29. Februar 2016

BDEW-Heizkostenvergleich Neubau 2016

Der aktuelle "BDEW-Heizkostenvergleich Neubau 2016" zeigt, dass die leitungsgebundenen Energieträger auch unter den neuen Anforderungen wirtschaftlich attraktive Lösungen bereitstellen. Bauherren sollten in enger Abstimmung mit ihrem regionalen Energieversorger klären, welches System für ihren individuellen Fall die effizienteste Lösung darstellt. Der Heizkostenvergleich mit vielen übersichtlichen Grafiken kann hier bei der Entscheidungsfindung helfen.

Zum 1. Januar 2016 sind wesentliche Verschärfungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) wirksam geworden, die insbesondere Neubauvorhaben betreffen. Aus diesem Grunde hat der BDEW seinen Heizkostenvergleich Neubau hinsichtlich der neuen Anforderungen aktualisieren lassen. Anhand von Beispielrechnungen bietet der Heizkostenvergleich Bauherren, Planern und Energieberatern einen Kostenüberblick über insgesamt 51 gängige Systeme für die Beheizung, Lüftung und Trinkwassererwärmung neu errichteter Ein- und Mehrfamilienhäuser. Verglichen werden dabei nicht nur die jährlichen Energiekosten, sondern auch die Anschaffungs- und Wartungskosten. Das Gutachten wurde im Auftrag des BDEW vom ITG, Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden Forschung und Anwendung, erarbeitet und durch die BDEW-Projektgruppe Heizkostenvergleich fachlich begleitet.

Neue Anforderungen als Basis des BDEW-Heizkostenvergleichs
Alle untersuchten Anlagenvarianten erfüllen die seit Jahresbeginn verschärften Grenzwerte der EnEV 2016 sowie die Anforderungen an das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). So fordert die EnEV unter anderem, dass der Primärenergiebedarf von Neubauten 25 Prozent unter dem bisherigen Grenzwert liegt.

Fünf Gebäudevarianten im Vergleich
Verglichen wurden Systeme für ein typisches Einfamilienhaus und für ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen. Für das Einfamilienhaus wurden drei unterschiedliche Baustandards betrachtet: EnEV-Mindestwärmeschutz, ein typischer baulicher Wärmeschutz (in Anlehnung an den vormaligen Standard eines KfW-Effizienzhaus 70) und ein Wärmeschutz entsprechend der KfW-Anforderungen an ein Effizienzhaus 55. Für das Mehrfamilienhaus wurden zwei unterschiedliche Baustandards betrachtet: EnEV-Mindestwärmeschutz und ein typischer baulicher Wärmeschutz.

Leitungsgebundene Energieträger wirtschaftlich attraktiv
Insgesamt zeigt der Heizkostenvergleich, dass die leitungsgebundenen Energieträger in allen Wärmedämmvarianten für die betrachteten Gebäude wirtschaftlich attraktive Lösungen bereitstellen. Erdgas-Brennwerttechnik, elektrische Wärmepumpen und Fernwärme erfüllen die neuen Anforderungen des EnEV-Mindeststandards bis zu effizienten KfW-Effizienzhäusern 55 zu wirtschaftlich annähernd vergleichbaren Jahresgesamtkosten.

Erdgastechnologien weiterhin zukunftsfähig
Die Anforderungen der EnEV 2016 können weiterhin mit unterschiedlichen Erdgastechnologien erfüllt werden. Erdgas gehört mit zu den günstigen Systemen. Dabei werden die Unterschiede bei den Jahresgesamtkosten der Heiztechnologien gegenüber dem letzten Heizkostenvergleich geringer. Der BDEW-Heizkostenvergleich bildet auch innovative Erdgaslösungen wie Brennstoffzellen und Gaswärmepumpen in ihrer Kostenstruktur ab. Die Beispielrechnungen bestätigen die Erdgasbrennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie als ein wirtschaftliches Heizungssystem für den Neubau.

Wärmepumpen haben wirtschaftlich aufgeschlossen
Die elektrisch betriebene Wärmepumpe hat zu den anderen Systemen wirtschaftlich aufgeschlossen. Im Vergleich der Jahresgesamtkosten kann sie insbesondere bei zunehmend höheren Wärmedämmstandards profitieren. Einerseits sinken die Investitionskosten für Wärmepumpenlösungen durch sinkende Heizlast und kostengünstigere Split-Geräte. Andererseits kann die elektrische Wärmepumpe die neuen Anforderungen durch den abgesenkten Primärenergiefaktor für den nicht erneuerbaren Anteil des allgemeinen Strommix leichter erfüllen.

Fernwärmelösungen zukunftsfähig aufgestellt
Gängige Fernwärme-Systeme mit einem Primärenergiefaktor von etwa 0,7 sind in der Lage die neuen primärenergetischen Anforderungen zu erfüllen und stellen ebenfalls eine wirtschaftlich konkurrenzfähige Lösung dar. Eine primärenergetisch bessere Fernwärmeerzeugung ist für die Erfüllung der EnEV 2016 nicht zwingend erforderlich, kann jedoch für das Erreichen höherer Ziele (z.B. KfW-Effizienzhaus) vorteilhaft sein.

Komplexität der Systeme nimmt zu
Insgesamt ist festzustellen, dass die neuen regulatorischen Anforderungen (wie z.B. EnEV, EEWärmeG und TrinkwasserVO) zu immer komplexeren Heizungs- und Lüftungssystemen führen. Mit tendenziell sinkenden Energieverbräuchen wächst dabei der Einfluss der Investitionskosten und damit einhergehend der Kapitalkosten auf die Jahresgesamtkosten.

Alle Systeme mit einer mechanischen Wohnungslüftung
Weitgehend luftdichte Neubauten werden künftig fast nur noch mit einer mechanischen Wohnungslüftung zu betreiben sein. Bei allen Vergleichsvarianten ist daher ein Wohnungslüftungssystem berücksichtigt worden.

PV-Anlagen haben auf Jahresgesamtkosten nur geringen Einfluss
Der Heizkostenvergleich zeigt, dass Photovoltaik-Anlagen die verbrauchsgebundenen Kosten reduzieren. Insgesamt haben sie aber wegen der gleichzeitig erforderlichen höheren Investitionen nur geringen Einfluss auf die Jahresgesamtkosten.

Heizkostenvergleich hilfreich für eine gebäudespezifische individuelle Beratung
Welches System im individuellen Fall die effizienteste Lösung darstellt, sollten Bauherren in enger Abstimmung mit ihrem regionalen Energieversorger klären. Der Heizkostenvergleich ist mit seinen übersichtlichen Darstellungen dabei ein wertvolles Instrument für den Energievertrieb.

Bezugsmöglichkeiten
Den BDEW Heizkostenvergleich finden Sie unter Anlagen und Materialien. Das Dokument ist für den doppelseitigen Ausdruck optimiert.

Gedruckte Exemplare können kostenpflichtig mit dem Bestellformular (Anlagen und Materialien) angefordert werden. BDEW-Mitglieder profitieren von ermäßigten Bestellpreisen.


Weitere Informationen

Boris Safner
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 /  300 199-1376
boris.safner@bdew.de

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Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen
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Simon Weber
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