27. April 2012

BDEW-Diskussionspapier zur Abrenzung von Markt und Regulierung in Smart Grids

Die Bundesnetzagentur hat am 2. Januar 2012 das Eckpunktepapier "Smart Grid und Smart Market" veröffentlicht. Ziel des Papiers ist es, eine Abgrenzung von reguliertem und nicht-reguliertem Bereich vorzunehmen und Empfehlungen zu einem allgemeinen Marktdesign für die künftige Energieversorgung zur Diskussion zu stellen. In seiner Kommentierung hierzu betont der BDEW, dass es vor allem darauf ankommt, einen konsistenten rechtlichen und regulatorischen Rahmen zu erarbeiten, der die Gesamtsicht des Energiesystems wahrt.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat in ihrem Eckpunktepapier mit der Unterscheidung der Begriffe "Smart Grid" und "Smart Market" einen wichtigen Aspekt in der Debatte um die zukünftige Energieversorgung aufgezeigt. Eine differenzierte Betrachtung der Entwicklungsstränge einer intelligenten Energieversorgung kann bei der Entwicklung eines Markt- und Regulierungsdesigns helfen.

Der BDEW betont in seinem Ende März 2012 veröffentlichten Diskussionspapier "Smart Grids: Das Zusammenwirken von Netz und Markt", dass es vor allem darauf ankommt, einen konsistenten rechtlichen und regulatorischen Rahmen zu erarbeiten, der die Gesamtsicht des Energiesystems wahrt. Alle beteiligten Akteure, Sparten und Rollen müssen berücksichtigt werden - so wie dies auch die Smart Grid-Definition der EU-Kommission gewährleistet.

Der BDEW hebt hervor, dass vielfältige Schnittstellen zwischen Netz und Markt existieren, die im künftigen Smart Grid die Grundvoraussetzung für volkswirtschaftlich effiziente Infrastrukturen sind. So kann durch die Ausgestaltung dieser Schnittstellen die Abgrenzung der Verantwortlichkeiten des regulierten und des nicht-regulierten Bereichs gewährleistet werden.

Im Zuge des Diskussionspapiers geht der BDEW auf folgende Aspekte ein:

  • Aus- und Umbaubedarf der Übertragungs- und Verteilnetze
  • zu gewährleistende optimale Netzleistungsfähigkeit und Flexibilität der Netznutzer
  • Verantwortung der Netzbetreiber und nicht-regulierter "Marktrollen" bei Entwicklung sowie Angebot von Produkten zur Unterbrechbarkeit und Steuerung von Einspeisungen/Lasten
  • notwendige Verbesserung der Investitionsbedingungen für Netzbetreiber: Renditen und systemimmanenter Zeitverzug als Kernproblem für Verteilnetze
  • erste Beurteilung der Informations- und Kommunikationstechnologien: Prozess-IKT für originäre Netzfunktionen und IKT für Marktmodelle sind zu unterscheiden und aufeinander abgestimmt zu entwickeln, um Synergien zu heben.
  • hohe Bedeutung der Stromspeicher: Abgrenzung von Letztverbrauchern, notwendige Befreiung von Netzentgelten, mögliche Nutzung von Kurzfristspeichern zur Primärregelung durch Netzbetreiber
  • zellularer Ansatz: verbundene Zellen bilden ein erweitertes Netzsteuersystem im Verbundnetz
  • wichtige Rolle der Vertriebe in einem Smart Grid: Innovative Produkte unterstützen die Aufrechterhaltung der Systemstabilität.
  • Schnittstelle Daten: Erhebung, Übertragung und Auswertung von Messwerten betreffen Netz und Markt.
  • intelligente Messsysteme: hohe Relevanz für den Markt, geringe Bedeutung für Netzbetreiber.

Der BDEW weist in seinem Diskussionspapier ausblickend darauf hin, dass die Energiewirtschaft derzeit eine Analyse zum Potenzial technischer Komponenten im Smart Grid, eine Analyse zur so genannten Kommunikations- und Dienste-Plattform, eine Position zur zukünftigen Netzentgeltsystematik sowie ein Gesamtkonzept für die schrittweise Umsetzung von Smart Grids (Entwicklungsplan) erarbeitet.


Weitere Informationen

Benjamin Scholz
Geschäftsbereich Energienetze und Regulierung
Telefon 0 30 / 300 199-1120
E-Mail benjamin.scholz@bdew.de

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