25. November 2011, Berlin

BDEW zum Monitoringbericht Energie 2011 der Bundesnetzagentur:

Wettbewerb im Gasmarkt weiter auf dem Vormarsch

Regulierungsbehörde bestätigt gute Entwicklung des Wettbewerbs im Gasmarkt / Ausbau der Verteilnetze nicht genügend berücksichtigt

"Der neue Monitoringbericht macht überaus deutlich, dass die Entwicklung des Wettbewerbs im deutschen Gas- und Strommarkt erfolgreich ist. Die Verbraucher nutzen immer mehr die Möglichkeit unterschiedlicher Angebote der Energieunternehmen in Deutschland.“ Das sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), anlässlich der heutigen Veröffentlichung des neuen Monitoringberichts Energie 2011 der Bundesnetzagentur (BNetzA). Die Energiebranche teile ausdrücklich die Auffassung, dass sich der Wettbewerb gerade auf dem Gasmarkt sowohl auf Großhandelsebene als auch im Endkundenmarkt gut entwickelt hat. Nach Angaben der Regulierungsbehörde ist die Intensivierung des Wettbewerbs vor allem auf die Preisentwicklung auf den Handelsmärkten nach dem rapiden Preisverfall im Jahr 2009 zurückzuführen. Die Lieferantenwechselquote habe im Jahr 2010 bei etwa 11 Prozent gelegen und erreiche damit fast das Niveau des Stromsektors.

"Der neue Bericht zeigt eindrucksvoll auf, dass der Wettbewerb nicht nur bei Strom sondern auch bei Gas im Endkundenmarkt in Deutschland zu den wettbewerbsintensivsten in der Europäischen Union gehört. Im Gegensatz zum Wettbewerbsmarkt Deutschland greift in vielen anderen europäischen Ländern der Staat bei der Festsetzung der Energiepreise direkt ein", sagte Müller. Die Haushaltskunden können nach Angaben des BDEW unter durchschnittlich 102 Strom-Anbietern je Postleitzahlgebiet auswählen, bei Gas sind es 37 Unternehmen.

In ihrem Bericht bestätigt die BNetzA darüber hinaus die Verbesserung der Wettbewerbssituation im Stromgroßhandel in Deutschland - die erfreulichen Entwicklungen des deutschen Gasmarkts sind auch zur Kenntnis genommen worden. Als Transitland gebe es in Deutschland eine ausreichende Anzahl aktiver Teilnehmer am Gasgroßhandel, so die BNetzA. Dabei wird besonders die Nutzung flexibler Handelsstrategien auch von kleineren Marktteilnehmern als ein besonderer Erfolg hervorgehoben. Der BDEW teilt die Meinung der Regulierungsbehörde, dass dies mit der positiven Umsetzung der Transparenzinitiativen zu erklären ist. Die Einführung des maßgeschneiderten Regelwerks (REMIT) kann das Vertrauen dabei weiter stärken.

Der BDEW begrüßt zudem, dass der notwendige Ausbau der Netze zu einem zentralen Thema des Monitoringberichts geworden ist. "Leider steht immer noch der Ausbau der Übertragungsnetze im alleinigen Fokus. Wir müssen uns in der Debatte über den notwendigen Netzausbau zur Integration der Erneuerbaren Energien aber dringend auch um die Verteilnetzebene kümmern. Mehr als 80 Prozent der installierten Photovoltaikleistung ist heute im Niederspannungsnetz und somit im Verteilnetz installiert. Allein der Hinweis der Bundesnetzagentur, dass die Verteilnetzbetreiber ihre Netze zunehmend intelligenter gestalten müssen, wird den künftigen Anforderungen nicht ausreichend gerecht", sagte Müller. Seit langem fordere der BDEW hier eine veränderte Regulierung. Es sei aber positiv, dass sich die BNetzA beim Thema Akzeptanz stärker in die Diskussion einbringen möchte.

Der Bericht hebt darüber hinaus die Brisanz der künftigen Entwicklung konventioneller Kraftwerkskapazitäten hervor, die sich durch die Stilllegung von acht Kernkraftwerken im Frühjahr 2011 und den Verzögerungen bei einer Reihe von Kraftwerksprojekten verschärft hat. "Aufgrund der schwankenden Erzeugung aus Erneuerbaren Energien brauchen wir auch künftig einen konventionellen Kraftwerkspark, der diese starken Schwankungen ausgleichen kann. Da parallel der Ausstieg aus der Kernenergie erfolgt, brauchen wir in größerem Umfang auch neue, hocheffiziente konventionelle Kraftwerke", sagte Müller.

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