30. März 2012

BMBF-Mittel für wasserwirtschaftliche Projekte zur Energiegewinnung und Verbesserung der Energieeffizienz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 7. März 2012 die Richtlinien für den Förderschwerpunkt Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM) veröffentlicht. Bis zum 15. Juni 2012 können für Vorhaben zur Energieeffizienz und Energiegewinnung in der Wasserver- und Abwasserentsorgung Projektskizzen eingereicht werden. Dies könnte für Unternehmen der Wasserver- und Abwasserentsorgung interessant sein.

In dem Förderschwerpunkt NaWaM bündelt das BMBF seine Aktivitäten im Bereich der Wasserforschung innerhalb des Rahmenprogramms "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" (FONA). Bis zum 15. Juni können für Vorhaben zur Energieeffizienz und -gewinnung in der Wasserver- und Abwasserentsorgung Projektskizzen in deutscher Sprache online eingereicht werden. Nach einer Vorauswahl entscheidet das BMBF in einer zweiten Stufe über die endgültige Mittelvergabe. Gefördert werden je nach Projektträger zwischen 50 und 100 Prozent der Kosten. Relevante Akteure aus der Wirtschaft und von Einrichtungen der Kommunen und Länder (einschließlich Betreibergesellschaften) sind von Anfang an als Verbundpartner in die Vorhaben einzubinden, so das BMBF. Nähere Informationen sind auf der Internetseite des BMBF abrufbar.

Zudem bietet der Bund eine Förderberatung "Forschung und Innovation" an. Sie ist Erstanlaufstelle für alle Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung und informiert potentielle Antragsteller über die Forschungsstruktur des Bundes, die Förderprogramme und deren Ansprechpartner sowie über aktuelle Förderschwerpunkte und -initiativen, inkl. telefonischer Beratung und einem Lotsendienst für Unternehmen.

Gegenstand der Förderung
Gefördert werden ausgewählte Forschungsvorhaben in folgenden Themenbereichen:

1. Energieeffizienz und Energiegewinnung in der Wasserversorgung, hier besteht Forschungsbedarf zu:

  • Erhöhung des Wirkungsgrades und Einführung innovativer, energieeffizienter Technologien und Verfahren im Bereich der gesamten Prozesskette der Wasserversorgung von der Wassergewinnung über die Aufbereitung bis hin zu Transport und Verteilung
  • Verbesserte Steuerungs- und Betriebsführungskonzepte; Optimierung des Energiemanagements von Wasserversorgungsbetrieben zur Steuerung und zur Deckung des Energiebedarfes
  • Identifikation und mögliche Nutzung von Potenzialen zur Energiegewinnung bzw. -rückgewinnung in Wasserversorgungssystemen (z.B. durch Nutzung von hydraulischer Energie - u.a. potenzieller Energie, Abwärmenutzung, Nutzung thermischer Energie aus Roh- und Trinkwasser) einschließlich der Analyse, der Bewertung und des Managements von Risiken (z.B. Temperaturveränderungen, Verunreinigungen)

 

2. Energieeffizienz und Energiegewinnung in der Abwasserentsorgung, mit folgenden Prioritäten:

  • Steigerung der Energieeffizienz durch innovative Verfahren der Abwasserbehandlung, insbesondere durch verbesserte Nutzung vor Ort vorhandener Energiepotenziale, intelligente Verfahren zur Überwachung und Prozesssteuerung usw.
  • Kopplung von Abwasserentsorgung über die Kanalnetze und Abwasserbehandlung mit Verfahren zur Energiegewinnung und -nutzung (z.B. in Form von Wärme, Elektrizität, Wasserstoff, potenzieller Energie) bzw. Bereitstellung von Energieträgern. Dabei werden innovative Lösungen u.a. im Bereich der Verfahrenstechnik gesucht, die auch noch grundlegende Fragen berühren können
  • Entwicklung neuartiger Systemlösungen unter Nutzung der im Abwasser enthaltenen Energie- und ggf. stofflichen Ressourcen, in Verbindung mit einem regionalen Energie- und Stoffstrommanagement, welches weitere Energiequellen einschließen kann.
  • Neue Methoden und Konzepte zur Energiespeicherung mit Hilfe von Abwasserbehandlungsanlagen

 

3. Wissenschaftliches Koordinierungsvorhaben

Die Fördermaßnahme soll durch ein eigenständiges wissenschaftliches Koordinierungsvorhaben begleitet werden, das organisatorische und inhaltliche Aufgaben wahrnimmt. Wesentliches Ziel dabei ist die Synthese und Aufbereitung der Ergebnisse aus den regional orientierten Vorhaben sowie die themenübergreifende Koordination und öffentlichkeitswirksame Darstellung der Fördermaßnahme. Die Durchführung des Koordinierungsvorhabens erfolgt in enger Abstimmung mit dem BMBF und dem Projektträger. Zu den Aufgaben zählen im Einzelnen:

  • Analyse und Synthese der Erkenntnisse aus den verschiedenen Forschungsverbünden und inhaltliche Abstimmungen innerhalb der Fördermaßnahme.
  • Aufbereitung der Projektergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen (Wissenschaft, Öffentlichkeit, Wirtschaft, Politik und andere Entscheidungsträger).
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Arbeitstreffen, Diskussionsforen und Statusseminaren zu projektübergreifenden Fragestellungen.
  • Sicherstellung der Koordinierung mit den regelsetzenden Verbänden der Wasserwirtschaft, um die Verwertung der Ergebnisse der Forschungsvorhaben in den technischen Regelwerken zu ermöglichen.
  • Etablierung eines übergreifenden professionellen Wissensmanagements zur verbesserten Verwertung der in der Fördermaßnahme erzielten Ergebnisse.
  • Erarbeitung und Bereitstellung von Informationsmaterialien zur Fördermaßnahme (Presse- und Werbematerialien, Homepage, etc.).
  • Vernetzung mit entsprechenden nationalen bzw. internationalen Aktivitäten.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz und überwiegender Ergebnisverwertung in Deutschland, staatliche und nichtstaatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kommunen und Länder.


Weitere Informationen

Vera Szymansky
Geschäftsbereich Wasser und Abwasser
Telefon 0 30 / 300 199-1212
E-Mail vera.szymansky@bdew.de

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