzept zu erarbeiten. Dieses liegt aber nach wie vor nicht vor", sagte Müller. Der neue Bericht geht auf Basis einer BDEW-Schätzung davon aus, dass bis 2020 bezogen auf eine Million Elektrofahrzeuge rund 70.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte sowie 7000 Schnellladepunkte notwendig sein werden. Der Investitionsbedarf liegt in den kommenden fünf Jahren bei etwa 110 Millionen Euro jährlich. Zur Jahresmitte 2014 standen insgesamt 4.720 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung – das ist mehr als eine Verdopplung seit der Veröffentlichung des vorherigen NPE-Berichts 2012.

Der BDEW empfiehlt, die in dem neuen Bericht vorgeschlagenen Finanzierungsmodelle rasch zu prüfen: Genannt werden beispielsweise die Finanzierung über ein Investitionsprogramm, über "Business to Business (B2B)"-Partnerschaften zwischen Unternehmen oder über die Integration existierender nationaler und europäischer Förderprogramme. Damit sollen neben Innovationen vor allem Investitionen in Ladepunkte und deren dauerhafter Betrieb belohnt werden. Der BDEW wird die bereits vorhandenen Förderprogramme auf EU-, nationaler und regionaler Ebene analysieren und auf dieser Basis einen eigenen Finanzierungsvorschlag für den flächendeckenden Infrastrukturausbau einbringen.

Daneben setzt sich die Energiewirtschaft weiterhin für eine kundenfreundliche Nutzung der öffentlichen Ladepunkte ein. "Für die Akzeptanz der Autofahrer ist vor allem wichtig, dass sie ohne Probleme an jeder Säule laden können. Dafür sind in erster Linie einheitliche Bezahl- und Zugangssysteme notwendig", sagte Müller. Die Energiewirtschaft hat sich deshalb darauf verständigt, dass sich die Fahrer eines Elektrofahrzeugs ab Mitte 2015 an jeder öffentlichen Ladesäule mit Hilfe eines Mobiltelefons anmelden und laden können. Bereits Anfang des Jahres hatte der BDEW im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Verantwortung übernommen, einheitliche Identifikationsnummern für E-Mobility zu vergeben, um damit das Fahren von Elektroautos noch verbraucherfreundlicher zu machen.

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