21. Dezember 2015

BDEW veröffentlicht Botschaften für die Energiewende im Wärmemarkt

In einer Energie-Info formuliert der BDEW Botschaften für die Energiewende im Wärmemarkt und fordert, CO2-Vermeidungskosten als technologieneutralen Maßstab der Wärmewende zu etablieren. Eine ganzheitliche Betrachtung ist dabei Voraussetzung für eine konsistente integrierte Wärmemarkt-Strategie.

Politik und Öffentlichkeit haben sich bei der Energiewende bisher nahezu ausschließlich mit dem Stromsektor auseinandergesetzt. Dies ist bei Weitem nicht ausreichend, da die Zielsetzungen der Energiewende über den Stromsektor hinaus gehen und auch die Bereiche Wärme und Verkehr adressieren. Dies gilt umso mehr, als der Wärmesektor sowohl auf der Primärenergieseite als auch bei der Endenergie ein deutlich größeres Volumen als der Stromsektor aufweist. Investitionen in den Wärmesektor würden sich unmittelbar in einer Verbesserung der CO2-Bilanz niederschlagen. Im Wärmesektor können erhebliche Potenziale schnell und bezahlbar gehoben werden. Dazu bedarf es der politischen Weichenstellung.

Um die komplexen Zusammenhänge des Wärmemarktes, dessen Chancen und Potenziale sowie die aus Sicht der Energiebranche zielführenden Handlungsoptionen aufzuzeigen, hat der BDEW eine Energie-Info erarbeitet. Diese gliedert sich in zwei Teile:

  • Wärmemarkt I: Botschaften für die Energiewende im Wärmemarkt mit CO2-Vermeidungskosten als Bewertungsmaßstab
  • Wärmemarkt II: Technologiebeschreibungen


CO2-Vermeidungskosten sind ein guter Maßstab zur Bewertung energetischer Sanierungsoptionen, wenn es darum geht, Wirtschaftlichkeit und Aspekte des Klimaschutzes gleichermaßen zu berücksichtigen.

Die enormen CO2-Minderungspotenziale in der zentralen und dezentralen Wärmeerzeugung können mit Modernisierungsmaßnahmen und ggfs. damit gekoppeltem zusätzlichem Einsatz erneuerbarer Energieträger im Wärmemarkt bezahlbar und schnell gehoben werden. Solche  sozialverträglichen Lösungen, die sich durch eine marktwirtschaftliche Gestaltung des Rechts- und Förderungsrahmens erreichen lassen, werden benötigt, um die Akzeptanz für die große gesellschaftliche Herausforderung der Energiewende dauerhaft zu erhalten. Nur dann werden Verbraucher und Wirtschaft langfristig investieren.

Das vorliegende Papier zeigt die große Bedeutung des Wärmemarkts für die Energiewende auf. Und formuliert für politische Entscheider die folgenden Handlungsempfehlungen, mit denen die enormen Potenziale zur Minderung von Treibhausgasemissionen (THG) im Wärmemarkt effizient und kostengünstig gehoben werden können:

  • CO2-Vermeidungskosten als technologieneutralen und wirksamen Maßstab für CO2-Minderung etablieren
  • Modernisierung des Heizungsbestandes stärker anreizen
  • Hemmnisse abbauen, um Rahmenbedingungen für Dienstleistungsmärkte zu verbessern
  • Beratung und Information stärken
  • Förderung verstetigen und Planungssicherheit schaffen


Teil zwei der Energie-Info informiert über die vielfältigen Anwendungstechnologien, deren Einsatzmöglichkeiten sowie deren Marktreife/Marktdurchdringung. Es wird deutlich, dass für jeden individuellen Anwendungsfall auf ein breites Technologie- und Energieträgerportfolio zurückgegriffen werden kann. Basis hierfür sind die bestehende Netz- und Erzeugungsinfrastruktur für Erdgas, Fernwärme und Strom. Sie bildet das breite Fundament für eine wirtschaftlich effektive Erschließung der Energie- und CO2-Vermeidungspotenziale.

Mit klugen Maßnahmen im Wärmesektor kann die Politik volks- und betriebswirtschaftlich kostengünstig bereits kurz- und mittelfristig zusätzliche relevante Beiträge zur CO2-Minderung in Deutschland leisten. Die Unternehmen der Energiewirtschaft stehen mit ihren Anlagen, Angeboten, entsprechenden Marktkenntnissen und ausgeprägter Kundennähe als Partner der Politik zur Umsetzung der energie- und klimaschutzpolitischen Ziele zur Verfügung.


Weitere Informationen

Ingram Täschner
Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen
Telefon 0 30 / 300 199-1261
E-Mail ingram.taeschner@bdew.de

Simon Weber
Geschäftsbereich Erzeugung
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