28. Oktober 2011

Branchenstudie zeigt Aufwärtstrend bei Wärmepumpen

Eine neue Branchenstudie zu Wärmepumpen zeigt für zwei Szenarien die Entwicklung des Wärmepumpenmarktes. In Abhängigkeit von künftigen politischen Rahmenbedingungen ergeben sich Steigerungen der Verkaufszahlen bis zum Sechsfachen der Stückzahlen des Jahres 2010.

Ende September 2011 hat der Bundesverband Wärmepumpe (BWP)  eine neue Branchenstudie vorgestellt. Darin wird die Marktentwicklung von Wärmepumpen anhand zweier Szenarien abgeschätzt: Bei optimalen politischen Rahmenbedingungen steigt der Wärmepumpen-Absatz, der 2010 bei 50.000 Stück lag, bis 2030 laut Experten-Prognose auf über 300.000 Stück pro Jahr (Bild 1). Damit würden 2030 rund 3,5 installierte Wärmepumpen (Bild 2) jährlich 74,0 Terawattstunden (TWh) Heizarbeit für die umweltfreundliche Wärmeversorgung verrichten. Ohne Verbesserung der Randbedingungen stiege der Absatz bis 2030 lediglich auf 115.000 verkaufte Wärmepumpen pro Jahr, was für 2030 nur rund 2 Millionen installierte Wärmepumpen zur Folge hätte. Die jährliche Heizarbeit stiege dann nur auf 45,6 TWh.  Insgesamt steigt die installierte elektrische Leistung der Wärmepumpen je nach Szenario auf 24,7 beziehungsweise sogar 40 Gigawatt (GW).

Durch die Einbindung von erneuerbarer Energie aus Erde, Wasser oder Luft reduzieren Wärmepumpen den Treibhausgas-Ausstoß. So vermeidet jede Wärmepumpe im Durchschnitt knapp 2 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Im Zeitraum von 2010 bis 2030 summiert sich die Treibhausgas-Reduktion der installierten Wärmepumpen laut Szenario 1 auf 46,5 Millionen Tonnen, nach Szenario 2 sparen sie sogar 62,9 Millionen Tonnen des Treibhausgases ein. Laut der Studie sparen die im Jahr 2020 installierten Wärmepumpen im Vergleich zu fossilen Heizsystemen je nach Szenario bereits 15,0 bis 19,2 TWh Primärenergie jährlich - das entspricht pro Wärmepumpe einer Primärenergieeinsparung von durchschnittlich rund 13.500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Hierbei ist rechnerisch berücksichtigt, dass sich durch den steigenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung der Primärenergiefaktor für den nichterneuerbaren Anteil verringert. Je nach Szenario würde damit der Energiewert von 1,7 bis 2,1 Milliarden Tonnen Heizöl eingespart werden.

Da die beiden Szenarien der Branchenstudie auf unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen beruhen, hat laut der vorliegenden Studie die Politik der nächsten Jahre einen wesentlichen Einfluss darauf, ob die Wärmepumpe ihr Potenzial für Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz optimal ausreizen kann. Elementar für die weitere Marktdurchdringung der Wärmepumpe sind die Energiepreise im Wärmemarkt. Derzeit ist Wärmepumpenstrom hoch mit Steuern und Abgaben belastet. Die vollständige Studie kann auf der heruntergeladen werden.


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Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
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Anlagen und Materialien

Bild 1: Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen in Deutschland (ab 2011 Prognose in zwei Szenarien)

Bild 2: Feldbestand Heizungswärmepumpen in Deutschland unter Berücksichtigung des Austauschs (ab 2011 Prognose in zwei Szenarien)