25. Juni 2015, Berlin

BDEW-Studie "Wie heizt Deutschland?":

Modernisierung des Wärmemarktes beschleunigen

Großes Potenzial zur CO2-Reduktion im Wärmesektor / Müller: Politik muss endlich Angebote zur Steigerung der Energieeffizienz entwickeln

Rund 20 Millionen Tonnen CO2 könnten durch technisch einfach zu realisierende Heizungsmodernisierung in Deutschland jährlich eingespart werden. Das zeigt eine Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zum Heizungsmarkt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich viele Ölheizungen einfach modernisieren ließen, da sie problemlos in Gebieten liegen, die bereits mit Erdgas oder Fernwärme versorgt werden. Somit könnten 2,5 Millionen Wohngebäude von Öl auf Erdgas und weitere 240.000 Wohngebäude von Öl auf Fernwärme umgestellt werden.

"Unsere Beispiel-Rechnung zeigt, dass ein großes, leicht erschließbares Potenzial zur CO2-Reduktion im Wärmesektor liegt. Eine forcierte politische Förderung des Austausches alter Heizungsanlagen könnte bis zu 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Diese Quantifizierung ist vor allem vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und Anstrengungen zur CO2-Vermeidung wichtig", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Studie zeigt darüber hinaus: Wird bei Heizungsmodernisierungen der Energieträger gewechselt, zeichnet sich aktuell ein Trend weg vom Öl, hin zum Erdgas ab. Bereits heute wird fast jede zweite Wohnung (19,3 Mio) in Deutschland mit Gas geheizt. "Erdgas wird bei den Verbrauchern schon seit langer Zeit positiv wahrgenommen. Die Politik sollte diesen Trend nutzen und verstärken. Der Energieverbrauch in Wohnungen kann etwa mit modernster Erdgas-Brennwert-Technik, oft in Kombination mit Erneuerbaren Energien, effizient gesenkt werden. Auch durch den Einsatz von dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung kann eine Effizienzsteigerung im Heizungsmarkt erzielt werden", so Müller. "Wir brauchen steuerliche Anreize im Wärme- und Gebäudebereich, um diese Möglichkeiten endlich zu nutzen und unsere Klimaschutzziele zu erreichen."

Weitere Ergebnisse der Studie: 32 Prozent der Heizungen in Deutschland sind 20 Jahre oder älter. Ein Großteil der Heizungsanlagen in Deutschland ist somit nicht auf dem Stand der Technik. Sie verursachen mehr Energiekosten und höhere CO2-Emissionen als moderne Geräte. Zudem hat die Studie untersucht, welche Heizungssysteme in den insgesamt 40,4 Millionen Wohnungen Deutschlands genutzt werden.

Die Studie des BDEW "Wie heizt Deutschland?" wurde vom Marktforschungsinstitut GfK, Nürnberg, durchgeführt. Hierzu wurden über 5.000 Haushalte im gesamten Bundesgebiet befragt.

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Sandra Rahmlow
Redaktion Fachpresse / Editor
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