30. April 2010

Neue Effizienzpotenziale für Kommunen: Die LED für die Straßenbeleuchtung drängt in den Markt

Ein herausragender Trend auf der Fachmesse "Light & Building" vom 11. bis 16. April 2010 in Frankfurt am Main war der Durchbruch der LED-Technik in der Beleuchtung. In allen Anwendungsfeldern gibt es serienreife Produkte, die zum Teil schon in den Katalogen der Hersteller aufgeführt sind. Ein Bereich, in dem die Hersteller eine besonders schnelle Marktdurchdringung erwarten, ist die Straßenbeleuchtung. Daraus ergeben sich neue Ansatzpunkte für Dienstleistungsangebote von Energieversorgern an Kommunen. Der BDEW bereitet derzeit Informationsmaterialien über die neue Technik vor, die sich vor allem an kommunale Entscheidungsträger richten.

Bei der Straßenbeleuchtung kann die LED-Technik ihre Vorteile am deutlichsten ausspielen. Die hohe Energieeffizienz der LED-Lampen kombiniert mit der langen Lebensdauer sorgen für niedrige Betriebskosten bei gleichzeitiger Umweltschonung. Der Ersatz von herkömmlichen Straßenleuchten durch LED-Leuchten kann 30 bis 50 Prozent des zurechenbares CO2-Ausstoßes der Straßenbeleuchtung einsparen. Auch ist durch die bessere Bündelung und exaktere Ausrichtung des Lichtes auf die zu beleuchtende Fläche die Lichtverteilung gleichmäßiger und der so genannte Lichtsmog wesentlich geringer als bei herkömmlichen Lampen. Dadurch wird die Beleuchtung als angenehmer und sicherer empfunden; außerdem werden Insekten und Vögel deutlich weniger von nächtlicher Straßenbeleuchtung irritiert als bei herkömmlichen Lampen. Zudem bietet die aktuelle Generation von LED-Lampen vielfältige Möglichkeiten zu intelligenter Lichtsteuerung über variable Lichtfarben und Beleuchtungsintensitäten. Warum nicht an einem trüben Wintertag durch einen höheren Rotanteil für bessere Stimmung oder an einem warmen Sommerabend mit etwas mehr Blau für zusätzliche gefühlte Abkühlung sorgen?

Erfolgreicher Einsatz seit 2007
In einigen Kommunen werden bereits LED-Leuchten eingesetzt. So testet die Stadt Düsseldorf gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf seit Ende 2007 in der deutschlandweit ersten Installation in einzelnen Straßenzügen LED-Straßenleuchten mit großem Erfolg.

Auf der „Light & Building“ wurden schon Weiterentwicklungen rund um die LED-Straßenbeleuchtung vorgestellt. War bei der ersten Generation noch der Austausch der kompletten Leuchte erforderlich, bieten die Hersteller inzwischen die Möglichkeit, nur die Lampe mit dem Fassungsträger gegen LED-Leuchtmittel auszutauschen. Damit öffnet sich mit der Sanierung bestehender Beleuchtungsanlagen ein weites Anwendungsfeld für die neue Technik. Jetzt steht die LED-Technik auch für den aufgrund der europäischen EuP-Richtlinie notwendige Ersatz von Quecksilberdampflampen ab 2015 zur Verfügung.

Hohe Anfangsinvestitionen
Einen Wermutstropfen gibt es aber auch bei der LED-Technik. Die Investitionen für LED-Straßenbeleuchtung sind ca. zwei bis drei Mal höher als bei herkömmlicher Technik. Diese höheren Anschaffungskosten amortisieren sich derzeit aber nach ca. acht bis zehn Jahren durch die niedrigeren Betriebskosten. Angesichts der Haushaltslage in den Kommunen können die hohen Anschaffungskosten dennoch ein wichtiges Hemmnis bei der Einführung dieser effizienten Technologie sein. Hier bietet sich das Contracting als idealer Ausweg aus dem Dilemma zwischen hohen Investitionen und geringen Betriebskosten an. Entsprechende Kooperationen zur Straßenbeleuchtung zwischen Kommunen und Energieversorgern gibt es bereits, mit der LED-Technik gibt es weitere Argumente für diese Zusammenarbeit. Denn mit der Übertragung der Sanierung auf einen Dienstleister wird nicht nur der kommunale Haushalt entlastet, auch die Qualität der Straßenbeleuchtung wird sichtbar angehoben und die CO2-Bilanz der Kommune nachweislich deutlich verbessert. Der BDEW bereitet derzeit Informationsmaterialien vor, mit der kommunale Entscheidungsträger produktneutral an diese neue Technik herangeführt werden können.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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