01. September 2011

Feldstudie des Fraunhofer-Instituts: 3,7 Prozent Stromeinsparung in Haushalten durch Einsatz von Smart Metern

Durch Einsatz von neuartigen Energiezählern (Smart Metern) und die damit mögliche zeitnahe Information über den Energieverbrauch sollen das Energiebewusstsein und der sparsame Umgang mit Energie bei den Energienutzern angeregt werden. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMFT) geförderten Projektes "Intelliekon" hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) eine Feldstudie mit 2.000 Haushalten zur diesbezüglich möglichen Energieeinsparung in Haushalten durchgeführt. Fazit: Durch Einsatz von Smart Metern verbunden mit Rückmeldung zum Stromverbrauch durch Visualisierung sowie Informationen zu möglichen Stromsparpotenzialen können Haushalte ihren Stromverbrauch im Durchschnitt um 3,7 Prozent reduzieren.

Aufgrund der Feldstudie liegen erste Ergebnisse für Deutschland und Österreich zum tatsächlichen Einsparpotential bei Einsatz von Smart Metern vor. Die Hebung des ermittelten Stromsparpotenzials von 3,7 Prozent würde im Durchschnitt die Stromkosten eines Haushaltes um 30 Euro pro Jahr reduzieren. Das Ergebnis einer Stromeinsparung von 3,7 Prozent liegt deutlich unter den in verschiedenen Studien bisher postulierten Einsparpotentialen von fünf bis zehn Prozent und etwas über dem seinerzeit in einer dänischen Studie genannten Wert von drei Prozent.

Basis dieser Aussage ist eine in 2009 begonnene und in 2010 beendete Feldstudie mit über 2.000 Haushalten in Deutschland und Österreich. Mehr als die Hälfte dieser Haushalte erhielt zeitnahe Stromverbrauchsinformationen über den "intelligenten" Stromzähler sowie über Visualisierungssysteme. Außerdem erhielten sie Tipps zum sparsamen Umgang mit elektrischer Energie in schriftlicher Form oder über das Internet. Die übrigen Haushalte fungierten als Kontrollgruppe mit einem Stromverbrauch unbeeinflusst von Verbrauchsinformationen.

Die soziodemographischen Daten sowohl der Pilotgruppe als auch der Kontrollgruppe entsprachen sehr gut den durchschnittlichen Werten der Bevölkerung. Das Ergebnis kann deshalb als repräsentativ bezeichnet werden. Aufgrund der Dauer des Feldversuches über zwölf Monate konnte auch die langfristige Wirkung von Verbrauchsinformationen beobachtet werden. Energieeinspareffekte waren auch mehrere Monate nach Beginn des Projektes noch erkennbar.

Eine Teilgruppe von etwa 160 Haushalten erhielt zusätzlich zeitvariable Tarife. Diese Gruppe hat nach einer Presseinformation des Fraunhofer ISI vom 1. Juli 2011 den Stromverbrauch sogar um durchschnittlich 9,5 Prozent reduziert. Zeitvariable Tarife bewirken jedoch zunächst nur ein Verlagern des Stromverbrauchs in lastschwache Zeiten. Lastverlagerung muss aber nicht automatisch auch Energieeinsparung bedeuten. Welche Vorgänge dennoch zur Energieeinsparung geführt haben, muss noch untersucht werden.

Ein Arbeitspapier des Fraunhofer ISI mit dem Titel "Smart Metering in Germany and Austria – results of providing feedback information in a field trial", in dem erste Ergebnisse der Feldstudie vorgestellt werden, steht im Internet zur Verfügung.

Das ausführliche Ergebnis der Studie wird am 26. Oktober 2011 öffentlich in Frankfurt/Main präsentiert werden.


Weitere Informationen

Hartmut Zander
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1375
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