03. März 2015

BDEW-Umsetzungshilfe Energieeffizienznetzwerke

Unterzeichnung der Vereinbarung im Dezember 2014, Quelle: BMWi/Eriksson

Welche Optionen bietet den Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft die im Dezmber 2014 gegründete "Initiative Energieeffizienz-Netzwerke", die der BDEW gemeinsam mit der Bundesregierung unterstützt? Hierzu hat der BDEW für seine Mitgliedsunternehmen eine Umsetzungshilfe erstellt, die eine qualifizierte Prüfung der eigenen Optionen innerhalb der Initiative ermöglicht. Der BDEW empfiehlt seinen Mitgliedsunternehmen, die Mitwirkung an der Einrichtung und Umsetzung solcher Netzwerke im Kundenkreis zu prüfen und eigene Erfahrung mit diesem Instrument zu sammeln.

Am 3. Dezember 2014 haben der BDEW und weitere 17 Spitzenverbänden der Wirtschaft eine Vereinbarung mit dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesumweltministerium über die Gründung einer "Initiative Energieeffizienz-Netzwerke" unterzeichnet. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 bis zu 500 Energieeffizienz-Netzwerke ins Leben zu rufen (siehe BMWi-BMU-Pressemitteilung).

Die Initiative ist Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und soll über die Summe der erzielten Energieeinsparungen der Netzwerke die Bundesregierung bei der Erreichung der europäischen und nationalen Effizienzziele unterstützen. Über die Einrichtung und Betreuung von Energieeffizienz-Netzwerken leistet auch die Energie- und Wasserwirtschaft einen messbaren Beitrag zur Erreichung dieser Ziele. Der BDEW unterstützt die Initiative, weil sie den Ansatz der Bundesregierung, Energieeffizienz über marktwirtschaftliche Instrumente voranzubringen, weiterentwickelt. Zudem bietet die Bildung von Effizienz-Netzwerken für Energieunternehmen zahlreiche Vorteile, wie etwa die Förderung des Einstiegs in das Geschäftsfeld Effizienz oder zusätzliche Optionen zur Kundenbindung bei Geschäftskunden. Hierzu bietet auch die Umsetzungshilfe weitere Informationen.

Für die Energie- und Wasserwirtschaft bieten die Effizienz-Netzwerke zudem die Option, ihren Beitrag zur Umsetzung der Effizienzziele quantitativ darzustellen, da die Beiträge der einzelnen Netzwerke im Rahmen eines Monitorings erfasst und kommuniziert werden. Je größer dieser Beitrag der Effizienznetzwerke am Ende ist, desto leiser dürften in der Politik die Rufe nach zusätzlichen ordnungsrechtlichen Maßnahmen ausfallen.

Aktuell bietet sich mit der Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes und der damit eingeführten Verpflichtung zur Einführung von Energieaudits (vgl. BDEW direkt 1/2015) ein guter Anlass, mit den eigenen Kunden über die Gründung eines Energieeffizenz-Netzwerks zu sprechen. Die Ergebnisse des Audits können als Initialberatung für die Startphase des Netzwerks genutzt werden. Auch für die unternehmensinterne Umsetzung der Auditpflicht können größere Unternehmensstrukturen mit mehreren Beteiligungen oder Tochterunternehmen, die jeweils für sich zu Energieaudits verpflichtet sind, eigene Netzwerke bilden. So werden intern Synergien genutzt und in der Außendarstellung positive Impulse gesetzt.

Der BDEW empfiehlt seinen Mitgliedsunternehmen, die Mitwirkung an der Einrichtung und Umsetzung solcher Netzwerke in ihrem Kundenkreis zu prüfen und eigene Erfahrung mit diesem Instrument zu sammeln. Das in der Vereinbarung beschriebene Modell liefert zahlreiche Anknüpfungspunkte auch für Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft, sich in unterschiedlicher Intensität für Effizienznetzwerke zu engagieren. Die Anwendungshilfe liefert Grundlagen und Anregungen für diese Überlegungen und beantwortet unter anderem folgende Fragen:

  • Was ist ein Energieeffizienz-Netzwerk?
  • Welche Anforderungen stellt die Netzwerkinitiative an ein Energieeffizienz-Netzwerk?
  • Welche Rollen können Energieunternehmen im Netzwerk übernehmen?
  • Wie hoch ist der Aufwand für ein Energieeffizienz-Netzwerk?


Neben der Anwendungshilfe hat der BDEW bereits eine erste Veranstaltung zum Thema durchgeführt. In dem Workshop wurden Erfahrungen, die einzelne Unternehmen schon in der Vergangenheit mit Effizienz-Netzwerken gesammelt haben, vorgestellt und im Zusammenhang mit der neuen Initiative diskutiert. Einig waren sich im Anschluss die Teilnehmer, dass das Thema für Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft unabhängig von der Unternehmensgröße, aber insbesondere für Unternehmen mit starker regionaler Verankerung sehr interessant ist. Es wurde vereinbart, sich zu dem Thema regelmäßig auszutauschen. Der BDEW wird diese Kommunikation für seine Mitgliedsunternehmen unterstützen und weiterentwickeln.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizeinz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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