01. Juni 2012

BDEW-Vorschläge zur Gestaltung des Messwesens

Der BDEW hat im Mai 2012 dem Bundeswirtschaftsministerium Vorschläge für zwei relevante Aspekte des Messwesens vorgelegt. Mit Blick auf die für Sommer 2012 avisierte Novelle der Messzugangsverordnung (MessZV) hat der Verband Eckpunkte für die "Kommunikations- und Dienste-Plattform im Smart Grid" erarbeitet. Darüber hinaus hat der BDEW im Rahmen der Stellungnahme "Smart Meter" grundsätzliche Antworten der Branche auf einen 10-Punkte-Fragenkatalog des BMWi zu Mindestfunktionalitäten, kommunikativer Anbindung sowie sicherheitstechnischen Spezifikationen eines intelligenten Messsystems formuliert. Der BDEW steht zu diesen Punkten weiterhin im engen Austausch mit dem BMWi.

Das BMWi plant für Sommer 2012 eine Novelle der MessZV. Im Rahmen der Novelle soll unter anderem eine Klärung der Frage erfolgen, wer im Zuge der Implementierung intelligenter Messsysteme wann welche Daten zu welchem Zweck erheben, verwenden und verwalten darf. Mit Blick auf die Zuweisung der Aufgaben Gateway-Administration und Gateway-Betrieb an eine bestehende Marktrolle in der Energiewirtschaft hat der BDEW hat nun einen Lösungsvorschlag zur "Kommunikations- und Dienste-Plattform" vorgelegt. Der Lösungsansatz lässt sich in folgenden Eckpunkten zusammenfassen:

  • Die bestehenden Marktprozesse sollen weitestgehend erhalten bleiben.
  • Die Aufgabe der Plausibilisierung abrechnungs- und bilanzierungsrelevanter Daten soll weiterhin bei der Marktrolle Netzbetreiber liegen.
  • Die Marktrolle Messstellenbetreiber soll als Gateway-Betreiber fungieren und für den Einbau und die Wartung intelligenter Messsysteme Verantwortung tragen. Nicht zuletzt mit Blick auf prohibitiv hohe Kosten, die mit dem Wechsel des Messtellenbetreibers in seiner Aufgabe als Gateway-Administrator verbunden wären, wird dafür plädiert, dass die Marktrolle Netzbetreiber als Gateway-Administrator fungieren soll.
  • Marktrollen, die im nicht-regulierten Bereich agieren, sollen Geschäftsmodelle auf der Basis smart-grid-relevanter Daten generieren können. Die dazu notwendigen Daten sollen berechtigte Marktteilnehmer durch den Versand entsprechender Daten ab Smart-Meter-Gateway an ein Energiemanagement-Gateway erhalten.

Parallel zur geplanten Novelle der MessZV erarbeitet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Auftrag des BMWi aktuell sogenannte Technische Regeln, die Anforderungen an die Interoperabilität der Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems definieren (BSI-TR 03109). In Zusammenhang mit diesen Arbeiten hat das BMWi einen 10-Punkte-Fragenkatalog an den BDEW übermittelt, der Mindestfunktionalitäten, die notwendige kommunikative Anbindung sowie sicherheitstechnische Spezifikationen intelligenter Messsysteme thematisiert. Der BDEW hat darauf im Rahmen der Stellungnahme "Smart Meter" zeitnah reagiert und grundsätzliche Antworten der Branche auf diesen Fragenkatalog formuliert sowie Eckpunkte für ein Mindestmaß an Standardisierung bzw. für Basisfunktionen intelligenter Messsysteme skizziert. Die entsprechenden grundsätzlichen Positionen des BDEW wurden Mitte Mai 2012 dem BMWi und dem BSI im Rahmen eines exklusiven Gesprächstermins detailliert erläutert.


Weitere Informationen

Dr. Henning Medert
Geschäftsbereich Energienetze und Regulierung
Telefon 0 30 / 300 199-1655
E-Mail henning.medert@bdew.de

Arne Rajchowski
Geschäftsbereich Recht und Betriebswirtschaft
Telefon 0 30 / 300 199-1526
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