10. November 2010

BDEW zum Start der europäischen Marktkopplung:

Energiewirtschaft strebt europäischen Markt an

Erfolgreicher Start des Market Coupling ohne Netzengpässe an den Grenzen

Berlin, 10. November 2010 - "Der erfolgreiche Start der Marktkopplung in West- und Nordeuropa bringt uns einem integrierten europäischen Strommarkt ein großes Stück näher. So weitreichend die jetzt vollzogene Marktkopplung auch ist, werden sich die Energieunternehmen weiter dafür einsetzen, dass dies nicht der letzte Schritt bleibt. Die deutsche Energiewirtschaft strebt einen wirklichen Binnenmarkt für Strom und Gas in Europa an." Das sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

"Der Start des sogenannten Market Coupling war eindrucksvoll: Am ersten Tag gab es über 24 Stunden zwischen Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Deutschland / Österreich keine Netzengpässe. Das ist eine gute Nachricht für den europäischen Binnenmarkt und für den Wettbewerb. Dennoch muss der grenzüberschreitende Ausbau der Netze weiterhin mit Priorität angegangen werden, um auch zu kritischen Zeitpunkten, wie zum Beispiel bei hohem Windaufkommen und niedrigem Verbrauch am Wochenende Strom effizient nutzen zu können", unterstrich Müller.

Beim Market Coupling handelt sich um eine Kopplung der Großhandelsmärkte Zentral-Westeuropas unter der Beteiligung von Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Deutschland / Österreich. Diese Marktkopplung bezieht darüber hinaus die Stromspotmärkte Nordeuropas ein. Hier werden über Deutschland / Österreich die Länder Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland in den Wettbewerb integriert. "Ein Market-Coupling dieses Umfangs und dieser Komplexität stellt eine bislang weltweit einmalige Pionierleistung dar. Es bestehen außerdem Vorüberlegungen zu einer geographischen Ausweitung dieser Marktkopplung und einer weiteren Verfeinerung", erklärte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Kopplung der "Day-Ahead-Märkte" (Market-Coupling) stellt nach allgemeiner Auffassung die effektivste Art dar, wie knappe Kuppelkapazitäten effizient genutzt werden können. Market-Coupling führt zu steigendem Handel zwischen Marktgebieten, höheren gehandelten Mengen an den einzelnen Börsenplätzen (höhere Liquidität), maximaler Preiskonvergenz bei gegebener Kapazität zwischen den einzelnen Börsenplätzen und damit zu einer Unterstützung der Entwicklung eines integrierten liquiden Commodity-Marktes unter effizienter Nutzung grenzüberschreitender Kapazitäten.

Die sehr komplexen organisatorisch-infrastrukturellen Voraussetzungen wurden von den Übertragungsnetzbetreibern und Börsen geschaffen. Der BDEW hat diese Entwicklung über die so genannte "Market Parties Platform" (MPP) gefördert. In der Plattform haben die Energieverbände von Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Deutschland ihre Kräfte gebündelt, um das Zusammenwachsen der Märkte zu fördern. Dieser Prozess startete mit einem offiziellen "Memorandum of Understanding" im Sommer 2007. Regierungen, Regulatoren und Marktparteien haben den Vorgang Schritt für Schritt unterstützt.


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Frank Brachvogel
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