28. Dezember 2015, Berlin

Statement für die Presse:

BDEW zu aktueller Studie zur Entwicklung der Gaspreise

"Die in dem Papier unterstellten niedrigen Beschaffungskosten sind in der Realität so nicht erzielbar. Der Autor wählt für seine Berechnungen faktisch die Preise im kurzfristigen Gashandel - dem so genannten Spotmarkt. Auf dem Spotmarkt werden Gasmengen gehandelt, die spätestens am nächsten oder übernächsten Tag geliefert werden müssen. Damit verlangt der Autor von den Gasversorgern, dass sie ihre gesamten Gasmengen erst wenige Tage vor der Lieferung an die Kunden einkaufen - eine Hochrisikostrategie für die Unternehmen und die Verbraucher. Im kurzfristigen Handel wird üblicherweise nur eingekauft, um kurzfristige Schwankungen bei der Nachfrage nach Gas auszugleichen - beispielsweise um mehr Erdgas in einer kurzfristig auftretenden Kälteperiode zu beschaffen.

Maßgeblich für den Gashandel sind auch aus Gründen der Versorgungszuverlässigkeit längerfristig gehandelte Gasmengen - so genannte Terminprodukte. Hier wird Erdgas längere Zeit im Voraus eingekauft. Die Preise auf diesem Markt sind wesentlich weniger stark gesunken als die Spotmarktpreise, die der Studienautor gewählt hat.

Die Beschaffungskosten allein machen zudem nur einen Teil des Erdgaspreises für Haushaltskunden aus: Der Endkundenpreis hängt nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten ab. Neben diesen Einkaufskosten für Erdgas setzt sich der Preis auch aus den Netzentgelten sowie den Steuern und Abgaben auf Erdgas zusammen. Die Netzentgelte entwickeln sich regional oft sehr unterschiedlich. Zum Teil sind steigende Netzentgelte für 2016 zu erwarten, die die Gaslieferanten dann in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssen.

Grundsätzlich gilt: Die Gaspreise bilden sich im Wettbewerb. Auf dem Gasmarkt hat sich ein intensiver Wettbewerb entwickelt: Die Verbraucher haben heute die Wahl zwischen zahlreichen alternativen Erdgas-Tarifen und Anbietern. In über 90 Prozent der Netzgebiete beliefern 31 oder mehr Gaslieferanten Letztverbraucher. Immer mehr Haushaltskunden in Deutschland nutzen die Möglichkeit, ihren Energieversorger zu wechseln. Zudem steht Erdgas im Wärmemarkt auch in einem Preis-Wettbewerb mit anderen Energieträgern wie zum Beispiel dem leichten Heizöl. Auch dies beeinflusst die Preisbildung."

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Ansprechpartner

Manuela Wolter
Pressereferentin / Press Officer
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