Donnerstag, 1. Juli 2010

09:00 - 09:05

Begrüßung

Jens Riewa, ARD, Hamburg
09:05 - 10:30

Die Strategie entscheidet - Der Mittelstand zwischen Rekommunalisierung und Wettbewerb

Der zunehmende Wettbewerb auf den Energiemärkten und die regulatorischen Rahmenbedingungen stellen den Mittelstand seit Jahren vor große Herausforderungen. Es müssen neue Investitions- und Finanzierungsstrategien für den Ausbau der Netzinfrastruktur und die Erschließung investitionsintensiver Eigenerzeugungkapazitäten entwickelt werden, die nicht selten in Stadtwerkekooperationen münden. Mit dem Auslaufen der Konzessionsverträge verstärkt sich der Wettbewerb um die Netze. Neben den traditionellen Marktteilnehmern interessieren sich auch zunehmend die Kommunen für das lukrative Geschäft des Netzbetriebes und erwägen die Gründung von eigenen Stadtwerken und den Erwerb von Konzessionsverträgen. Auch die klimapolitisch motivierten Effizienzvorgaben erfordern ein Umdenken vom traditionellen Energieversorger zum Energiedienstleister. Die politischen Rahmenbedingungen verändern kontinuierlich die Parameter des gesetzten Zieldreiecks und eröffnen den Stadtwerken neue Geschäftsfelder, können aber auch zu empfindlichen Absatzverlusten im Energiebereich führen. Die Podiumsdiskussion skizziert das Spannungsverhältnis zwischen Rekommunalisierung und der Weiterentwicklung des Wettbewerbs im Energiemarkt. Dabei diskutieren führende Vertreter aus Politik und Energiewirtschaft über die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen und die sich daraus ergebenden Handlungsstrategien für die Stadtwerke.


Impulsvortrag I: "Wie viel Staat darf sein? - Stadtwerke zwischen Ordnungspolitik und Wettbewerb"
Prof. Dr. Michael Eilfort, Mitglied des Vorstandes, Stiftung Marktwirtschaft, Berlin

Impulsvortrag II: "Wettbewerb braucht viele Wettbewerber – Flexibilität und Kooperation als Erfolgsfaktor für regionale und kommunale Versorgungsunternehmen"
Herbert Dombrowsky, Vorsitzender des Vorstandes, N-ERGIE Aktiengesellschaft , Nürnberg

Podiumsdiskussion

Sven Becker, Geschäftsführer, Trianel GmbH, Aachen
Herbert Dombrowsky, Vorsitzender des Vorstandes, N-Ergie Aktiengesellschaft, Nürnberg
Prof. Dr. Michael Eilfort, Mitglied des Vorstandes, Stiftung Marktwirtschaft, Berlin
Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister, Landeshauptstadt Wiesbaden, Wiesbaden
Dr. Gerhard Weissmüller, Technischer Vorstand, Technische Werke Ludwigshafen AG, Ludwigshafen
Matthias Wolfskeil, Vorsitzender der Geschäftsführung, Stadtwerke Flensburg GmbH, Flensburg

Moderation:
Ulrich Meyer, TV-Moderator, (Sat 1/"akte"), Berlin
10:30 - 11:00

Kaffeepause in der Ausstellung

11:00 - 12:30
Forum 1

Die Energiewirtschaft - Motor der regenerativen Energieerzeugung

Nach aktuellen Schätzungen für das Jahr 2009 liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch in Deutschland bei 16%, das entspricht 93 Mrd. kWh. Bis zum Jahr 2050 sollen 50% des gesamten Stromverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Erreichung dieses ambitionierten Zieles ist nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich. Die umfangreichen Bemühungen der deutschen Energiewirtschaft, dezentrale und regenerative Versorgungssysteme auszubauen und in die Netzinfrastruktur zu integrieren, werden häufig mit Misstrauen seitens der Bevölkerung und der Politik begleitet. Doch tragen die Mitgliedsunternehmen des BDEW bereits heute fast zwei Drittel der Wertschöpfungskette der Erneuerbaren. Das Fachforum analysiert vertieft die tatsächlichen Potenziale der Erneuerbaren Energien sowie aktuelle Projekte und Initiativen der Energiewirtschaft. Hochrangige Vertreter aus Politik, Umweltverbänden und der Energiewirtschaft diskutieren über die technische und finanzielle Umsetzung von Zukunftsprojekten und über die unternehmerischen Chancen, die in solchen Vorhaben stecken.


