30. März 2010

Marktanreizprogramm 2010: Förderbedingungen geändert

Die "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt" vom 17. Februar 2010 bringen eine Reihe von Änderungen im Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums mit sich. Sie betreffen u.a. den sog. Kesseltauschbonus, darüber hinaus aber auch zahlreiche Details bei den Förderkonditionen. Im Jahr 2009 wurden im Rahmen des Marktanreizprogramms 270.000 Wärmepumpen, Solarkollektoranlagen und Biomasseheizkessel mit Investitionszuschüssen gefördert.

Die Änderungen betreffen u.a. den so genannten Kesseltauschbonus, der nur noch in reduzierter Form fortgeführt wird. Der Bonus bei Solarkollektoranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung wird von bisher 750 Euro auf 400 Euro herabgesetzt. Diese Regelung tritt rückwirkend für ab dem 1. Januar 2010 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellte Anträge in Kraft. Bei Solarkollektoranlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung entfällt der bisherige Bonus von 375 Euro ganz. Nicht betroffen von Änderungen ist die Kombination Solarkollektoranlage und Biomassekessel bzw. effiziente Wärmepumpe - der Kombinationsbonus beträgt weiterhin 750 Euro.

Ab dem 1. Juli 2010 (Antragseingang beim BAFA) werden Biomasseanlagen, effiziente Wärmepumpen und der Kombinationsbonus nur dann gewährt, wenn ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage vorgenommen wurde. Ab dem 1. Januar 2011 muss zusätzlich eine Umwälzpumpe der Effizienzklasse A zum Einsatz kommen.

Der Kesselaustauschbonus wird nach wie vor auch gewährt für den Austausch eines Heizkessels ohne Brennwerttechnik gegen einen Öl- oder Gasbrennwertkessel.

Bei Wärmepumpen sinken die Förderhöchstbeträge. Mit der Orientierung an einer Wohnfläche von maximal 120 statt bisher 150 Quadratmetern bei Einfamilienhäusern sinken beispielsweise in Bestandsgebäuden die Förderhöchstbeträge für Sole/Wasser-Wärmepumpen oder Wasser/Wasser-Wärmepumpen von 3.000 € auf 2.400 € und für Luft/Wasser-Wärmepumpen von 1.500 € auf 1.200 €. Noch niedrigere Fördersätze und Förderhöchstbeträge gelten für Anlagen in Neubauten. Außerdem wurde der Begriff "gasmotorisch betriebene Wärmepumpe" in "gasbetriebene Wärmepumpe" abgewandelt, so dass nun auch Gasabsorbtionswärmepumpen erfasst sind.

Für die Innovationsförderung gilt für ab dem 22. Februar 2010 beim BAFA eingehende Anträge, dass der COP-Wert (Leistungszahl) der Wärmepumpe mindestens 4,7 betragen muss und dies mit einem Prüfzertifikat eines unabhängigen Prüfinstituts nachgewiesen wird. Bei der Basisförderung muss ab dem 1. Juli 2010 der COP-Wert der Wärmepumpe mit einem Prüfzertifikat eines unabhängigen Prüfinstituts oder dem EHPA-Gütesiegel (European Quality Label for Heat Pumps) nachgewiesen werden.

Die Anforderungen an die Gewährung des Effizienzbonus wurden an die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) angepasst. Für Nichtwohngebäude wird er nicht mehr gewährt.

Weitere Informationen zu den geänderten Förderbedingungen im Marktanreizprogramm (MAP) 2010 finden sich auf der Internetseite des
Bundesumweltministeriums.


Weitere Informationen

Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
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