30. Juli 2015

Elektronisches Netznutzungspreisblatt: BDEW übermittelt Vorschlag an die Bundesnetzagentur

Der BDEW hat einen Vorschlag für ein elektronisches Netznutzungspreisblatt erarbeitet und an die Bundesnetzagentur übermittelt. Damit erfüllt der BDEW fristgemäß die Verpflichtung der Netzbetreiber aus der Festlegung zum Netznutzungsvertrag/Lieferantenrahmenvertrag (Strom) zur Vorlage eines entsprechenden Vorschlags und liefert einen gesamtheitlichen, wertschöpfungsübergreifenden Vorschlag.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat in ihrer Festlegung zum Netznutzungsvertrag/ Lieferantenrahmenvertrag (BK6-13-42) die Netzbetreiber verpflichtet, einen Vorschlag für eine massengeschäftstaugliche Ausgestaltung eines elektronischen Netzentgeltpreisblattes bis zum 1. August 2015 vorzulegen. Dieser Vorschlag soll die Grundlage für ein förmliches Festlegungsverfahren und eine marktweite Konsultation bilden. Darüber hinaus hat die BNetzA in ihrer Rückmeldung zur Kooperationsvereinbarung Gas VIII ein elektronisches Preisblatt auch für den Gasbereich gefordert.

Hierzu hat der BDEW für die Sparten Strom und Gas einen Vorschlag erarbeitet, der einerseits eine Prozessbeschreibung für den Austausch des elektronischen Preisblatts und andererseits eine Beschreibung der auszutauschenden Preisblattinhalte enthält. Ziel des Vorschlags ist die Beschreibung eines massengeschäftstauglichen Informationsaustauschs zwischen Netzbetreiber und Lieferant. Darüber hinaus soll der Rechnungsempfänger in die Lage versetzt werden, eine automatisierte netznutzerseitige Überprüfung eingehender Abrechnungen im Massengeschäft sowie zählpunktscharfe Preiskalkulationen durchführen zu können.

Der Vorschlag des BDEW wurde wertschöpfungsübergreifend erarbeitet. Damit geht der Vorschlag über die Forderung der BNetzA zur Vorlage einer Prozessbeschreibung durch die Netzbetreiber hinaus und bildet eine breitabgestimmte Grundlage für das Konsultationsverfahren der BNetzA.

Der BDEW hat seinen Vorschlag der BNetzA fristgemäß übermittelt. Mit der Übermittlung des Vorschlags zum elektronischen Preisblatt fordert der BDEW, dass der Aufwand für das elektronische Preisblatt auch außerhalb der Basisjahre in der Anreizregulierung erfasst und ohne Effizienzabschläge berücksichtigt wird. Darüber hinaus setzt sich der BDEW für angemessene Umsetzungsfristen für die Einführung des elektronischen Preisblatts bzw. einzelner davon betroffener Teilbereiche ein.

Prozesse zum Austausch des elektronischen Preisblatts
Die erarbeitete Prozessbeschreibung zeigt die elektronischen Kommunikationsabläufe zwischen Netzbetreiber und Lieferanten auf und beinhaltet auch eine Strukturbeschreibung des elektronischen Preisblatts. Darüber hinaus wird in der Prozessbeschreibung ein Konzept vorgestellt, wie die Prozesse zum elektronischen Preisblatt, die Stammdatenaustauschprozesse sowie die Rechnungslegungsprozesse in der Endausbaustufe miteinander interagieren sollten.

Inhalte des elektronischen Preisblatts
Außerdem hat der BDEW eine Beschreibung für die im elektronischen Preisblatt auszutauschenden Informationen erarbeitet. Sie sieht vor, dass innerhalb des Preisblattes die für das Massenkundengeschäft notwendigen Preisinformationen wie Standard-Tarifinformationen, Entgelte für Netzreservekapazität und Blindstrom sowie Konzessionsabgaben übermittelt werden. Dagegen sind die individuellen Netzentgelte, Kommunalrabatte und Verzugsentgelte im Preisblatt nicht enthalten. Das Vorhandensein dieser abweichenden individuellen Vereinbarungen, welche nicht das Massenkundengeschäft betreffen, wird jedoch qualitativ in den Stammdaten der Lieferstelle gekennzeichnet. Deutschlandweit einheitliche Preisbestandteile wie Steuern und Umlagen werden zentral veröffentlicht und demnach nicht in das elektronische Preisblatt der Netzbetreiber überführt.

Erfüllung der Verpflichtung aus der BNetzA-Festlegung
Aus der Festlegung der BNetzA zum Netznutzungsvertrag/Lieferantenrahmenvertrag (Strom) geht nicht interpretationsfrei hervor, ob jeder Netzbetreiber verpflichtet ist, einen eigenen Vorschlag an die BNetzA zu übermitteln oder ob ein Vorschlag des BDEW die Verpflichtung rechtlich erfüllt. Der BDEW hat zur Klärung dieser Fragestellung Kontakt mit der BNetzA aufgenommen. Die BNetzA bestätigte schriftlich, dass ein Vorschlag eines energiewirtschaftlichen Verbandes die Forderung der Festlegung erfülle. Einzelne Netzbetreiber müssen somit hierzu nicht separat Kontakt mit der BNetzA aufnehmen.


Weitere Informationen

Micha Elies
Geschäftsbereich Energienetze, Regulierung und Mobilität
Telefon 0 30 / 300 199-1362
E-Mail micha.elies@bdew.de

Marcel Steckel
Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen
Telefon 0 30 / 300 199-1361
E-Mail marcel.steckel@bdew.de

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Anlagen und Materialien

BDEW extra Information Energie 20/2015 (PDF Download Version)