01. Oktober 2013

IFA 2013: Haushaltsgeräte noch energieeffizienter und komfortabler

IFA 2013: Der Trend zu immer sparsameren Hausgeräten hält an, Quelle: Messe Berlin

"Weiße Ware" war bereits zum sechsten Mal auf der IFA, der Internationalen Funkausstellung in Berlin, vertreten. Unterhaltungselektronik teilt sich seit 2008 die Ausstellungsfläche mit Elektro-Hausgeräten. Alle namhaften Hausgeräte-Hersteller, darunter viele Mitglieder der HEA, der Marktpartnerorganisation des BDEW, präsentierten vom 6. bis 11. September 2013 ihre Neuheiten. Die nächste IFA findet vom 5. bis 10. September 2014 in Berlin statt.

Immer sparsamer und immer komfortabler, so lassen sich ganz knapp die Trends auf der IFA bei den Haushalts-Groß- und -kleingeräten zusammenfassen. Die momentan beste Energieeffizienzklasse A+++ wird von vielen Geräten deutlich unterboten. So zeigten HEA-Mitgliedsunternehmen die ersten Waschmaschinen, die den Grenzwert für die Energieeffizienzklasse A+++ bereits um bis zu 50 Prozent unterbieten. Das verdeutlicht die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer erneuten Reform der Energieverbrauchskennzeichnung. Diesen Prozess hat die Europäische Kommission gerade angestoßen, der BDEW wird sich hier einbringen.

Eine Weltneuheit ist der erste Solartrockner: Dieser ist an die Heizungsanlage des Hauses angeschlossen, die ihrerseits mit der Solarthermieanlage auf dem Dach verbunden ist. Da der Solartrockner die Sonnenenergie direkt nutzt, also ohne Umwandlung in Strom, ist er bis zu 80 Prozent sparsamer als konventionelle elektrisch betriebene Trockner. Neu erhältlich sind zudem Geschirrspüler mit dem Programm "SolarSpar". "SolarSpar" nutzt das von der Sonne erwärmte Wasser und arbeitet ohne zusätzliche Heizung. Gegenüber dem herkömmlichen Energiesparprogramm "Eco" mit Kaltwasseranschluss reduziert "SolarSpar" den Stromverbrauch um 90 Prozent - und benötigt so nur noch 0,05 Kilowattstunden pro Durchlauf. Das geplante Energielabel für Dunstabzugshauben sorgt schon jetzt für Effizienzsprünge: Neue Motoren in Kombination mit LED-Beleuchtung lassen den Energieverbrauch auf weniger als die Hälfte schrumpfen.

Eine Anzeige für den Strom- und Wasserverbrauch bei Waschmaschinen gibt es schon länger, neu ist dagegen eine Energieverbrauchsanzeige für Kochstellen. Damit lässt sich nach dem Kochen feststellen, wie viel Strom tatsächlich zum Einsatz kam.

Weitere Trends: Komfort und Design
Doch "Sparsamkeit" ist nicht alles, auch bei Bedienungsfreundlichkeit, Komfort sowie Design gibt es neue Entwicklungen. Besonders wichtig ist ein geringes Betriebsgeräusch. Hier unterbieten sich die Hersteller bei den Dezibelzahlen sowohl bei Waschmaschinen, Geschirrspülern, Kühl- und Gefriergeräten als auch bei Kleingeräten wie Staubsauger und Kaffeevollautomat. Ein geringes Geräusch ist wichtig bei offenen Küchen, macht aber auch den Betrieb von z.B. Waschmaschine und Geschirrspüler zu Schwachlasttarifzeiten eher akzeptabel. Zwar ist das "Smart Home" meist noch Zukunftsvision, doch moderne Geräte sind durchgängig mit einer Zeitvorwahlfunktion ausgestattet und könnten darüber entsprechende Tarife nutzen.

Grifflose Küchen sind im Trend. Die dazu passenden grifflosen Geschirrspüler oder Einbau-Weinkühlschränke öffnen sich, je nach Hersteller, durch Antippen bzw. zweimaliges Klopfen auf die Front. Eine weitere Weltneuheit ist die Kühllagerung im Vakuum: Lebensmittel sollen dadurch bis zu fünfmal länger frisch bleiben als in einem herkommlichen Kühlfach.

Bedienkonzepte zeigen eine große Vielfalt: Ähnlich wie beim Smartphone wird auch beim Backofen "gewischt", andererseits sind Induktionskochfelder mitterweile mit Knebel-Bedienung statt ausschließlich mit Touch-Bedienung erhältlich.

"Vernetzung" macht auch vor den Kleingeräten nicht halt: Per Bluetooth und App können mittlerweile auch von unterwegs ständig z.B. die Blutdruckwerte auf eine Website eingespeist und so überwacht werden.

Selbstbewusst machten Hersteller z.B. an "Prüfstationen" oder über einen "Walk of Technology" den hohen technischen Entwicklungsstand zur Geräuschvermeidung oder Energieeffizienz für die Besucher erfahrbar. Publikumsrenner waren auch diesmal wieder Kochshows mit Starköchen, Vorführungen und Probierstationen.

Mit einem Ordervolumen von knapp vier Milliarden Euro, betonte die Messe Berlin in ihrem Endbericht, sei die IFA das bedeutendste Ereignis für Industrie und Handel im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts, der wichtigsten Handels-Saison des Jahres. Dies treffe für beide Branchen, Consumer Electronics und Elektrohausgeräte, übereinstimmend zu.

Noch mehr Fachbesucher aus dem Ausland
Auf 145.000 Quadratmeter vermieteter Ausstellungsfläche präsentierten 1.500 Aussteller ihre unzähligen Produkte und Neuheiten. Insgesamt besuchten rund 240.000 Besucher die IFA 2013, darunter mehr als 142.000 Fachbesucher (+1,4 Prozent), davon 46.000 aus dem Ausland (+2,2 Prozent).

Die IFA war auch 2013 mit der Beteiligung von rund 6.000 Journalisten (davon rund 2.360 aus dem Ausland) ein globales Medienereignis: So waren neben vielen deutschen Programmanbietern auch TV-Sendergruppen aus der ganzen Welt vertreten. Die nächste IFA findet vom 5. bis 10. September 2014 in Berlin statt.


Weitere Informationen

Claudia Oberascher
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1372
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