06. Juli 2011

Energieeffizienz: Regierung setzt auf Eigenverantwortung der Bürger

Bei der Hebung der erheblichen Potenziale zur Energieeinsparung setzt die Bundesregierung insbesondere auf die Eigenverantwortung der Bürger. Dazu jedenfalls bekennt sich die schwarz-gelbe Koalition in den vom Bundeskabinett am 6. Juni 2011 verabschiedeten "Eckpunkten Energieeffizienz". Dass noch viel Aufklärung nötig ist, zeigt nicht zuletzt eine Umfrage im Auftrag des Umweltbundesamts. Die Energiewirtschaft steht gleichwohl bereit, durch ihr Know-how und gezielte Information zur Verbesserung der Energieefizienz beizutragen. Zur Information müssen sicher auch ökonomische Anreize hinzutreten.

In ihrem Energiekonzept vom 28. September 2010 hat die Bundesregierung die Erhöhung der Energieeffizienz als ein Schlüsselelement dafür ausgemacht, eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland zu erreichen. Ihren "Eckpunkten Energieeffizienz" (BDEW extra vom 7.6.2011) zufolge will die Bundesregierung in einem ausgewogenen Verhältnis von Fordern und Fördern insbesondere auf Überzeugung und Eigenverantwortung von Wirtschaft und Bürgern setzen. Ökonomische Anreize sowie verbesserte Information und Beratung sollen dazu beitragen, u.a. die privaten Verbraucher in die Lage zu versetzen, bisher ungenutzte Potentiale im Bereich Energieeffizienz aus eigenem Antrieb zu erschließen.

Dass Anreize nötig sind und dass die Energiewirtschaft ihre Kunden nicht zum Sparen zwingen kann, hat auch die EU-Kommission erkannt. In ihrem Vorschlag für eine Energieeffizienzrichtlinie hat sie von einer verpflichtenden jährlichen Einsparung von 1,5 Prozent des Energieabsatzes beim Endkunden abgesehen (BDEW extra vom 22.6.2011).

Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts aus dem Frühjahr 2010, die Ende 2010 unter dem Titel "Umweltbewusstsein in Deutschland 2010" veröffentlicht wurde, sehen die Befragten Einsparpotenziale vor allem bei der Industrie (Energieversorgung, Automobilindustrie) und dem Staat (strengere Gesetzgebung, Subventionsabbau) und weniger bei sich selbst. Ihrem Konsumverhalten z.B. durch Einschränkung von Flugreisen und Autofahrten messen sie einen deutlich geringeren Effekt bei.

Trotzdem sehen sich die Befragten auch selbst in der Pflicht: So stimmen 88 Prozent der Aussage zu, dass die Bürgerinnen und Bürger durch umweltbewusstes Alltagsverhalten zum Klimaschutz beitragen können. Immerhin 83 Prozent geben an, dass sie gerade nicht benötigte Geräte und Lichtquellen bereits abschalten. 65 Prozent geben an, dass sie bereits energieeffiziente Geräte kaufen, und immerhin 26 Prozent planen, dies künftig zu tun. Höhere Preise für energiesparende Geräte zu bezahlen, wenn sie dadurch ihre Stromkosten langfristig senken können, dazu sind 18 Prozent "sehr stark" und 53 Prozent "eher stärker" bereit. 46 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Bürgerinnen und Bürger schon genug bzw. eher genug für den Klimaschutz tun, während im Gegenteil der Industrie ein großer Handlungsbedarf beschieden wird: 89 Prozent sagen, dass die Industrie nicht genug bzw. eher nicht genug beiträgt.

Auch wenn sich in den letzten Monaten die Bereitschaft der Bevölkerung, selbst aktiv zu werden, vergrößert haben mag, besteht noch viel Aufklärungsbedarf. Die BDEW-Mitgliedsunternehmen werden ihren Beitrag leisten, indem sie ihr fachliches Know-How und die technologische Kompetenz durch entsprechende Kundenangebote einbringen. Viele Maßnahmen werden bereits umgesetzt und auch von Verbrauchern genutzt. Nach einer im Auftrag des BDEW und der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) im Jahr 2009 vom Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführten repräsentativen Umfrage informieren sich immerhin 22 Prozent der Bundesbürger über das Thema Energiesparen bzw. Energieeffizienz bei einem Energieversorger. Dies gilt insbesondere für die Zielgruppe "50 plus". Hier steigt der Anteil der Nennungen auf 27 Prozent.


Weitere Informationen

Claudia Oberascher
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1372
E-Mail claudia.oberascher@bdew.de

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