29. Mai 2015

Neue Konditionen im Förderprogramm für Energiemanagementsysteme

Seit dem 1. Mai 2015 gelten geänderte Richtlinien für die Förderung der Einführung von Energiemanagementsystemen in Unternehmen. Mit der Förderung unterstützt die Bundesregierung die Einführung von Energiemanagementsystemen bei allen Unternehmen, die weder über die besondere Ausgleichsregelung nach Paragraph 63 EEG noch über den Spitzenausgleich bei der Strom- bzw. Energiesteuer von der Einführung profitieren. Das aktualisierte Programm kann Energieunternehmen ein willkommener Anlass für den Kontakt zu Geschäftskunden sein.

Energiemanagementsysteme (EnMS) sind insbesondere für größere Unternehmen ein wirksames Instrument zur nachhaltigen und gezielten Steigerung der unternehmensinternen Energieeffizienz. Sie machen die Verbesserung der Energieeffizienz zu einem festen Bestandteil der Unternehmenspolitik, die damit in alle Unternehmensentscheidungen einbezogen wird. Anders als zum Beispiel Energieaudits, die nur eine statische Bestandsaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen, begleiten EnMS auch die Umsetzung und Weiterentwicklung von Verbesserungsmaßnahmen.

Allerdings ist gerade die Neueinführung eines EnMS häufig mit hohem Aufwand verbunden. Dieser Anfangsaufwand gilt als eine Hürde für die weitere Verbreitung von EnMS in der Wirtschaft. Nicht zuletzt deshalb unterstützt die Bundesregierung diese Einführung mit verschiedenen Maßnahmen. Einerseits ist die Gewährung bestimmter finanzieller Vorteile (verminderte EEG-Umlage nach Paragraph 63 EEG, steuerlicher Spitzenausgleich nach dem Energie- und Stromsteuergesetz für das produzierende Gewerbe) an die Einführung eines EnMS geknüpft. Andererseits erhalten Unternehmen, die keine dieser Vergünstigungen nutzen können, eine finanzielle Unterstützung für die Einführung. Hierzu bietet das BAFA bereits seit 2013 ein Förderprogramm "Förderung von Energiemanagementsystemen" an. Dieses Programm wurde aktuell angepasst und in einigen Teilen aufgestockt. Es ist besonders interessant im Zusammenhang mit der aktuell eingeführten Pflicht zur Durchführung von Energieaudits. Denn die Einführung eines EnMS gilt auch als Erfüllung der Auditpflicht.

Förderprogramm
Antragsberechtigt sind alle Unternehmen in Deutschland, soweit sie nicht die besondere Ausgleichsregelung (Paragraphen 63 ff. EEG) oder den steuerlichen Spitzenausgleich (Paragraph 10 StromStG und Paragraph 55 EnergieStG) in Anspruch nehmen können. Zusätzlich gilt die De-minimis-Beihilferegelung, nach der die Summe aller erhaltenen öffentlichen Beihilfen in den letzten drei Jahren 200.000 Euro nicht übersteigen darf.

Gefördert wird

  • die Erstzertifizierung nach DIN EN ISO 50001 (Energiemanagementsysteme);
  • die Erstzertifizierung eines Energiecontrollings Alternativen Systems nach Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV).


Zusätzlich kann bei der Erstzertifizierung gefördert werden

  • die externe Beratung zur Entwicklung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems;
  • die Schulung der Mitarbeiter zum Energiebeauftragten / Managementbeauftragten für ein Energiemanagementsystem;
  • der Erwerb von Mess-, Zähler- und Sensoriktechnologie (Messtechnik) für Energiemanagementsysteme;
  • der Erwerb von Software für Energiemanagementsysteme.


Art und Höhe der Förderung
Es wird ein anteiliger Zuschuss zu den förderfähigen Ausgaben bewilligt. Die Höhe der Zuwendungen beträgt:

  • für die Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 6.000 Euro,
  • für die Erstzertifizierung eines Energiecontrollings maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 1.500 Euro,
  • für den Erwerb von Messtechnik für Energiemanagementsysteme maximal 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 8.000 Euro,
  • für den Erwerb von Software für Energiemanagementsysteme maximal 20 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 4.000 Euro.


Die Gesamtsumme der Zuwendungen ist auf maximal 200.000 Euro pro Unternehmen innerhalb eines Zeitraums von 36 Monaten beschränkt. Die Richtlinie mit den genauen Förderbedingungen sowie die elektronischen Antragsformulare stehen auf der Internetseite des BAFA zur Verfügung.

Da Energieunternehmen in der Regel zum produzierenden Gewerbe zählen und bei Einführung eines EnMS Anspruch auf den steuerlichen Spitzenausgleich haben, sind sie von der Förderung ausgeschlossen. Trotzdem kann das Programm im Kundenkontakt interessant sein, da es zum Beispiel ein Dienstleistungsangebot zur Einführung von EnMS beim Kunden unterstützt. Im einfachsten Fall stellt es über die Information zu dem Programm einen Anlass zum Kundenkontakt dar.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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