22. März 2011

"Branchenbild der Wasserwirtschaft 2011": Leistungsfähigkeit weiter verbessert

Das neue "Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2011", das zum dritten Mal nach 2005 und 2008 erstellte Gesamtbild der Leistungen und Standards der deutschen Wasserwirtschaft, wurde am 21. März 2011 - und damit am Vorabend des Weltwassertages - an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Hans-Joachim Otto übergeben. Der FDP-Politiker lobte die Leistungen und die Transparenz der Branche. Der neue Bericht veranschaulicht die Leistungen der Branche in den Bereichen Sicherheit, Qualität, Nachhaltigkeit, Effizienz und Kundenservice/-zufriedenheit. Eine Übersicht über Benchmarkingprojekte und Praxisbeispiele erzielter Verbesserungen runden das Bild ab.

v.l.n.r.: Ralf Rauch, Hauptgeschäftsführer Thüringer Fernwasserversorgung, Vorstandsmitglied der ATT; Otto Schaaf, Vorstand Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Präsident der DWA; Gunda Röstel, Kaufm. Geschäftsführerin Stadtentwässerung Dresden, Mitglied des Erweiterten Fachvorstandes, BDEW; Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Otto im Bundeswirtschaftsministerium; Dr. Bernhard Hörsgen, Vorstandsmitglied Gelsenwasser AG, Präsident des DVGW; Dr. Michael Beckereit, Geschäftsführer Hamburg Wasser, Vizepräsident des VKU; Hans-Adolf Boie, Verbandsvorsteher, Präsident des DBVW // Foto: BDEW © Frank Ossenbrink

v.l.n.r.: Ralf Rauch, Hauptgeschäftsführer Thüringer Fernwasserversorgung, Vorstandsmitglied der ATT; Otto Schaaf, Vorstand Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Präsident der DWA; Gunda Röstel, Kaufm. Geschäftsführerin Stadtentwässerung Dresden, Mitglied des Erweiterten Fachvorstandes, BDEW; Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Otto im Bundeswirtschaftsministerium; Dr. Bernhard Hörsgen, Vorstandsmitglied Gelsenwasser AG, Präsident des DVGW; Dr. Michael Beckereit, Geschäftsführer Hamburg Wasser, Vizepräsident des VKU; Hans-Adolf Boie, Verbandsvorsteher, Präsident des DBVW // Foto: BDEW © Frank Ossenbrink

 

Das "Branchenbild" wird herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V. (ATT), dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), dem Deutschen Bund verbandlicher Wasserwirtschaft e.V. (DBVW), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - Technisch-wissenschaftlicher Verein (DVGW), der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) und dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Kernbestandteile des Branchenbildes sind:

  • Darstellung der Rahmenbedingungen und der aktuellen Herausforderungen (z.B. Demografie und Klimawandel),
  • statistische Daten und Kennzahlen zur Leistungsfähigkeit der Branche (Qualität, Kundenzufriedenheit, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit),
  • Ergebnisse von und Erfahrungen mit freiwilligen Benchmarkingprojekten in der Wasserver- und Abwasserentsorgung (Praxisbeispiele und Projektübersicht).


"Mit dem europaweit einmaligen 'Branchenbild' werden die Leistungen der deutschen Wasserwirtschaft in ihrer gesamten Vielfalt dargestellt und für uns alle transparent gemacht", erklärte Staatssekretär Otto bei der Entgegennahme der Publikation im Berliner Bundeswirtschaftsministerium. "Beeindruckend ist, wie deutlich gemacht wird, wie zuverlässig die Wasserwirtschaft über Jahre hinweg Trinkwasser in hoher Qualität liefert und flächendeckend die Abwasserentsorgung nach höchsten europäischen Standards garantiert", so der Staatsekretär.

Mit dem neuen Branchenbild zeichnet die Wasserwirtschaft im BDEW zusammen mit den weiteren Herausgebern erneut ein umfassendes Gesamtbild der deutschen Wasserwirtschaft und greift aktuelle Fragestellungen auf.

Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind dabei Kernaufgaben der Daseinsvorsorge und damit dem Nachhaltigkeitsprinzip verpflichtet.

Mit Sorge beobachtet die Wasserwirtschaft im BDEW derzeit einen Trend, dass wichtige Grundsätze wasserwirtschaftlichen Handelns zunehmend in den Hintergrund gestellt und Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung vor allem unter rein wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Insbesondere die gegenwärtige kartellrechtliche Bewertung der Trinkwasserversorgung lässt wichtige Kernprinzipien des vorsorgenden Handelns wie den Umwelt- und Gesundheitsschutz weitgehend außer Acht.

Die deutsche Wasserwirtschaft bekennt sich ausdrücklich zu einem ganzheitlichen Ansatz: Die Ziele Kundenzufriedenheit, langfristige Ver- und Entsorgungssicherheit, Qualität (hohe Trinkwasserqualität und Abwasserbeseitigungsstandards), Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen gleichrangig nebeneinander. Der bestehende gesetzliche Rahmen und die technische Selbstverwaltung sind dabei bewährte Grundpfeiler.

Die Bürgerinnen und Bürger profitieren seit Jahrzehnten von einem hohen Leistungsstandard und einer hervorragenden Qualität - und das zu Preisen und Gebühren, die bei normierter Leistung im europäischen Vergleich sehr niedrig liegen. Obwohl die Anforderungen an die Wasserwirtschaft durch Klimawandel, demografische Entwicklung und die Belastungen der Gewässer durch Stoffeinträge stetig zunehmen, liegt der Anstieg der Wasserentgelte und Abwassergebühren in Deutschland seit vielen Jahren überwiegend unter der Inflationsrate. Die privaten Haushalte, aber auch Handel und Gewerbe werden so bei ihren Betriebs- und Nebenkosten entlastet.

Dies ist einer kontinuierlichen Effizienzsteigerung der Branche zu verdanken. Benchmarking ("Lernen von den Besten") trägt seit vielen Jahren dazu bei, die Leistungen auf hohem Niveau zu halten. Die Wasserwirtschaft entwickelt das erfolgreiche Instrument des Benchmarking kontinuierlich weiter.

Der BDEW begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung die Initiativen der Branche anerkennt und im Dezember 2010 der Forderung der Monopolkommission nach einer Regulierung der Wasserwirtschaft eine klare Absage erteilt hat.

In Verbindung mit den
Ausgaben 2005 und 2008 belegt das Branchenbild 2011, dass die von Politik und Wasserwirtschaft verfolgte Modernisierungsstrategie auch unter schwieriger werdenden Randbedingungen wirkt und die deutsche Wasserwirtschaft sich den künftigen Anforderungen aktiv stellt.

Kurz- sowie Langfassung stehen unter "Anlagen und Materialien" als Pdf-Versionen zum Herunterladen zur Verfügung. Gedruckte Exemplare können BDEW-Mitglieder mit dem ebenfalls beiliegenden Bestellschein zum Sonderpreis bei wvgw erwerben. In Kürze werden auch die Grafiken des Branchenbildes abrufbar sein.

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