Fachvortrag I: Erneuerbare Energien - Wie werden wir den gesetzten Zielen gerecht?
Dietmar Schütz, Präsident, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V., Berlin

Fachvortrag II: "Die Energiewirtschaft als Motor für den Ausbau der erneuerbaren Energien"
Holger Gassner, Leiter Märkte und Politik, RWE Innogy GmbH, Essen

Podiumsdiskussion

Holger Gassner, Leiter Märkte und Politik, RWE Innogy GmbH, Essen
Rebecca Harms, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Brüssel/Belgien (angefragt)
Eberhard Holstein, Gründer und Geschäftsführer, Grundgrün Energie GmbH, Berlin
Wilfried Hube, Gesamtprojektleiter, Alpha Ventus, EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg
Dietmar Schütz, Präsident, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Berlin

Moderation:
Brigitte Pavetic, WDR, Köln
11:00 - 12:30
Forum 2

Wasserwirtschaft im Spannungsfeld zwischen demographischen Veränderungen und Klimawandel

Häufige Starkregenereignisse, trockenere Sommer und regionale Verschiebungen von Niederschlägen - dies sind die meteorologischen Prognosen für Deutschland in den nächsten Jahren. Die klimatischen Veränderungen stellen die deutsche Wasserwirtschaft vor große Herausforderung. Einerseits muss die Trinkwasserversorgung Spitzenabgaben bereitstellen, d.h. dem Bürger jederzeit Wasser zur Verfügung stellen zu können und die Abwasserwirtschaft, bedingt durch die zu erwartenden regionalen Starkregenereignisse, die Ableitung der umfangreichen Regenwassermengen gewährleisten. Anderseits erfordern die demographischen Entwicklungen jedoch gegenläufige Strategien. Das Fachforum analysiert die Konsequenzen, die aus dem demographischen Wandel gezogen werden können, aber den Vorsorgemaßnahmen, die auf Grund des veränderten Klimas in Deutschland notwendig sind, widersprechen. Führende Vertreter aus Politik, Umweltverbänden und der Wasserwirtschaft skizzieren Lösungsansätze für dieses Handlungsdilemma und diskutieren über die richtige Dimensionierung einer nachhaltigen Netzinfrastruktur.


Fachvortrag 1: "Wasserwirtschaft in der Zwickmühle? - Strategien zum Umgang mit demographischen Veränderungen und Klimawandel"
Dr. Joachim Meier, Geschäftsführer, WVW Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel GmbH, St. Wendel

Fachvortrag 2: "Trockenere Sommer - nasse Winter - was kommt auf Gesellschaft und Wasserwirtschaft zu?"
Sebastian Schönauer, stellv. Landesvorsitzender, Bund Naturschutz in Bayern e.V., Regensburg

Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Harro Bode, Vorstandsvorsitzender, Ruhrverband, Essen
Ass. jur. Helmut Herdt, Sprecher der Geschäftsführung, Städtische Werke Magdeburg GmbH, Magdeburg, angefragt
Prof. Lothar Scheuer, Vorsitzender, ATT Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V., Gummersbach
MinDir. Dr. Helge Wendenburg, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Berlin

