03. September 2014

Entwurf einer BMWi-Richtlinie zur Förderung von Projektentwicklern von Einspar-Contracting

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat den 2. Entwurf einer "Richtlinie zur Förderung von Projektentwicklern im Energieeinspar-Contracting" vorgelegt. Die Bundesregierung will mit diesem neuen Förderprogramm das Energie-Einsparcontracting vorantreiben und Kommunen und kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung und Ausschreibung von Contracting-Projekten unterstützen. Aus Sicht des BDEW kann diese Förderung einen Beitrag zur Belebung der Nachfrage nach Contracting leisten. Der BDEW hat hierzu eine Stellungnahme abgegeben.

Das Instrument des Einspar-Contracting kann einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz in allen Sektoren leisten. Viele Energieunternehmen haben, neben dem klassischen Energieliefer-Contracting, auch diese Energiedienstleistung im Angebotsportfolio. Gleichzeitig ist Einspar-Contracting ein anspruchsvolles Produkt, sowohl für den Contractor, der über hohe Kompetenz unter anderem in den Bereichen der Energienutzung und -umwandlung verfügen muss, als auch für potenzielle Contractingnehmer, die zum Teil komplexe Angebote vor einer langfristigen Vertragsbindung prüfen und bewerten müssen. Die Richtlinie will die Entwicklung dieses Instruments durch die Förderung eines Projektentwicklers unterstützen, der potenzielle Kunden dieser Dienstleistungen bei der Vorbereitung einer Ausschreibung für Contracting-Projekte unterstützt.

Eine gezielte Förderung durch einen Zuschuss zu den Kosten für begleitende Projektentwickler richtet in der angesprochenen Zielgruppe Kommunen und kleine und mittlere Unternehmen die Aufmerksamkeit auf das Produkt Einspar-Contracting. Damit soll ein zusätzlicher Impuls zur weiteren Entwicklung dieses Segmentes des Energiedienstleistungsmarktes gesetzt werden. Nicht zuletzt die Erkenntnis, dass im Bereich Contracting weniger ein geringes Angebot als vielmehr eine zögerliche Nachfrage einer rascheren Marktentwicklung entgegensteht, hat zur Entwicklung des Förderprogramms geführt.

Mit dem Förderprogramm sollen Kommunen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützt werden, bestehende Energieeinsparpotentiale zu erschließen und die Energiekosten zu senken. Gleichzeitig soll es zur Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors bei der Steigerung der Energieeffizienz beitragen. Das Förderprogramm adressiert zwei wichtige Barrieren, die der Umsetzung von Energieeinsparprojekten im Wege des Contracting entgegenstehen. Die Förderung der Kosten für eine Beratung setzt für Kommunen und KMU Anreize, um in einem ersten Schritt ihren Liegenschaftsbestand bzw. das Unternehmen auf für Contracting geeignete Effizienzmaßnahmen überprüfen zu lassen. In einem weiteren Schritt soll bei entsprechender Eignung die Umsetzung des Energieeinspar-Contractings durch anteilige Finanzierung eines Experten unterstützt werden. Sofern ein Energieeinspar-Contracting nicht realisierbar scheint, kann auch eine Unterstützung zur Ausschreibung anderer Contracting-Modelle erfolgen.

Das Programm unterscheidet zwischen einer Orientierungsberatung als Erstanalyse zur Aufdeckung von Einspar- bzw. Contractingpotenzialen und einer Umsetzungsberatung zur Vorbereitung der Ausschreibung eines Contractings. Die Orientierungsberatung soll mit 80 Prozent, maximal 2.000 EUR, die Umsetzungsberatung mit 50 Prozent, maximal 6.250 Euro gefördert werden. Die Fördersätze sind noch unverbindlich, die endgültige Förderhöhe steht erst nach Inkrafttreten der Richtlinie fest.

Aus Sicht des BDEW ist dieses Förderprogramm insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen und Kommunen interessant, die bisher noch keine Erfahrungen mit dem Instrument des Contracting haben. Durch die Unterstützung eines Projektentwicklers wird diesen potenziellen Contracting-Kunden die Schwellenangst vor dem komplexen Produkt Contracting genommen. Die Richtlinie dient damit in erster Linie der Nachfragestimmulierung, weniger der direkten Unterstützung von Contractoren. In seiner Stellungnahme hat der BDEW unter anderem darauf hingewiesen, dass die Auswahl des Projektentwicklers nicht durch sachfremde Restriktionen beschränkt werden darf und die Qualifikation und seine Erfahrungen mit Contracting-Projekten im Vordergrund stehen müssen.

Wann und in welcher Form die Richtlinie endgültig in Kraft tritt ist derzeit noch unklar, sie wird aber, anders als ein erster Entwurf im November 2013, in jedem Fall eingeführt, nicht zuletzt, weil sie ein Element der Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie darstellt. Die Bewilligungsbehörde für das Förderprogramm wird das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sein.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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