10. Juli 2017

Heizungsoptimierung als Chance: BAFA-Förderung zur Kundenkommunikation nutzen

Foto: Picture-Alliance

Am 1. August 2016 startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Förderprogramm zur Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich. Durch den Austausch von jährlich bis zu 2 Millionen Pumpen und die zusätzliche Optimierung des Betriebs von 200.000 Heizungsanlagen sollen bis 2020 bis zu 1,8 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Durch Kombination mit eigenen Förderangeboten ergeben sich für Energieversorger gute Möglichkeiten zur Kundenansprache.

Der Tausch einer alten Heizungspumpe gegen eine neue hocheffiziente lohnt sich für viele Haushalte bereits nach wenigen Jahren. Auch mit einem hydraulischen Abgleich des Heizsystems lassen sich Energie- und Kosteneinsparungen realisieren. Die BAFA-Förderung zur Heizungsoptimierung bietet seit letztem Jahr einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für Heizungsbesitzer ihr bestehendes System mit geringem Geldeinsatz energieeffizienter werden zu lassen. Energieversorger können hierbei ihren bestehenden und auch potentiellen Kunden als wichtige Partner mit hilfreichen Informationen zur Seite stehen. In Kombination mit eigenen Förderprogrammen lassen sich zudem attraktive Kundenangebote entwickeln.

Online-Förderdatenbank als Planungshilfe
Die Förderlandschaft im Gebäudebereich mit Maßnahmen der Städte, Landkreise, Gemeinden, Energieversorger, Bundesländer und des Bundes kann auf viele Verbraucher schnell unüberschaubar wirken. Förderdatenbanken, wie die der Initiative "Wärme+", können hier Abhilfe schaffen (zur Förderdatenbank). Dort kann gezielt nach Fördermöglichkeiten gesucht werden, die an der jeweiligen Objektadresse verfügbar sind und für die geplante Maßnahme, wie z. B. die Heizungsoptimierung, anwendbar sind. Energieversorger können hier ihre eigenen Förderprogramme eintragen lassen und so einen weiteren Kanal der Kundenansprache nutzen.

Wärme+ ist eine Marktpartnerinitiative von AEG Haustechnik, Clage, DEVI, Dimplex, Stiebel Eltron und Vaillant sowie des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) und der HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V.

Bis zu 30 Prozent Zuschuss für Heizungspumpentausch und hydraulischen Abgleich im Bestand
Die "Richtlinie über die Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich" vom 13. Juli 2016 (zum Text der Richtlinie) sieht eine Förderung von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben vor, die für den Tausch einer veralteten, ineffizienten Heizungspumpe gegen eine neue bzw. für den hydraulischen Abgleich des Heizsystems anfallen. Geht man von Nettokosten in Höhe von etwa 300 bis 500 Euro jeweils für den Pumpentausch und den hydraulischen Abgleich aus, beträgt der Zuschuss je etwa 90 bis 150 Euro. Die Förderung zielt auf die Optimierung bestehender Heizanlagen ab, Maßnahmen in Neubauten werden nicht gefördert. Um die Förderung erhalten zu können, muss der Eigentümer des Heizsystems sich vor Maßnahmenbeginn auf den Seiten des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (zur Programmseite beim BAFA) registrieren. Nach Durchführung der Maßnahme kann dann innerhalb von 6 Monaten der Zuschuss beantragt werden.

Fördervolumen von 346 Millionen Euro 2017 noch nicht ausgeschöpft
Die Bundesregierung hat für das Jahr 2017 zur Förderung der geplanten 2 Millionen Pumpentausche und 200.000 hydraulischen Abgleiche ein Budget von 346 Millionen Euro im Haushaltsplan des Energie- und Klimafonds vorgesehen. Aktuell sind in diesem Jahr jedoch erst 46.173 Registrierungen und 30.638 Anträge beim BAFA eingegangen (Stand 1.6.2017). Selbst wenn alle registrierten Heizungsbesitzer einen Zuschuss in der o.g. Größenordnung bekämen, läge die ausgeschüttete Förderung erst in einer Größenordnung von 1 bis 2 Prozent. Es besteht also noch Potential, Kunden durch gezielte Informationen für das Thema zu sensibilisieren und auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam zu machen.


Weitere Informationen

Christian Freericks
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail christian.freericks@bdew.de

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Anlagen und Materialien

Monatsstatistik Heizungsoptimierung 2017 (PDF)