06. August 2008

BDEW-Stadtwerkestudie: Energieversorger spüren Folgen des Wettbewerbs

In den letzten Monaten haben sich die Energiemärkte spürbar belebt. Für drei Viertel der Stadtwerke und regionalen Energieversorger ist der Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt daher ein wichtiges Thema, mit dem sie sich in den nächsten zwei bis drei Jahren auseinandersetzen müssen. Die Stadtwerke wollen vor allem zunehmend Kooperationen eingehen. Sie reagieren damit auf die negativen Auswirkungen des Wettbewerbs, u.a. wegen sinkender Gewinne und steigender Marktkonzentration. Dies zeigen die Ergebnisse der Expertenbefragung bei Vorständen und Geschäftsführern von 102 Stadtwerken und regionalen EVU.

Im Frühjahr 2008 haben der BDEW und die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Ernst & Young AG zum sechsten Mal ihre jährliche Expertenbefragung bei Stadtwerken und regionalen Energieversorgungsunternehmen durchgeführt. Insgesamt wurden 102 Geschäftsführer und Vorstände in Deutschland mittels telefonischer Interviews zu aktuellen Themen der Branche befragt. Befragungsschwerpunkte waren in diesem Jahr Kooperationen, Regulierung sowie der Wettbewerb auf den Energiemärkten.

Bei Strom wird der Wettbewerb von den befragten Unternehmen als sehr intensiv eingeschätzt. Hemmnisse werden allerdings bei der Stromerzeugung gesehen: Hier gebe es insgesamt zu wenige Anbieter. Der Wettbewerb im Gasmarkt wird zur Zeit noch schwächer als bei Strom gesehen. Insgesamt rechnen die befragten Entscheider in beiden Segmenten mit stark steigenden Wechselquoten. Als Folge könnte eine Konzentrations- und Konsolidierungswelle stattfinden. Die wichtigsten Strategieoptionen für ein Bestehen im künftigen Wettbewerb sind für die Unternehmen Kooperationen und die Spezialisierung als regionale Infrastrukturdienstleister.

Die Erwartungen der Stadtwerke und Regionalversorger an die Entwicklung ihrer geschäftlichen Lage haben sich im Vergleich zum Vorjahr merklich verbessert. Das Stimmungstief des Jahres 2007 scheint damit überwunden, zumal die negativen Erwartungen für 2007 in der Realität nicht eintrafen: Die geschäftliche Entwicklung verlief deutlich besser als angenommen. Die damaligen negativen Erwartungen waren geprägt von den Auswirkungen der Regulierung und Anreizregulierung. Ausschlaggebend für die Einschätzung des Jahres 2008 sind nun die zunehmende Konkurrenz und der steigende Wettbewerbsdruck.

Die vollständige Studie kann zum Preis von 120,- EUR über die Ernst & Young AG bezogen werden – online hier oder per Mail an britta.kempken@de.ey.com.



Weitere Informationen

Dipl.-Volkswirt Michael Nickel
Geschäftsbereich Marktdaten
Telefon +49 30 300199-1600
E-Mail michael.nickel@bdew.de

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