27. Oktober 2015, Essen

BDEW zur gasfachlichen Aussprachetagung 2015 in Essen:

Erdgas im Gebäudebestand und Neubau Nummer eins

1. Halbjahr 2015: Fast die Hälfte aller Bauherren setzt auf Erdgas / CO2-Einsparpotenziale des Wärmemarktes endlich konsequent nutzen

Erdgas bleibt Nummer eins bei den Heizungssystemen in Deutschland. Fast die Hälfte aller Wohnungsneubauten (49,6 Prozent) wurde im ersten Halbjahr 2015 mit einer Erdgasheizung ausgestattet. Auch im Gebäudebestand ist Erdgas weiterhin beliebt: Die überwiegende Mehrheit (49,3 Prozent) der insgesamt 40,8 Millionen Wohnungen wurden in 2014 mit Erdgas beheizt. Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Basis vorläufiger Zahlen heute zum Auftakt der gasfachlichen Aussprachetagung (gat) 2015 in Essen mit. "Damit bestätigen sich erneut Studien-Ergebnisse, wonach Erdgas bei den Kunden sowohl ein gutes Preis- als auch ein gutes Umweltimage hat", sagte Anke Tuschek, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Bei der Energiewende und den CO2-Einsparzielen müssten der Wärmemarkt und die Potenziale des Energieträgers Erdgas, beispielsweise auch im Bereich Mobilität, stärker in den Fokus rücken.

"Im Wärmemarkt sollte eine Orientierung an der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen über die CO2-Vermeidungskosten erfolgen. Erdgassystemlösungen bieten sichere, individuelle und bezahlbare Techniken, die schon heute einen wesentlichen Beitrag zur sozialverträglichen Modernisierung im Heizungsbestand leisten", führte Tuschek weiter aus. Um die CO2-Vermeidungspotenziale im Wärmemarkt möglichst kosteneffizient erreichen zu können, müssten die Rahmenbedingungen technologieoffen und energieträgerneutral gestaltet werden.

Rund 15 Millionen Heizgeräte sind nach BDEW-Angaben bis 2020 modernisierungsbedürftig. Dabei ließe sich ein großer Teil dieser Heizungen mit geringem Aufwand austauschen, da sie in Gebieten liegen, die bereits mit Erdgas oder Fernwärme versorgt werden. Rund 2,5 Millionen Wohngebäude könnten auf diese Weise von Öl auf Erdgas und weitere 240.000 Wohngebäude von Öl auf Fernwärme umgestellt werden. Hinzu kommen die neu errichteten Gebäude: Im Jahr 2014 waren das laut Angaben des Statistischen Bundesamtes über 220.000 Wohnungen.

"Erdgassystemlösungen lassen sich mit Solarthermie oder Bio-Erdgas kombinieren und tragen so zu einer zunehmenden Integration von Erneuerbaren Energien in den Wärmemarkt bei - selbst in eng bebauten städtischen Bereichen", so Tuschek. Auf diese Weise ließen sich durch technisch einfach zu realisierende Maßnahmen der Heizungsmodernisierung in Deutschland jedes Jahr rund 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Würden 10 Millionen veraltete Heizkessel bis 2020 durch moderne Erdgastechnik ersetzt und davon bei zehn Prozent Bio-Erdgas verwendet, könnten sogar Einsparungen von bis zu 45 Millionen Tonnen CO2 erreicht werden. Dies entspräche bereits mehr als der Hälfte des im Leitszenario des Bundesumweltministeriums für den Wärmemarkt vorgesehenen Einsparziels.

"Um diese Potenziale zur CO2-Einsparung nutzen zu können, sind ausreichende Marktanreizprogramme und eine verlässliche Finanzierung der relevanten Förderprogramme, beispielweise KfW-Programme notwendig. Ebenso wichtig ist die zeitliche Kontinuität der Maßnahmen, um für potenzielle Investoren Planungssicherheit zu gewährleisten", so Tuschek abschließend.


Entwicklung der Heizenergien in den Bereichen Neubau und Bestand
Insgesamt wurde von Januar bis Juni 2015 der Bau von 119.311 neu zu errichtenden Wohnungen genehmigt (+ 0,4 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum). Der überwiegende Teil der Bauherren setzt auf Erdgas (49,6 Prozent). Der Anteil von Wärmepumpen liegt bei 20,4 Prozent, gefolgt von Fernwärme mit 20 Prozent. Die verbleibenden Anteile entfielen auf Holz- und Pellet-Heizungen (5,5 Prozent), sowie Stromheizungen (1,9 Prozent). Im Gebäudebestand wird neben der überwiegenden Nutzung von Erdgas (49,3 Prozent) in 13,5 Prozent aller Wohnungen mit Fernwärme geheizt, während Heizöl in 26,8 Prozent aller Wohnungen für Wärme sorgt. Weitere Anteile: Elektro-Wärmepumpen: 1,5 Prozent, Stromheizungen: 2,9 Prozent, Sonstige (darunter Holz/Holzpellets, sonstige Biomasse, Koks/Kohle; sonstige Heizenergien): 6,0 Prozent.

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