Moderation:
Katja Weber, Radio Eins/RBB, Berlin
11:00 - 12:30
Forum 3

Innovationen für die Energiezukunft

Die Energiezukunft ist geprägt durch hochgesteckte politische Vorgaben, sich rapide verändernde Märkte und technische Herausforderungen in einem immer differenzierteren Energiemarkt - bei gleichzeitig zunehmenden Risiken für Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Dies sind die Treiber für die Innovationen der nächsten Jahre. Einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der energiepolitischen Ziele soll der Umbau der bestehenden Netzinfrastruktur hin zu einem intelligenten Netz leisten. Gestützt durch Smart Grid und Smart Meter können mittel- bis langfristig, durch ein verändertes Kundenverhalten hin zu einem lastabhängigen Verbrauch, Effizienzpotentiale gehoben werden. Außerdem muss die zunehmend dezentrale und volatile Erzeugung beherrschbar gemacht werden. Der Ausbau der Infrastruktur zu intelligenten Netzen erfordert enorme Investitionen und wird von der Energiewirtschaft als größte Innovation in eine Schlüsseltechnologie verstanden. Im Rahmen des Fachforums werden die Ergebnisse der BDEW/CTG-Trendstudie "Innovationen in der Energiewirtschaft" präsentiert und von führenden Experten der Energiewirtschaft diskutiert. Die Diskussionsrunde skizziert die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die für die Umsetzung des vorhandenen Innovationspotentials notwendig sind und zeigt auf, welche Finanz- und Förderstrukturen entwickelt werden müssen.


Fachvortrag: Innovationen in der Energiewirtschaft - Ergebnisse der Trendstudie von BDEW und CTG
Nikolaus Graf Kerssenbrock, Partner, CTG Corporate Transformation Group GmbH, Berlin

Podiumsdiskussion

Bernhard Dörstel, Leiter Sortiments-/Produktmanagement, Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid
Dr. Jörg Kruhl, Leiter Technische Grundsatzfragen und neue Technologien, E.ON Energie AG, München
Michael Lucke, Geschäftsführer, Allgäuer Überlandwerk GmbH, Kempten
Tamara Schenk, Offering Manager Smart Energy, T-Systems International GmbH, Darmstadt

Moderation:
Dr. Jörg Hermsmeier, Leiter Abteilung Forschung und Entwicklung, EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg
11:00 - 12:30
Forum 4

EnWG 2010 - Zwischen Verbraucherschutz, Versorgungssicherheit und Liberalisierung

Am 14. August 2009 wurde das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Damit traten zum 03. September 2009 drei Verordnungen und zwei Richtlinien in Kraft, die eine umfangreiche Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes bis zum 03. März 2011 nach sich ziehen. Die Neuregelungen betreffen die gesamte Bandbreite der Energiewirtschaft und konzentrieren sich u.a. auf die Kernthemen Verbraucherschutz, Entflechtung und Kompetenz der Regulierungsbehörden. Das mit der Umsetzung der Richtlinien federführend betraute Bundeswirtschaftsministerium hat einen ersten ehrgeizigen Zeitplan vorgelegt. Bereits zur Sommerpause soll ein abgestimmter Kabinettsentwurf vorliegen. Das Fachforum gibt in fünf Fachvorträgen einen Überblick über den aktuellen Stand des nationalen Gesetzgebungsverfahrens und die zu erwartenden Neuerungen im Rahmen der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes. Hochkarätige Referenten aus Politik, Regulierungsbehörden und Energiewirtschaft analysieren die Neupositionierung des Verbraucherschutzes sowie die zu erwartenden Veränderungen in der Regulierungspraxis und skizzieren die Unterschiede in der Umsetzung der Richtlinien zwischen Frankreich und Deutschland.


Vortrag 1: "Aktueller Stand der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes"
MinDir. Detlef Dauke, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin

Vortrag 2: "Bundesnetzagentur und ACER – Wie wird sich die Regulierungspraxis in Deutschland verändern?"
Johannes Kindler, Vizepräsident, Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Bonn

Vortrag 3: "Das EnWG 2010 - Stärkung des Verbraucherschutzes?"
Götz-Ulrich Luttenberger, Geschäftsführer, Städtische Werke Überlandwerke Coburg GmbH, Coburg

Vortrag 4: "Einführung intelligenter Messsysteme - Voraussetzungen aus Sicht der Energiewirtschaft"
Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung, EWE NETZ GmbH, Oldenburg

