01. Juni 2012

BMU-Leitfaden zur Überwachung der Radioaktivität im Trinkwasser fertiggestellt

Leitfaden-AG am 21. Mai 2012 beim BDEW in Berlin, Quelle: BDEW/Schmitz

Der "Leitfaden zur Untersuchung und Bewertung von Radioaktivität im Trinkwasser" wurde Ende Mai 2012 von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundesumweltministeriums (BMU), des Bundesamtes für Strahlenschutz, Vertretern von Ländern, Laboren, Experten aus Wasserversorgungsunternehmen und den Verbänden DVGW und BDEW fertiggestellt. Der Leitfaden hat empfehlenden Charakter und dient der Information und Unterstützung von Versorgern, Behörden und Verbrauchern beim Thema Radioaktivität und Trinkwasser.

Bei der Schlusssitzung am 21. Mai 2012 in der BDEW-Hauptgeschäftsstelle in Berlin dankte Axel Böttger vom Bundesumweltministerium allen Beteiligten für die konstruktive Mitarbeit an dem Leitfaden. Dieser wird in Kürze auf der Internetseite BMU (www.bmu.de) verfügbar sein. Der Leitfaden, so Böttger, sei in seiner Art bisher einmalig in Europa. Er gibt wesentliche Informationen zum Thema Radioaktivität und Trinkwasser auf dem Niveau der kommenden EURATOM-Richtlinie zur Überwachung von Radioaktivität im Trinkwasser. Der Leitfaden bietet Wasserversorgungsunternehmen, Behörden und Verbrauchern grundsätzliche Informationen und Unterstützung beim Thema Radioaktivität und Trinkwasser. Es bestehe, so Böttger, daher Gelegenheit, bereits die Praxistauglichkeit der kommenden EURATOM-Regelungen zu testen. Er bot an, sich daraus ergebende Fragen im Rahmen der kommenden Beratungen der Richtlinie auf nationaler und europäischer Ebene mit einzubeziehen. Weiterhin kündigte er an, für den Leitfaden auf europäischer und internationaler Ebene zu werben. Das Umweltbundesamt hat die Erstellung des Leitfadens begrüßt. Das für Fragen zur Radioaktivität im Trinkwasser federführende BMU wird im nächsten Schritt den Leitfaden offiziell dem Bundesgesundheitsministerium und den für Trinkwasser zuständigen Gesundheitsbehörden der Länder (LAUG) übermitteln.

Der EURATOM-Richtlinienvorschlag zur Überwachung von Radioaktivität im Trinkwasser wird im Rat weiterverhandelt, das BMU ist dort vertreten. Die Beratung im Europäischen Parlament steht für November 2012 an. Im Bundesrat begann die Beratung des EURATOM-Vorschlages ("Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Festlegung von Anforderungen an den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hinsichtlich radioaktiver Stoffe in Wasser für den menschlichen Gebrauch - COM [2012] 147 final; Ratsdok. 8483/12", siehe Bundesrats-Drucksache 194/12) am 25. Mai 2012.

Der BDEW hat zu dem Vorschlag eine zweijährige Umsetzungsfrist gefordert, bisher ist lediglich eine einjährige vorgesehen. Der BMU will die Forderung der Verlängerung der Umsetzungsfrist auch im Rat unterstützen. Der DVGW hat auf bestimmte technische Detailänderungen hingewiesen.

Wie mit dem BMU vereinbart, werden die Verbände BDEW und DVGW nach der offiziellen Freigabe die Endfassung des Leitfadens in einem Rundschreiben an ihre Mitgliedsunternehmen senden und um Rückmeldung bei Bedarf bitten.


Weitere Informationen

Dr. Michaela Schmitz
Geschäftsbereich Wasser und Abwasser
Telefon 0 30 / 300 199-1200
E-Mail michaela.schmitz@bdew.de

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Anlagen und Materialien

Bundesrats-Drucksache 194/12 (PDF)