05. Februar 2013

BNetzA-Festlegung zur Beschaffung von Lastflusszusagen für Gas

Bau der Erdgasfernleitung GAZELLE von Olbernhau nach Waidhaus quer durch Tschechien (Juni 2012), Quelle: Reuters

Mit Festlegung der Bundesnetzagentur (BNetzA) gelten Kosten der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber für die Beschaffung von Lastflusszusagen ab Anfang 2013 als volatile Kostenanteile. Dadurch können jährliche Kostenschwankungen in der Anreizregulierung besser abgebildet werden. Zur Beschaffung von Lastflusszusagen hat die BNetzA neue Vorgaben veröffentlicht. Der BDEW hat das Festlegungsverfahren begleitet und in seinen Stellungnahmen auf offene Fragen und Probleme hingewiesen.

Zur Erhöhung des Angebots frei zuordenbarer Ein- und Ausspeisekapazitäten können
Fernleitungsnetzbetreiber gemäß Gasnetzzugangsverordnung vertragliche Vereinbarungen mit Dritten schließen, die bestimmte Lastflüsse zusichern ("Lastflusszusagen"). Bis Ende 2012 wurden die Kosten für die Beschaffung von Lastflusszusagen (LFZ) entweder in der Kostenbasis der Erlösobergrenze oder über eine Verfahrensregulierung berücksichtigt. Bei Gas-Verteilnetzbetreibern wurden von der BNetzA i.d.R. keine Lastflusszusagen anerkannt.  

Seit Anfang 2013 werden die Kosten der Fernleitungsnetzbetreiber für die Beschaffung von Lastflusszusagen als volatile Kostenanteile gemäß Anreizregulierungsverordnung (Paragraph 11 Absatz 5 ARegV) eingestuft. Hierzu hat die Bundesnetzagentur am 20. Dezember 2012 eine vorläufige Anordnung beschlossen. Der BDEW hat das Festlegungsverfahren unterstützt, da hierdurch die jährlichen Kostenschwankungen besser abgebildet werden können.

Grundlage der Festlegung war das am 11. April 2012 von der BNetzA veröffentlichte Eckpunktepapier. Der BDEW hatte hierzu am 12. Juni 2012 eine erste Stellungnahme abgegeben. Am 10. September 2012 führte die BNetzA einen Workshop zur Thematik und den eingegangenen Stellungnahmen durch. Am 12. November veröffentlichte die BNetzA den Festlegungsentwurf. Der BDEW hat am 11. Dezember 2012 dazu eine zweite Stellungnahme abgegeben. Aufgrund der hohen Bedeutung von Lastflusszusagen für die Schaffung zusätzlicher Transportkapazitäten und damit auch für die Erdgas-Versorgungssicherheit setzt sich der BDEW für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Lastflusszusagen ein. In der Vergangenheit wurden Lastflusszusagen unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht in ausreichendem Umfang angeboten. Durch eine Vereinheitlichung der Produkte sowie der Ausschreibungsmodalitäten können künftige Ausschreibungen und deren Abwicklung vereinfacht sowie die Anzahl potenzieller Anbieter vergrößert werden. Im Zuge des Festlegungsverfahrens konnte erreicht werden, dass die Ausschreibungsvorgaben stärker die Marktgegebenheiten berücksichtigen.

Die Fernleitungsnetzbetreiber werden mit der vorläufigen Anordnung auch verpflichtet, Vorgaben der BNetzA zur Beschaffung von Lastflusszusagen (z.B. zur Ausschreibung) zu berücksichtigen. Neu ist, dass Fernleitungsnetzbetreiber Lastflusszusagen auch mit Anbietern an Ein- und Ausspeisepunkten in nachgelagerten Netzebenen vereinbaren können. Der BDEW hat betont, dass zur Beschaffung und dem Einsatz von Lastflusszusagen in nachgelagerten Netzebenen durch die Fernleitungsnetzbetreiber noch eine Reihe von ungeklärten Fragen bestehen. Die neu geschaffene gesetzliche Regelung zu vertraglichen Abschaltvereinbarungen (Paragraph 14b EnWG) könnte die vorhandenen Potenziale in Verteilnetzen voraussichtlich besser berücksichtigen.

Die BNetzA plant, zur Thematik der Lastflusszusagen in 2013 eine Hauptsache-Entscheidung zu treffen. Hier sollen dann weitere Aspekte (z.B. Entkoppelte Lastflusszusagen, Arbeits- und/oder Leistungspreiskomponente, Beschaffung durch Marktgebietsverantwortliche, Anreizkomponente) geregelt werden.


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Jan Kiskemper
Geschäftsbereich Energienetze und Regulierung
Telefon 0 30 / 300 199-1132
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