31. Januar 2014

Neue Förderrichtlinie für Klima- und Kälteanlagen in Kraft

Seit 2008 fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Auftrag des Bundesumweltministeriums Effizienzmaßnahmen an Klima- und Kälteanlagen. Die bislang geltende Richtlinie wurde nunmehr grundlegend überarbeitet. Das Förderverfahren wurde ab Januar 2014 stark vereinfacht und der Bereich der förderfähigen Anlagen ausgeweitet.

Nach der neuen Richtlinie wird die Förderfähigkeit einer Anlage zukünftig an der installierten Leistung (kW) und nicht mehr wie bislang anhand des Stromverbrauchs (kWh) festgemacht. Seit Januar 2014 werden

  • Kompressions-Kälteanlagen mit 5 bis 150 kW elektrischer Leistungsaufnahme,
  • Kompressions-Klimaanlagen mit 10 bis 150 kW elektrischer Leistungsaufnahme und
  • Sorptionsanlagen mit 5 bis 500 kW Kälteleistung

gefördert. Voraussetzung für die Förderung von Sorptionskälteanlagen ist, dass die Wärme aus KWK-Anlagen stammt oder Abwärme für den Betrieb genutzt wird.

Anstelle einer umfangreichen Berechnung wird nunmehr die Effizienz der Gesamtanlage an Hand eines "Kälteanlagen-Energieeffizienz-Ausweis" entsprechend der verwendeten Komponenten bestimmt.

Die Förderung der Beratung ist weiterhin eigenständig möglich. Gegenstand sind die Datenerhebung sowie die Konzipierung der geplanten Anlage. Die Bonusförderung für die Nutzung von Abwärme ist weiterhin möglich.

Antragsberechtigt sind gewerbliche Unternehmen jeder Größe. Bei der Förderung handelt es sich um "De-minimis"-Beihilfen. Das empfangende Unternehmen erhält aus Sicht der EU dadurch Zuwendungen, die einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einem Konkurrenzunternehmen darstellen, welches eine solche Zuwendung nicht erhält. Daher sind solche Beihilfen auf 200.000 Euro innerhalb von drei Steuerjahren begrenzt, für Unternehmen spezieller Sektoren weniger. Förderanträge nach der novellierten Richtlinie nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entgegen. Für die Antragstellung steht demnächst ein elektronisches Antragsverfahren zur Verfügung. Bis dahin kann man übergangsweise den neuen Antrag downloaden und per Post einreichen.

Sowohl für die geförderte Beratung (Paragraph 2.1.a der Richtlinie) als auch für die Förderung von Einzelmaßnahmen  (Paragraph 2.1. b-e der Richtlinie) ist ein Sachkundiger hinzuzuziehen. Der Sachkundige muss bei der BAFA dafür registriert sein bzw. seine themenspezifische Qualifikation und Berufserfahrung nachweisen. Die BAFA führt eine öffentliche Liste der bereits registrierten Sachkundigen.

Seit Bestehen der Förderung wurden für mehr als 2.300 Anträge Zuwendungen in Höhe von insgesamt knapp 65 Mio. Euro ausgezahlt.


Weitere Informationen

Boris Safner
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail boris.safner@bdew.de

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