27. März 2015

ISH-Messetrends im Heizungsbereich: Hybrid, Smart und Eigenerzeugung

Messestand der Gaswirtschaft, Quelle: BDEW

Die Optimierung vorhandener Technologien, die Vernetzung der Gebäudetechnik, Speicher und Nutzung hybrider Systeme sind die aktuellen Trends im Bereich der Heiztechnologie. Diese und weitere Entwicklungen im Heizungsbereich wurden auf der Messe ISH vom 10. bis 14. März 2015 in Frankfurt am Main vorgestellt. Der BDEW informierte auf dem Gemeinschaftsstand der deutschen Gaswirtschaft über den im Wärmemarkt führenden Energieträger Erdgas mit seinen effizienten Anwendungen und Innovationen.

"Der erste Blick sollte sich immer auf die Heizung richten, da hier die größten Effizienzpotentiale liegen", so Umweltministerin Barbara Hendricks auf dem Eröffnungsrundgang zur Messe ISH - der weltgrößten Leistungsschau für energieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik. Damit trifft die SPD-Politikerin nicht nur das Credo der Heizungsbranche, sondern nimmt auch die Forderung des BDEW nach Hebung des enormen Effizienz- und CO2-Minderungspotentials im Wärmemarkt auf. Über 2.400 Aussteller haben auf der Messe neue und innovative Produkte und Technologien vorgestellt:

Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Neues Design, verbesserte Regelung und deutliche Preissenkung: Brennstoffzellen haben ihren festen Platz im Bereich der innovativen Heiztechnologien gefunden. Einige sind bereits im Markt verfügbar, andere Hersteller haben ihre Markteinführung für das Jahr 2016 angekündigt.

Batteriespeicher werden den Eigenstromversorgungsanteil zukünftig deutlich erhöhen. Der Versorgungsanteil kann nach Angaben der Hersteller bis zu 94 Prozent in Verbindung mit Mikro-KWK-Anlagen erreichen. Einige Hersteller setzen dabei auf bewähre Lithium-Ionen-Technik, andere auf neuere Blei-Kristall-Materialien.

Hybride Systeme
Hybrid-Geräte sind Geräte, welche mehrere Energieträger zur Wärmeversorgung einsetzen. In der Regel ist dies ein Erdgas-Brennwertgerät in Verbindung mit einer elektrisch betriebenen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Nutzer können über Vorgaben in der Regelung automatisch auf den jeweils kostengünstigsten Energieträger für die Wärmeversorgung zurückgreifen. Zusätzlich können zumeist Erneuerbare Energien wie z.B. Solarthermie eingebunden werden. Fast alle großen Hersteller haben diese Geräte im Programm: vom Gerät für das Einfamilienhaus bis zu Geräten mit 311 Kilowatt für größere Gewerbeeinheiten.

Smart, Connect und App
Apps für Smartphones oder Tablets sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie vernetzen zunehmend auch Heizungstechnologien mit der gesamten Gebäudetechnik bis hin zum Smart Home. Dabei wird der Kessel "aus dem Keller" benutzerfreundlich und bunt aufs Tablet geholt. Wahlweise können Nutzer, Wärmelieferant oder Wartungsinstallateur Einstellungen vornehmen und Werte optimieren. Zur Optimierung der Regelung gehört auch in diesem Jahr die automatische Verbrennungsanpassung der Erdgasgeräte auf unterschiedliche Gasbeschaffenheiten.

Der Energieträger Erdgas auf der ISH
Unter dem Motto "Erdgas - Ihr Partner im Wärmemarkt" präsentierte der BDEW auf dem Gemeinschaftsstand der deutschen Gaswirtschaft zusammen mit den Partnern ASUE und Zukunft Erdgas den im Wärmemarkt führenden Energieträger Erdgas mit seinen effizienten Anwendungen und Innovationen. Viele Installateure, Energieberater und Mitarbeiter von Energieunternehmen nutzten die Gelegenheit, sich über Innovationen, Trends und aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich Erdgastechnologien zu informieren. Marktpartner konnten Informationen und Unterstützung für schnell umsetzbare sowie für Nutzer bezahlbare Sanierungslösungen mit Erdgas erhalten.

Mit Hilfe einer neuen - gemeinsam vom BDEW und von Zukunft Erdgas entwickelten - 3D-Animation konnten die Standbesucher effiziente Erdgas-Heiztechnologien erleben und Zusatzinformationen (Augmented Reality, erweiterte Realität) abrufen. BDEW-Mitglieder können diese Animation für Veranstaltungen oder als App für Smartphones und Tablets nutzen.

Bei dem vom BDEW initiierten Innovationsrundgang zu den "Erdgas-Highlights" der Messe erhielten die Teilnehmer innerhalb von zwei Stunden einen guten Gesamtüberblick und detaillierte Fachinformationen direkt von den ausstellenden Herstellern. Die Zukunftsfähigkeit von Erdgas und seinen Anwendungen konnte anschaulich unter Beweis gestellt werden.

Labelling und Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien
Am Vorabend der Messe wurde die neue Plattform "Heizungslabel" vorgestellt. Mit diesem standardisiertem Datenaustauschverfahren, vorerst noch auf Excel-Basis, sind Energieberater, Planer und Installateur in der Lage, schnell und sicher Label für Verbundanlagen (eine Kombination von Anlagenkomponenten verschiedener Hersteller) zu erstellen. Das Label, welches der Installateur dem Kunden bereits mit dem Angebot für die neue Heizung vorlegen muss, wird ab dem 26. September 2015 verpflichtend. Der Installateur ist verpflichtet, ein Label mit Hilfe eines Datenaustauschverfahrens selbst zu erstellen.

Die Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Marktanreizprogramms für Erneuerbare Energien im Wärmemarkt (MAP) hat bereits auf der Messe Impulse gesetzt. Die zum Teil deutlich verbesserten Fördersätze - so z.B. für Solarthermie in Verbindung mit Erdgasbrennwerttechnik oder für erdgasbetriebene Wärmepumpen - wurden an den Geräten plakativ herausgestellt.

In einer ISH-Nachlese-Präsentation werden alle Highlights der Messe aus dem Blickwinkel Erdgas noch einmal übersichtlich zusammengestellt.


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