Vortrag 5: "Umsetzung des 3. EU-Energiebinnenmarktpaketes - Welche Unterschiede lassen sich zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland feststellen?"


http://www.gdfsuez-energie.de/content/unternehmen/portraet_geschaeftsfuehrung_de.asp
Dr. Karl-Peter Thelen, Ressortleiter für Energiepolitik und Kommunikation, GDF SUEZ Energie Deutschland AG, Berlin

Moderation:
Joffrey Streit, Rundfunk- und Fernsehmoderator, Kulmbach
11:00 - 12:30
Forum 5

Die Marktrolle von Erdgas

Vor dem Hintergrund ambitionierter Klimaziele spielt Erdgas im Energiemix der Zukunft eine zentrale Rolle. Im Wärmemarkt können Erdgas und seine modernen Anwendungstechniken bereits kurzfristig zu geringen Modernisierungs- und Investitionskosten einen wesentlichen Beitrag leisten. Leistungsfähigkeit und Flexibilität machen Erdgas darüber hinaus zu einem wesentlichen Bestandteil der CO2-armen Stromerzeugung der Zukunft. Gegenwärtig befindet sich der Erdgasmarkt in einer Phase des strukturellen Umbruchs. Europäische Marktintegration und -liberalisierung, zunehmender Wettbewerb und steigende Liquidität internationaler Handelsplätze verändern die Rahmenbedingungen der Marktteilnehmer. Gleichzeitig besitzt die Versorgungssicherheit unverändert höchste Bedeutung. Während Langfristverträge auch in Zukunft das Rückgrat der Erdgasversorgung bilden, werden sich die Beschaffungsstrategien stärker ausdifferenzieren und verstärkt mit Blick auf Handel an Spot-Märkten, Exploration und Flüssigerdgas (LNG) verfolgt. In den kommenden Jahren stehen darüber hinaus große Investitionen in den Ausbau der Netzinfrastruktur auf Ebene der Fernleitungs- als auch der Verteilnetze sowie in den Bau weiterer Erdgasspeicher an. Neue und innovative Wege werden die Unternehmen auch bei der Erschließung heimischer Erdgasvorkommen und der Exploration unkonventioneller Erdgasquellen gehen. Um allen Herauforderungen zu begegnen, sind verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich. Das Fachforum analysiert in Fachvorträgen die aktuelle und zukünftige Positionierung des Energieträgers Erdgas am nationalen und internationalen Markt. Hochrangige Vertreter von Erdgasunternehmen aller Wertschöpfungsstufen diskutieren dabei insbesondere die notwendigen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene.


Keynote: "Gaswirtschaft im Wandel - Eine Branche zwischen Wettbewerb, Regulierung und Marktintegration"
Dr. Bernhard Reutersberg, Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Ruhrgas AG, Essen

Vortrag 1: "Perspektiven der internationalen Erdgasmärkte"
Dr. Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender, ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg

Vortrag 2: "Systemlösung Erdgas - Teil einer intelligenten Energieversorgung der Zukunft"
Andreas Prohl, Mitglied des Vorstandes, GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin

Vortrag 3: "Regulierter Erdgastransport - Quo vadis?"
Dr. Christoph von dem Bussche, Geschäftsführer, WINGAS TRANSPORT GmbH & Co. KG, Kassel

anschließend Podiumsdiskussion


Moderation:
Dr. Hajo Schumacher, Journalist, Berlin
12:30 - 13:00

Mittagsimbiss in der Ausstellung

13:00 - 13:30

Rede des Bundeswirtschaftsministers

Bundesminister Rainer Brüderle, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin
13:30 - 14:15

Innovationen - Katalysator für einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel

Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Philosoph, Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
14:15 - 14:30

Schlusswort

Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung
15:00 - 17:00

2. Ordentliche BDEW-Mitgliederversammlung

Im Anschluss an den Kongress findet die 2. Ordentliche BDEW-Mitgliederversammlung und konstituierende Sitzung des neuen BDEW-Vorstandes statt (auf besondere Einladung).