01. September 2011

Glühlampen vor dem Aus

Quelle: BMU

Von der europäischen Ökodesign-Richtlinie sind mittlerweile rund 40 Produktgruppen betroffen. Für zwölf Produktgruppen sind bereits Umsetzungsverordnungen verabschiedet. Häufig ist eine stufenweise Verschärfung der Anforderungen vorgesehen. Aktuell stehen Veränderungen bei Glühlampen sowie Umwälzpumpen und Elektromotoren an.

Zum 1. September 2011 dürfen klare Glühlampen ab 60 Watt nicht mehr in den Handel gebracht werden. Am 1. September 2012 kommt dann das komplette Aus für Glühlampen. Da jedoch gerade die 60-Watt-Glühlampen in den Haushalten weit verbreitet sind, können sich Fragen zu den Alternativen häufen. Zur Auswahl stehen:

  • Energiesparlampen verbrauchen bis zu weniger 80 Prozent Strom und halten um ein Vielfaches länger. Sie sind in allen Lichtfarben, auch in warmweiß erhältlich, es gibt dimmbare bzw. schnell startende Varianten. Allerdings enthalten Energiesparlampen geringe Mengen an Quecksilber und müssen daher gesondert entsorgt werden. Kostenlose Sammelstellen bieten Kommunen und der Fachhandel. Ein Zusammenschluss von Herstellern hat zudem ein Netz von Rücknahmestellen aufgebaut, weitere Informationen unter www.lichtzeichen.de
  • LED-Lampen haben eine besonders lange Lebensdauer (bis zu 25.000 Stunden), verbrauchen wenig Strom und sind dimmbar. Der noch hohe Preis wird durch die gesparten Stromkosten ausgeglichen.
  • Halogenlampen erzeugen ein den Glühlampen vergleichbares warmweißes Licht, verbrauchen aber rund 30 Prozent weniger Strom, bei einer rund doppelt so langen Lebensdauer.

Umwälzpumpen und Elektromotoren
Über 90 Prozent der Umwälzpumpen für Heizungs- und Klimaanlagen, die heute auf dem Markt erhältlich sind, dürfen in Kürze nicht mehr verkauft werden. Grund dafür ist die Ökodesign-Durchführungsverordnung für Umwälzpumpen, die am 1. Januar 2013 verbindlich wird. Vor allem betroffen sind die in Heizungsanlagen überwiegend eingesetzten sog. Nassläuferpumpen. In vielen EU-Ländern kommen bisher nahezu ausschließlich ungeregelte Modelle mit einem hohen Energieverbrauch zum Einsatz. Entsprechend hoch sind die Einspar- und Klimaschutzpotenziale der besonders stromsparenden Hocheffizienzpumpen.

Folgende drei Stufen sind für Nassläuferpumpen im Heizungs- und Klimabereich in der Verordnung vorgesehen:

  • Ab Januar 2013 müssen externe Nassläuferpumpen, also solche, die außerhalb des Wärmeerzeugers installiert sind, bestimmte Energieeffizienzkriterien einhalten.
  • Ab August 2015 wird der Energieeffizienz-Grenzwert nochmals herabgesetzt und gilt dann auch für Pumpen, die in neuen Wärmeerzeugern oder Solarstationen eingebaut sind (integrierte Pumpen).
  • Ab 2020 gelten die Anforderungen auch für den Austausch integrierter Pumpen in bestehenden Wärmeerzeugern.

Für Trinkwasserzirkulationspumpen wird lediglich eine Verpflichtung zur Kennzeichnung eingeführt.

Schätzungen zufolge soll mit der dritten Verschärfungsstufe im Jahr 2020 der Energieverbrauch für Umwälzpumpen in Heizungs- und Klimaanlagen auf die Hälfte reduziert werden. Die Einsparung summiert sich in Europa auf die gigantische Summe von 23 TWh pro Jahr. Hocheffiziente geregelte Heizungspumpen sind auf dem deutschen Markt bereits erhältlich, die Weiterentwicklung in der Industrie wird sich durch die Anreize deutlich beschleunigen. Der Austausch von ungeregelten Heizungspumpen macht sich auch im Privathaushalt innerhalb von wenigen Jahren bezahlt.

Sofortige Auswirkungen auf Elektromotoren und damit ebenfalls auf den Pumpenmarkt hat die Ökodesign-Verordnung (EG) 640/2009, die bereits seit 16. Juni 2011 verbindlich ist und auch für Motoren in Trockenläuferpumpen gilt. Diese werden vor allem in größeren Heizungs- und Klimaanlagen sowie zur Wasserversorgung, Druckerhöhung und Abwasserentsorgung eingesetzt.

Neue Energieeffizienzklassen wurden definiert. Bei neuen Motoren muss jetzt schon das Effizienzniveau IE2 eingehalten werden. Motoren mit dem bisher gängigen Effizienzniveau EFF2, das nun als IE1 bezeichnet wird, dürfen in der Europäischen Union nicht mehr verkauft werden. In der zweiten Stufe ab dem 1. Januar 2015 gilt das noch strengere Effizienzniveau IE3, das dann zunächst von Motoren mit einer Nennausgangsleistung von 7,5 bis 375 Kilowatt (kW) erreicht werden muss. Bei Motoren mit Drehzahlregelung genügt allerdings noch das Effizienzniveau IE2. Ab 1. Januar 2017 gelten diese Anforderungen dann sogar für Motoren mit einer Nennausgangsleistung von 0,75 bis 375 kW.

Hintergrundinformationen gibt zudem die BDEW-Publikation "Daten.Fakten.Hintergründe 'EU-Ökodesign-Richtlinie'".


Weitere Informationen

aus dem Geschäftsbereich Energieeffizienz

Claudia Oberascher
Telefon 0 30 / 300 199-1372
E-Mail claudia.oberascher@bdew.de

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