15. Oktober 2015, Berlin

BDEW zur Bekanntgabe der EEG-Umlage 2016:

Moderater Anstieg der EEG-Umlage - steigender Druck auf Netzentgelte

In vielen Regionen höhere Netzentgelte absehbar / Von Vertriebsunternehmen beinflussbarer Strompreisanteil bei nur noch rund 25 Prozent

"Dass die EEG-Umlage 2016 nur geringfügig steigt, ist für die Kunden eine erfreuliche Entwicklung. Aus der künftigen Höhe der EEG-Umlage allein lässt sich jedoch keine generelle Prognose über die kurzfristige Strompreisentwicklung ableiten. Zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen den Endkundenpreis leider auch negativ. In vielen Regionen muss beispielsweise mit weiter steigenden Netzentgelten gerechnet werden", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung heute anlässlich der Bekanntgabe der EEG-Umlage 2015. Die Umlage steigt im kommenden Jahr geringfügig um etwa drei Prozent von derzeit 6,17 Cent pro Kilowattstunde Strom auf 6,354 Cent/kWh. Leider steht auch die künftige Höhe weiterer staatlicher Preisbestandteile wie beispielsweise der Umlage zur Förderung der klimaschonenden Kraft-Wärme-Kopplung aktuell noch nicht fest.

Im Jahr 2016 werden sich die Belastungen für Stromkunden durch die EEG-Umlage auf etwa 22,9 Milliarden Euro summieren. Dies verdeutliche den nach wie vor vorhandenen Reformdruck bei der Erneuerbaren-Förderung, so Müller: "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss mit Blick auf das Ziel der Marktintegration der regenerativen Energien weiterentwickelt werden, um die Kosteneffizienz bei der Förderung weiter zu erhöhen. Die künftige wettbewerbliche Ermittlung der Förderung für regenerative Energieträger über Ausschreibungen ist ein sehr gutes Instrument zur weiteren Marktintegration. Mit Auktionsverfahren lässt sich bei richtiger Ausgestaltung eine hohe Kosteneffizienz der Erneuerbaren-Förderung erreichen. Das allein wird aber noch nicht reichen. Als nächsten Schritt zur Markt- und Systemintegration regen wir die Einführung von Mengenkontingenten für die Förderung an: Statt einer zeitlich befristeten Förderung erhalten Anlagenbetreiber in einem Mengenkontingentmodell die Förderung für eine definierte Strommenge. Dadurch steigt der Anreiz, den Erneuerbaren-Strom möglichst bedarfsgerecht zu erzeugen und eine Einspeisung bei negativen Marktpreisen zu vermeiden", so Müller.

Mit Blick auf die Strompreis-Debatte betonte der BDEW, dass der alleinige Blick auf Beschaffungskosten und EEG-Umlage zu kurz greife: Neben den Kosten für den Stromeinkauf beeinflussen die weiterhin sehr hohen staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen sowie die Netzentgelte die Höhe des Strompreises. Die Netzentgelte, die im Schnitt etwa 23 Prozent des Preises ausmachen, werden von den staatlichen Regulierungsbehörden insbesondere mit Blick auf Kosteneffizienz geprüft und genehmigt. In vielen Regionen dürften die Netzentgelte im kommenden Jahr aufgrund des erforderlichen Aus- und Umbaus von Verteil- und Übertragungsnetzen weiter steigen. In den nächsten zehn Jahren sind wegen des Zubaus von dezentralen Photovoltaik- und Windenergieanlagen Investitionen in Milliardenhöhe allein in die Verteilnetze notwendig. Es müssen bestehende Stromleitungen verstärkt, neue Stromleitungen verlegt sowie Trafostationen und andere technische Einrichtungen installiert werden.

Der deutliche Strompreis-Anstieg der letzten Jahre geht in der Hauptsache auf höhere Steuern, Abgaben und Umlagen zurück, so der BDEW. Seit 1998 ist der Staatsanteil am Endkundenpreis nach BDEW-Angaben drastisch gestiegen und liegt mittlerweile bei 52 Prozent. Der von den Vertriebsunternehmen selbst beeinflussbare Anteil am Haushaltsstrompreis (Strombeschaffung, Vertrieb) ist dagegen auf nur noch rund 25 Prozent gesunken.

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Pressesprecher / Press Spokesman
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