04. Juli 2014

Sommerzeit - Gewitterzeit

Quelle: Dehn und Söhne

Die Tage werden wärmer, die Häufigkeit von Gewittern nimmt zu. Alljährlich entstehen hohe Schäden durch direkten Blitzeinschlag in Gebäude. Aber auch der Blitzeinschlag in der Nähe eines Gebäudes kann zerstörerische Folgen haben. Die hierbei auftretenden hohen elektrischen Spannungen können empfindliche elektronische Geräte zerstören. Ein wirksamer Blitz- und Überspannungsschutz kann Schaden vermeiden.

Jedes Jahr werden mehr als zwei Millionen Blitzeinschläge in Deutschland gezählt. Heiße Sommertage mit sich hoch auftürmenden Wolken gegen Abend begünstigen die Entstehung von Gewitterzellen. Deshalb ist die Sommerzeit die Zeit der größten Gefährdung durch Blitzeinschläge.

Der durch Blitzeinschläge jährlich entstehende Schaden beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro. Eine fachgerecht installierte Blitzschutzanlage - auch als "äußerer Blitzschutz" bezeichnet - bietet wirksamen Schutz vor den zerstörerischen Kräften eines unkontrolliert in ein Gebäude einschlagenden Blitzes.

Der äußere Blitzschutz besteht aus den Komponenten Fangeinrichtung, Ableitung und Erdung. Die Fangeinrichtung wird auf dem Hausdach installiert und bietet dem einschlagenden Blitz eine definierte Einschlagstelle. Über die gleichmäßig an der Außenwand des Hauses verteilten Ableitungen wird der Blitzstrom in die Erdungsanlage geführt, wo er sich großflächig verteilen kann. Als Erdungsanlage kann der ohnehin für jedes Gebäude vorgeschriebene Fundamenterder verwendet werden, wenn er für die Bedingungen des Blitzschutzes ausgelegt ist. Die kontrollierte Aufnahme und Ableitung des Blitzstromes in die Erde vermeidet den Einschlag in die Gebäudekonstruktion und damit die mechanische Zerstörung des Gebäudes durch die beim Blitzeinschlag auftretenden elektrischen und mechanischen Kräfte. Da der Blitzkanal sehr heiß ist, kann beim Blitzeinschlag, beispielsweise in das Dachgebälk, auch ein Brand entstehen. Die äußere Blitzschutzanlage vermeidet auch diesen Schadensfall.

Überspannungen als Folge von Blitzeinschlägen
Doch nicht nur durch die zerstörerische Wirkung bei direktem Einschlag eines Blitzes in ein Gebäude entsteht Schaden. Auch Blitzeinschläge in der Nähe und in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern können sich auf empfindliche elektronische Geräte und Anlagen in Gebäuden derart auswirken, dass diese lautlos zerstört werden.

Ursache hierfür sind hohe elektrische Spannungen – sogenannte Überspannungen -, die sich im Umfeld eines Blitzes aufbauen. Über die ins Gebäude führenden elektrischen Leitungen können Geräte, die an dieselben angeschlossenan sind, hierdurch zerstört werden. Solche Überspannungen verursachen den Totalausfall wichtiger Elemente der elektronischen Bestandteile von Elektrogeräte. Betroffen sind häufig Fernseher, HiFi-Anlagen, Computer, Drucker, Telefone und andere Geräte der Haustechnik, aber auch Waschmaschinen und andere Elektrohaushaltsgeräte. Solche Überspannungsschäden gehören oft überhaupt nicht zum Schutzumfang der Hausratversicherungen, bzw. sie müssen extra versichert werden. Deshalb bleibt der betroffene Nutzer dieser Geräte nicht selten alleine auf den Kosten für die Wiederanschaffung der technischen Geräte sitzen. Aber auch die elektrischen Leitungssysteme in Gebäuden können durch Überspannungen zerstört werden.

Überspannungsschutz
Ein richtig ausgewähltes und vom Fachmann installiertes Überspannungsschutzsystem kann Überspannungsschäden im Gebäude vermeiden helfen. Man spricht auch vom sogenannten "inneren Blitzschutz". Durch entsprechend ausgewählte und aufeinander abgestimmte Überspannungsschutzeinrichtungen, die in der Elektroinstallation sowie in den informations- und kommunikationstechnischen Installationen des Gebäudes an bestimmten Stellen eingebaut werden, reduzieren sich diese Überspannungen auf ein für die Installationen und Geräte verträgliches Maß.

Es besteht vielfach die Meinung, dass eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutzkomponente allein die daran angeschlossenen Geräte schützen kann. Leider ist das ein Trugschluss, denn für einen wirksamen Überspannungsschutz ist ein in Energierichtung vom Eintritt des Leitungssystems im Gebäude an mehrstufiges und abgestimmtes Schutzsystem notwendig. Der Überspannungsschutz in einer Steckdosenleiste alleine ist nicht in der Lage, die gesamte zerstörerische Energie eines Überspannungsereignisses abzubauen.

Notwendigkeit und Kosten
Eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau eines Blitz- und Überspannungsschutzes besteht grundsätzlich nicht. Allerdings ist zu beachten, dass bei Einbau einer äußeren Blitzschutzanlage immer auch ein Überspannungsschutz im Gebäude notwendig ist. Ist ein äußerer Blitzschutz nicht vorhanden, so kann dennoch ein mehrstufiger Überspannungsschutz Schäden an elektrischen und elektronischen Geräten sowie an den zugehörigen Elektroinstallationen vermeiden. Hauseigentümer und Modernisierer sollten bedenken, dass es in der Regel günstiger ist, ein Überspannungsschutzsystem einbauen zu lassen, als nach einem Blitzeinschlag die Kosten für den Schaden tragen zu müssen. In sehr vielen Haushalten befindet sich heute modernste Elektronik im Wert von 10.000 Euro oder mehr; da lohnt es sich schon, diese hochempfindlichen Geräte abzusichern. Die Kosten für einen umfassenden Überspannungsschutz im Gebäude betragen für ein Einfamilienhaus etwa 1.000 Euro, für Wohnungen rund 500 Euro.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich auf der Homepage der Initiative ELEKTRO+ unter www.elektro-plus.com.


Weitere Informationen

Hartmut Zander
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1375
E-Mail hartmut.zander@bdew.de

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