31. März 2010

BDEW zum zehnjährigen Bestehen des EEG am 1. April 2010:

Anteil Erneuerbarer hat sich mehr als verdoppelt

Erzeugung stieg in zehn Jahren von 6,6 Prozent auf 16 Prozent /
Erneuerbare Energien müssen nun marktfähig gemacht werden

Berlin, 31. März 2010 - Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) feiert Jubiläum: Es trat vor zehn Jahren am 1. April 2000 in Kraft. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung hat sich von 6,6 Prozent im Jahr 2000 auf 16 Prozent im Jahr 2009 mehr als verdoppelt. Das berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist grundsätzlich ein Erfolg. Mit dem EEG sind aus einer Vision anwendungsfähige Technologien geworden. Zusammen mit moderner konventioneller Erzeugung sind die Erneuerbaren ein starker Wirtschaftsfaktor und Konjunkturmotor für den Standort Deutschland", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW.

Die erneuerbaren Energien stünden nun an einem Wendepunkt, betonte Müller: "In den letzten zehn Jahren ging es darum, erneuerbaren Energien den entscheidenden Entwicklungsschub zu geben. In den nächsten zehn Jahren müssen wir drei Kernaufgaben erledigen." Erstens komme es jetzt darauf an, die Erneuerbaren marktfähig zu machen. "Schritt für Schritt sollten die Erneuerbaren aus dem derzeitigen Subventionsmodell in den Wettbewerbsmarkt integriert werden", so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Denn die Verbraucher in Deutschland hätten seit dem Inkrafttreten des EEG vor zehn Jahren eine Menge Geld gezahlt, um den Erneuerbaren zum Durchbruch zu verhelfen. Allein im Jahr 2009 betrugen die Mehrkosten durch Ökostrom rund 4,9 Milliarden Euro, für 2010 ist mit Mehrkosten von 8,2 Milliarden Euro zu rechnen.

"Zweitens geht es jetzt darum, den dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze voranzutreiben", sagte Müller. Ohne neue Stromautobahnen werde es zum Beispiel nicht möglich sein, den vor allem im Norden produzierten Windstrom in die Verbrauchszentren in West- und Süddeutschland zu transportieren. Auch in den regionalen Verteilungsnetzen, also in Nieder-, Mittel- und Hochspannung, sei an immer mehr Orten ein verstärkter Netzausbau zum Transport von Photovoltaik-, Biomasse- oder Windstrom nötig. Dieser Punkt ist in dem beabsichtigten Energiekonzept der Bundesregierung von zentraler Bedeutung.

"Drittens brauchen wir neue Speicherkapazitäten und neue Speichertechnologien, ohne die es nicht gelingen wird, den wachsenden Anteil der stark witterungsabhängigen Einspeisung von Ökostrom sicher in die Energieversorgung Deutschlands zu integrieren", erläuterte Müller. In diesem Bereich müsse die Forschung intensiviert werden.

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 einen Anteil der Erneuerbaren von mindestens 30 Prozent zu erreichen, sei ambitioniert, aber machbar. "Wir bekennen uns klar zum Klimaschutz. Es muss aber allen klar sein: Allein mit Erneuerbaren werden wir die Versorgung nicht garantieren können. Mittelfristig kann noch nicht auf die konventionellen Energieträger bei der Erzeugung verzichtet werden. Wir können uns deshalb nicht den Luxus leisten, nur die Zukunft einiger weniger Erzeugungsarten zu diskutieren. Die Lösung besteht in einer Kombination aus erneuerbaren Energien und effizienter konventioneller Erzeugung", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.


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Frank Brachvogel
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