31. März 2011

Neue Förderbedingungen für erneuerbare Energien und energetische Gebäudesanierung

Für die Förderung der energetischen Gebäudesanierung und die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt gelten seit dem 1. bzw. 15. März 2011 neue Bedingungen im Rahmen der von der Bundesregierung dazu aufgelegten und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bzw. der KfW verwalteten Programme. So wurden z.B. für thermische Solaranlagen, Biomassekessel und Wärmepumpen die Bedingungen verbessert. Außerdem gibt es wieder eine Förderung von energieeffizienten Einzelmaßnahmen bei Sanierungen.

Mit den zur Eröffnung der Fachmesse ISH in Frankfurt am Main bekanntgegebenen neuen Regelungen soll laut Bundesumweltministerium eine verstärkte Dynamik in den Wärmemarkt der erneuerbaren Energien gebracht werden. Von den Änderungen ist vor allem der so genannte BAFA-Teil des Programms betroffen. In diesem Programmteil werden Investitionszuschüsse für Solarkollektoren bis 40 Quadratmeter Kollektorfläche, Biomassekessel (überwiegend Holzpellets) bis 100 Kilowatt (kW) Nennwärmeleistung und effiziente Gas- und Elektro-Wärmepumpen bis 100 kW Wärmeleistung gefördert. Die Förderung erfolgt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Einige der verbesserten Konditionen sind bis zum Jahresende befristet und können nur bei Antragstellung vor dem 30. Dezember 2011 in Anspruch genommen werden. Auch im KfW-Programm erneuerbare Energien, Programmteil Premium, ergeben sich teilweise neue Förderkonditionen.

Folgende wesentliche Änderungen sind enthalten:

 

  • Solarkollektoren: erhöhte Basisförderung (befristet), neuer Kesseltauschbonus (befristet) und ebenfalls befristet ein Kombinationsbonus bei gleichzeitigem Einbau einer Wärmepumpe oder eines Biomassekessels,
  • Biomassekessel: Wiedereinführung der Förderung von emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln,
  • Wärmepumpen: Reduzierung der Anorderungen an die Jahresarbeitszahlen, außerdem wird durch die Umstellung der Bemessungsgrundlage von Wohnfläche auf Wärmeleistung eine Vereinfachung der Antragsstellung erreicht. Auch die erste verfügbare Gas-Wärmepumpe für das Einfamilienhaus wird mit gefördert (2.400 Euro).


Über 70 Prozent der in deutschen Kellern betriebenen rund 18 Millionen Heizungsanlagen sind überaltert, nicht auf dem Stand der Technik und unzureichend effizient. Das mit einer Heizungsmodernisierung erschließbare Sparpotential ist enorm und steht leider viel zu selten im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um die Erreichung von energiepolitischen Zielen diskutiert wird.

So steht u.a. mit der Erdgas-Brennwerttechnik eine markteingeführte, sehr effiziente, bezahlbare und somit sozialverträgliche Technik zur Verfügung, die sich ausgezeichnet mit der Solarenergienutzung kombinieren lässt. Die jetzt angepassten Förderbedingungen setzen einen richtigen Impuls zum Handeln und bieten Ansatzpunkte einer gezielten vertrieblichen Argumentation mit dem Kunden.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des BAFA. Dort ist auch eine  Übersicht über die Basis- und Bonus-Förderung von Wärmepumpen verfügbar.

Änderungen des KfW-Programms erneuerbare Energien, Programmteil Premium:

  • Neueinführung der Förderung großer effizienter Wärmepumpen für Bestandsgebäude, Prozesswärme oder Wärmenetzeinspeisung,
  • Wegfall der Förderung für Biogasleitungen aufgrund der Empfehlungen aus der Evaluation,
  • Fortführung der Ende 2010 ausgelaufenen Förderung für Biogasaufbereitungsanlagen,
  • Änderungen bei der Förderung von Nahwärmenetzen.


Erneut Förderung von Einzelmaßnahmen durch die KfW
Seit dem 1. März 2011 fördert die KfW (früher: Kreditanstalt für Wiederaufbau) erneut einzelne Sanierungsmaßnahmen. Bauherren werden beispielsweise bei der Dämmung von Gebäuden, dem Fensteraustausch oder einer Heizungserneuerung unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass die Einzelmaßnahme der Energiebilanz des Wohngebäudes zugute kommt. Es kann zwischen einem günstigem Kredit oder einem Zuschuss von 5,0 Prozent gewählt werden.

Neben umfassenden Sanierungen zu so genannten KfW-Effizienzhäusern ist nun auch wieder die Förderung einzelner energetisch hocheffizienter Sanierungsmaßnahmen möglich. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aufgelegten Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren (CO2-Gebäudesanierungsprogramm) werden Eigentümer mit zinsgünstigen Krediten oder Investitionszuschüssen unterstützt. Zusätzlich wird im Rahmen des Programms "Energieeffizient Sanieren - Sonderförderung" eine qualifizierte Baubegleitung mit einem Zuschuss von 50 Prozent bis zu einer Gesamthöhe von 2000 Euro unterstützt. Gefördert werden hier z.B. Leistungen zur Detailplanung, Unterstützung bei der Ausschreibung und Angebotsauswertung, Bauausführung, Abnahme und Bewertung der Sanierung.


Weitere Informationen

Alexander Sperr

Geschäftsbereich Energieeffizienz

Telefon 0 30 / 300 199-1376

E-Mail alexander.sperr@bdew.de


Ingram Täschner

Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen

Telefon 0 30 / 300 199-1261

E-Mail ingram-taeschner@bdew.de

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